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Ist die Lage der KJH wirklich ernst?

Ein Kollege fragte nach:

von den verschiedensten Seiten höre ich in letzter Zeit die Befürchtung, dass die Kinder- und Jugendhilfe völlig neu gestaltet wird. Was irritiert, ist die Befürchtung, dass an den Individualhilfen geschraubt wird. Derzeit liegt noch kein Entwurf vor, es ist auch noch keine Vorabfassung durchgesickert. Aus den Debatten, die derzeit in der Fachöffentlichkeit und in entsprechenden Publikationen geführt werden, kann ich keine entsprechenden Sorgen ableiten. Im Gegenteil finden sich derzeit ja regelmäßig Vorschläge zur Stärkung von Kinderrechten und Kinderautonomie, bspw. die Überlegung, den Anspruch auf Hilfen zur Erziehung nicht mehr den Personensorgeberechtigten, sondern den Kindern zuzusprechen. Zudem kann eine sozialräumliche Orientierung eine sinnvolle Ergänzung zum bisherigen Leistungskatalog darstellen; je nachdem, wie sie halt ausgestaltet wird. Daher meine Frage: Ist die Angst vor der Beschneidung der HzE nur Geraune? Oder gibt es substantiierte Ansichten? Falls ja, kann mir jemand mal ein paar Fakten oder Literaturhinweise zukommen lassen? Ich stehe da nämlich im Moment mit einem großen Fragezeichen rum...

 

Antwort von Brigitte M. (Bündnis Kinder- und Jugendhilfe - für Parteilichkeit und Professionalität)

Weiterlesen: Ist die Lage der KJH wirklich ernst?

Inklusion - Gedanken zu einem strapazierten Begriff

Die Arbeitsgruppe TuP (Theorie und Praxis) des

Unabhängigen Forums kritische Soziale Arbeit  

hat folgenden Text erarbeitet: 

Der Begriff „Inklusion“

in Zeiten zunehmender Ausgrenzung

 

er wird in der nächsten Ausgabe von Forum sozial veröffentlicht

Sanktionen - und wer sie richtig findet

Sanktionen gegen Menschen sind eine spezifisches Merkmal des Umgangs mit Menschen im Neoliberalismus.

Die Vorstellung von einer angebliche Notwendigkeit von Sanktionen gegen sozialbenachteiligte und/oder hilfebedürftige Menschen, die nicht "spuren" und mit ihrer Gegenleistung "nicht rüber kommen", gibt es längst auch in der Kinder- und Jugendhilfe und im gesamten Bereich der Sozialen Arbeit.

hier ein aktueller Ausschnitt aus dem jüngsten Newsletter von Harald Thomé (17/15 vom 6.7.):

 

Anhörung im Bundestag zu Sanktionen

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Am 29.06. gab es im Ausschuss für Arbeit und Soziales eine öffentliche Anhörung zu den SGB II – Sanktionen, dort sprachen sich die Obrigkeitsvertreter für die Beibehaltung von Sanktionsmöglichkeiten im SGB II aus. Vertreter aus dem Bereich der Wirtschaft nannten das System der Sanktionen ausgewogen. Auch Landkreistag und Städtetag sprachen sich – ebenso wie der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) – gegen eine generelle Abschaffung oder ein Moratorium der Sanktionen aus. Klare Ablehnung kam von der Fraktionen Die Linke und Bündnis 90/Die Grünen, aber auch von der Diakonie Deutschland sowie der Nationalen Armutskonferenz. Weitere Infos dazu: http://sozialberatung-kiel.de/2015/06/30/streit-um-sgb-ii-sanktionen/ und hier:http://tinyurl.com/orpq4f8 , die Wortprotokolle gibt es hier: http://tinyurl.com/qj8cae8

An der Stelle nochmal der Hinweis, unter Bezugnahme auf den Gothaer Vorlagebeschluss zum BVerfG sollten alle Sanktionsbetroffenen gegen kommende Sanktionen Widerspruch einlegen und bis Jan. 2014 Betroffene Überprüfungsantrag, falls das BVerfG feststellen sollte, dass Sanktionen teilweise rechtswidrig waren. 

Dazu fällt mir eine Untersuchung von Ziegler und Mohr (2012) ein, in der diese zu dem Ergebnis gekommen sind, dass inzwischen  ein Drittel der befragten Fachkräfte der Sozialen Arbeit (730 befragte) dafür plädieren, "dass SozialpädagogInnen ihre KlientInnen stärker dazu erziehen sollten, sich anständig zu benehmen" und das Disziplin und Ordnung durch die Soziale Arbeit wieder stärker betont werden sollten. 

 

Aktuelles zur Abschaffung der Profession Soziale Arbeit

Die weiter unten abgedruckte Stellenausschreibung des Schul- und Sportamtes eines Berliner Bezirkes fiel mir gerade in die Hände.

Mein Fazit:

Auf die Idee, dass es sich hier - vor allem auch bei den hier als fachfremd titulierten Kompetenzen - um klassische Sozialarbeit handeln könnte, kommt niemand. 

Dass im Rahmen dieser Aufgaben Kontakte mit den betreffenden Jugendlichen unumgänglich sind und dafür interaktive Kompetenzen und eine den Jugendlichen zugewandte Haltung gebraucht werden, ist ohnehin wohl niemandem klar. Kommunikationsfähigkeit und interkulturelle Kompetenz, die gefordert werden, sind nicht näher beschrieben, weden sich aber vor allem auf die Interaktionsfähigkeit mit Ämtern, Behörden etc. beziehen. 

1. Schritt (allgemein zu beobachten):

SozialarbeiterInnen machen Verwaltungsaufgaben

d.h. bedeutet, Soziale ARbeit wird für sich ihren eigentlichen Aufgaben und ihrer Ethik entfremdet und nimmt immer mehr Züge von Ordnungspolitik und Verwaltung an. 

2. Schritt (nicht verwunderlich aber hier wunderbar zu sehen):

Verwaltungsleute machen Soziale Arbeit

d.h.: Was übrig bleibt können dann aber Verwaltungsleute sowieso viel besser. 

Und damit gehört die Soziale Arbeit der Vergangenheit an?

Aber lest selbst:

Weiterlesen: Aktuelles zur Abschaffung der Profession Soziale Arbeit

Begriffe in der Sozialen Arbeit

Hier zu einem Text von M. Seithe über den Zusammenhang von Begriffen,Denken und Handeln, der speziell auf die Frage ausgerichtet ist, welche Rolle die aktuellen, in der gegenwärtigen neoliberalisierten  Sozialen Arbeit üblichen Begriffe für unsere Arbeit sind. Sie sie austauschbar und eins zu eins in die Fachsprache der Profession zu übersetzen? Oder zwingen sie uns ein anderes Denken auf?

Der Text ist im Blog "Zukunftswerkstatt Soziale Arbeit" www.zukunftswerkstatt-soziale-arbeit.de veröffentlich. 

70 Jahre Auschwitz-Befreiung - Gegen das Vergessen. Für konsequentes Erinnern.

"Dieser Ort sei allezeit ein Aufschrei der Verzweiflung und Mahnung an die Menschheit. Hier ermordeten die Nazis etwa anderthalb Millionen Männer, Frauen und Kinder. Die meisten waren Juden aus verschiedenen Ländern Europas."
Text am Denkmal im Vernichtungslager Birkenau

 

Am heutigen Dienstag, dem 27. Januar 2015, jährt sich die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz im Jahre 1945 zum 70. Mal. Der offizielle "Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus" erinnert an die Opfer des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz und Auschwitz-Birkenau, genau wie an all jene vielen weiteren Opfer der vielen weiteren Lager der Nationalsozialisten.

ARD, ZDF, Zeitungen, ..., haben das Thema präsent und erinnern uns daran, dass wir erinnern sollen. Müssen.

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Was wollt ihr wirklich?

Liebe kritische Sozialarbeiter_innen,

ich finde euer Blog sympathisch, wenn auch etwas unübersichtlich und wenig kontinuierlich. Wobei die Schätze eurer Seite in der Tiefe nur schwer zu finden sind und wahrscheinlich den meisten entgehen.

Ich bin selbst keine Sozialarbeiterin, aber ich habe viel mit sozialen Fragen zu tun

Weiterlesen: Was wollt ihr wirklich?

Sei wachsam - Gedanken zur aktuellen "Solidarität"swelle

Sei wachsam

Nach den Ereignissen der jüngsten Tage bin ich ganz durcheinander. Es ist so viel passiert in dieser Zeit: Das Erstarken von PEGIDA, die aufkommenden Gegenbewegungen, die Neujahrsansprache der Kanzlerin, brennende Flüchtlingsheime, die Attentate von Paris sowie die Reaktionen dazu und vieles mehr. Doch meinen größten Befürchtungen zum Trotz scheint das Resultat all dieser Dinge eins zu sein: Solidarität.

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