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Widerstand und Aktionen

Beiträge zu konkreten Aktionen und zur Frage, wie Widerstand geleistet werden könnte

AKS Gegen geschlossene Unterbringung

Aufruf des Arbeitskreis Kritische Soziale Arbeit Hamburg gegen menschenunwürdige Praktiken in den Hilfen der Erziehung

Verwirklichung der UN Kinderrechts-Konvention statt Überwachen und Erniedrigen in den Grauzonen der HzE : Kampagne des AKS Hamburg, Beteiligung erwünscht

Der Arbeitskreis Kritische Soziale Arbeit Hamburg (AKS Hamburg) hat eine bundesweite Kampagne gegen menschenunwürdige Praktiken in den Hilfen der Erziehung gestartet. In dem Aufruf mit dem Titel „Dressur zur Mündigkeit? Für die Verwirklichung der UN-Kinderrechtskonvention statt Überwachen und Erniedrigen in den Hilfen zur Erziehung!“ analysieren die Autor_innen die aktuellen Entwicklungen und Tendenzen in der BRD in Bezug auf menschenunwürdige menschenrechtswidrige Praktiken in den Hilfen zur Erziehung und rufen dazu auf, an der Kampagne zur Abschaffung dieser mitzuwirken.

Das Ziel der Abschaffung der Geschlossenen Unterbringung (GU) als Höhepunkt menschenunwürdiger pädagogischer Praxis sei unter den derzeitigen Voraussetzungen wie der Verdreifachung der Plätze in GU in den letzten 20 Jahren und der steigenden Akzeptanz der GU schwer zu erreichen – daher sei es notwendig, nicht nur die GU an sich zu kritisieren, sondern die Prozesse und Mechanismen, die zu einem pädagogischen Verständnis der GU als letzter, aber dennoch vorhandenen Alternative bei „schwierigen Jugendlichen“ führen, zu analysieren.. Diesbezüglich spiele – so die Autor_innen - das „Phasen-Modell“ bzw. der „Stufen-Vollzug“ eine zentrale Rolle, der heutzutage häufig angewendet würde und bei dem zugunsten des Ziels der Disziplinierung schwieriger Kinder und Jugendliche menschenunwürdige und gewaltvolle Degradierungen stattfinden. Eine solche Form von Pädagogik basiere auf Erniedrigung, Drohung und Isolation, was derzeit mit neuem Vokabular für die entsprechenden Methoden - z.B. Time-Out-Räume oder Begrenzungen - wieder gerechtfertigt werde und sowohl in der Heimerziehung als auch in teilstationären Hilfeformen wie Tagesgruppen und in ambulanten Maßnahmen wie Anti-Aggessionstrainings vorkomme. In den genannten Phasen- bzw. Stufen-Modellen gibt es in der Regel drei Stufen mit strikten Verhaltensvorschriften, die unter anderem die Bewegungsfreiheit, die Kommunikation und die Pflege von sozialen Kontakten einschränken, und entsprechenden Sanktionen bei Regelbrüchen. Solche Programme, die von den betroffenen Kindern und Jugendlichen in der Regel als „Entwertung ihrer gesamten personalen und sozialen Identität“ erlebt werden und weder mit grundlegenden Menschenrechten noch mit der Kinderrechtskonvention der Vereinigten Nationen zu vereinbaren sind, müssen abgeschafft werden, so die Autor_innen des AKS.

Hierzu ruft der AKS Hamburg alle interessierten Initiativen dazu auf, die Websites und Broschüren regionaler HzE-Träger daraufhin zu sichten, ob derartige Stufenmodelle praktiziert werden. Auf einer Fachtagung sollen die Ergebnisse dieser Recherchen präsentiert werden. Gleichzeitig werden Musterprozessse gegen Einzelfälle à la Haasenburg GmbH angestrebt.

Der vollständige Aufruf ist auf der Website des Arbeitskreis Kritische Soziale Arbeit Hamburg zu finden.

Mahnwache bei der Kinder- und Jugendminister-Konferenz in Perl

Das Bündnis Kinder- und Jugendhilfe - für Professionalität und Parteilichkeit ermahnte die Jugend- und Familienminister*innen durch die Übergabe eines Memorandums an die versammelten Entscheidungsträger*innen der JMFK im Saarland am 21.5.2015, „sich auf den humanistischen und sozialpädagogischen Geist des SGB VIII zu besinnen, statt ihn zu unterlaufen. Die zu beobachtenden Praxen, Planungen und Gesetzesvorhaben schwächen diesen Geist, wenn sie ihn nicht sogar abschaffen und die neoliberale Sicht vom Sozialen auch in der Kinder- und Jugendhilfe durchsetzen wollen, die wir als Folge von „Reformen“ in anderen Sozialgesetzbereichen leider schon haben. Wir brauchen bei allen notwendigen Weiterentwicklungen kein neues Menschenbild im SGB VIII und keine neue Ideologie. Der Nützlichkeitsideologie und dem dahinterliegenden marktliberalen Geist gilt es, sich entschieden entgegenzustellen.“ (Zitiert aus dem Aufruf zum Memorandum; zu finden im Posting vom 13.5.2015 auf dieser WEB-Seite)

Es konnte ein 15 minütiger Kontakt zur Bundesministerin Manuela Schwesig, sowie zur Ministerin des Saarlandes, Frau Monika Bachmann hergestellt werden. 

Ob das Memorandum gelesen wird, wird sich zeigen. Das Bündnis bleibt am Ball und wird versuchen, die kritischen Kräfte der Kinder- und Jugendhilfe zu sammeln und Druck zu machen gegen die immer weiter vorangetriebene Verdrehung der Kinder- und Jugendhilfe zu einer neoliberalen Dienstleistung, bei der ohne Gegenleistung keine Hilfe mehr zu bekommen ist, für die möglichst wenig Geld ausgegeben werden soll und bei der es letztlich nicht um die Kinder- und JUgendlichen geht , sondern darum, die Jugendhilfe-Aufgabe möglichst kostengünstig zu erledigen und die Betroffenen wenn immer möglich auf sich selbst zurückzuverweisen - statt zu unterstützen und ihnen wie im Gesetz vorgeschrieben, zu helfen.

 

 

69 Stellen für die Jugendämter sind nicht genug! DBSH: Pressemeldung

Pressemeldung (20. Mai 2015)

DBSH Berlin: 69 Stellen für die Jugendämter sind nicht genug!

Fachliche Forderungen der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft nach 160 Stellen für die Berliner Jugendämter, dürfen nicht übersehen werden.

Aktuelle Haushaltsverhandlungen für 2016/2017 dürfen die fachlichen Forderungen der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft nach einer Mindestpersonalausstattung zur Sicherstellung der Aufgabenerfüllung nicht übersehen. Die Pressemeldung der Senatsverwaltung für Finanzen vom 17. April zum Programm "Wachsende Stadt" sieht 69 Stellen für die Jugendämter vor.

"Diese 69 Stellen werden aufgrund der Wachsenden Stadt geschaffen und haben nichts mit den geforderten Stellen von der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft zu tun", so Hannes Wolf, 1. Vorsitzender des DBSH Berlin.

Die fachliche Forderungen der Senatsverwaltung von 160 Stellen ist für die Mindestausstattung notwendig! Ohne dieses Personal kann nicht für fachliche und professionelle Arbeit gesorgt werden. Diese Stellen werden jedoch bisher in der Finanzplanung für 2016/2017 nicht berücksichtigt.

Aufgrund der anhaltenden schlechten Rahmenbedingungen in den Berliner Jugendämtern wurde 2014, auf Druck der Fachkräfte hin, eine umfangreiche Analyse der Situation der Jugendämter durchgeführt.

In den letzten 3,5 Jahren wurden 124 Stellen in den Berliner Jugendämtern abgebaut. 

Weiterlesen: 69 Stellen für die Jugendämter sind nicht genug! DBSH: Pressemeldung

Memorandum in der Kinder- und Jugendhilfe gefordert

Aufruf zu einem Memorandum in der Kinder- und Jugendhilfe

In der kommenden Woche findet die diesjährige Jugendministerkonferenz statt. Man wird dabei u.a. wieder einmal über die "Weiterentwicklung der Hilfen zur Erziehung" sprechen und dabei in Wirklichkeit ihren Ausverkauf planen (ausführliche Informationen zur Thematik : Buch: "Ambulante Hilfe zur Erziehung und Sozialraumorientierung von Seithe und Heintz,2014 (kostenlos downladen beim Budrich Verlag)  und der Artikel: "Dekonstruktion der Kinder- und Jugendhilfe in Sozial Extra 2/15 von den selben AutorInnen).

Das Bündnis "Kinder- und Jugendhilfe - für Parteilichkeit und Professionalität" hat seit mehreren Jahren die Jugend-Ministerkonferenzen und die vorbereitenden Arbeitsgruppen mit Mahnwachen begleitet. Obwohl wir bei diesen Mahnwachen oft nicht sehr viele waren, scheinen die Damen und Herren vor unserem Auftritt ordentlich Respekt zu haben, denn sie schotten sich mehr und mehr ab und haben in den letzten Treffen ihren Tagungsort durch die Hintertür betreten. Wir standen am vorderen Eingang. 

Dieses Jahr jedenfalls tagt man im Saarland, in einem Städtchen an der Luxemburgischen Grenze namens Perl, das nur sehr schwer zu erreichen ist und das niemand kennt. Im Netz war über den Ort und die Zeit der Ministerkonferenz nichts zu erfahren. Unsere Mahnwache wird jedenfalls vor Ort sein. Der saarländische DBSH und so hoffen wir auch die Gewerkschaften werden unsere Aktion unterstützen.

Das Bündnis wird vor Ort dem MinisterInnenkreis eine Aufforderung zu einem Memorandum überreichen, das von den Verantwortlichen, statt dass sie immer weiter mit offenen Augen in die Ökonomisierung und Vermarktlichung hineinrutschen,  ein Nachdenken und Neudenken in der Kinder- und Jugendhilfe fordert.  

Das Bündnis plant, in einer großen Aktion zusammen mit verschiedenen politischen und fachlichen Organisationen und Einzelkämpfern für eine humanistisch orientierte Kinder- und Jugendhilfe auf diesen Aufruf aufmerksam zu machen und für ihn zu werben. 
Es geht darum, sich im Rahmen der Praxis der Kinder- und Jugendhilfe nicht länger instrumentalisieren zu lassen, sondern Klartext zu reden. Das Bündnis fordert ein grundsätzliches Umdenken in der Kinder- und Jugendhilfe, aber ebenso in der Sozialen Arbeit, im Gesundheitswesen, in der Bildung und insgesamt in allen gesellschaftlichen Bereichen und möchte so auch die Öffentlichkeit über die Hintergründe und Folgen gegenwärtiger neoliberaler Politik aufklären.

Solidarität mit den Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst

Wir schließen uns an:

LOGO BKJH

Das Bündnis Kinder- und Jugendhilfe erklärt seine Solidarität mit den Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst und ihren Gewerkschaften für höhere Eingruppierungen.

Hier zum Text

Tarifrunde 2015 TV-L - Warnstreik am Donnerstag in Berlin

Der DBSH Berlin meldet uns:

Sehr geehrte Damen und Herren,

wie Sie bestimmt schon aus den Medien und unserem Newsletter erfahren haben, stehen aktuell Tarifverhandlungen für den TV-L an. Auch für die Mitglieder des DBSH sitzt der dbb mit am Verhandlungstisch und hat für die anstehende Tarifrunde einen Warnstreik für den Donnerstag, 19.02.2015 in Berlin ausgerufen. Den Aufruf finden Sie hier.
Alle Mitglieder, die im öffentlichen Dienst tätig sind und nach TV-L bezahlt werden, können sich an dem Warnstreik beteiligen und haben bei Lohnausfall durch den Streik Anspruch auf 10 Euro Streikgeld pro Stunde. Dafür müssen sich die Betroffenen vor Ort beim Streikleiter des DBSH melden und dort in die Streikliste eintragen. Das Streikgeld wird dann ausbezahlt, wenn ein Nachweis über den Lohnausfall erbracht wurde. Wo Sie den Streikleiter vor Ort finden, werden wir Ihnen spätestens Mittwoch Abend per Mail mitteilen. 
Alle Mitglieder, die nicht im öffentlichen Dienst tätig sind, können natürlich solidarisch an der Kundgebung teilnehmen, haben aber leider keinen Anspruch auf Streikgeld. Trotzdem ist es wichtig, dass auch die Soziale Arbeit bei solchen Veranstaltungen gut vertreten ist, denn die großen Tarifwerke TV-L und TVöD sind maßgebend für die Lohnentwicklung im Allgemeinen. 
In diesem Zusammenhang möchten wir Sie bitten, uns auch immer mitzuteilen, wenn sich Ihr Arbeitgeber ändert. Nur so können wir tätig werden, wenn sich zum Beispiel ein Betriebsrat bei anstehenden Tarifverhandlungen bei uns erkundigt, wieviele Mitglieder wir in einem Betrieb haben. Dabei gilt natürlich immer, dass diese Angaben vertraulich und im Sinne des Datenschutz behandelt werden und entsprechende Anfragen werden nur mit einer Zahl, nicht den Namen beantwortet.
Bei Fragen und Anmerkungen stehe ich Ihnen selbstverständlich zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen,

Sebastian Kiedaisch 

Inklusion - Denkzettel Nr. 5 der Soltauer Initiative

Die Soltauer Initiative hat mit ihrem 5. "Denkzettel" einen sehr interessanten und diskussionswürdigen Beitrag zum Thema: Inklusion veröffentlicht.

Zu diesem Thema gibt es sehr widersprüchliche und sich widersprechende Positonen (vgl. auch die Blogparade vor einigen Wochen in Berlin, an der einmischen teilnahm). Es kommt letztlich darauf an, ob man den Blick mehr auf den Begriff selbst richtet oder aber auf die gegenwärtige soziale Wirklichkeit. Denn hier hat man den Eindruck, dass mal wieder ein schöner und scheinbar alle Probleme dieser Gesellschaft lösender Begriff dazu dienen muss, uns und den Menschn dieser Gesellschaft Sand in die Augen zu streuen. 

Ich behaupte: Inklusion, so wie sie der Begriff verspricht, ist in der gegebenen Gesellschaft und unter den Bedingungen einer neoliberalen Ideologie überhaupt nicht möglich. 

 

Mobile Jugendarbeit: SozialarbeiterInnen wehren sich

Der Kampf mit den Zahlen
Die Messbarkeit sozialer Leistungen und warum es sich lohnt, die Ökonomisierung der Sozialen Arbeit zu hinterfragen

 

Uns erreichte ein interessanter Text, den der Berliner Landesverband des DBSH herausgegeben hat und uns mit der Bitte, ihn zu veröffentlichen, zuschickte. Diesem Wunsch gehen wir sehr gerne nach. 

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