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Gedanken eines Lesers

Gedanken zur Sozialen Arbeit  mit den Klienten in unseren Zeiten unter neoliberalistischem Einfluss                                                                                     oder: ein Diskussionsbeitrag zur Betrachtung der Positionen von Klienten

Ein Beitrag, der uns von Lothar Hellwich-Heuer aus Braunschweig   zugeschickt wurde.  Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Folgender Text entstand im Sommer 2015 aus den Diskussionen, die ich mit KollegInnen, die ebenfalls im Rahmen ihrer Tätigkeit in einem  Jugendamt mit Klienten tätig sind, führte. Die Inhalte sollen den sturen ergebnisorientierten Blick, der sich aus den Bedingungen der Arbeit in der Institution einschleicht, aufweichen, den Blick auf weitere Bedingungen der Arbeit und der Klienten ermöglichen. Bei mir hält sich die Hoffnung, dass damit sich auch die persönliche Haltung und die Strategien, mit denen der einzelne Sozialarbeiter, die Sozialarbeiterin für die Klienten innerhalb der Institution arbeitet, sich sinnvoll verändern können.

Grundannahmen:

Wir nehmen hin, dass die Strukturen unserer Arbeit stetig zu unserem eigenen Nachteil, aber auch zum Nachteil der Klienten verändert werden, während die Recourcen für die eigentliche Soziale Arbeit verknappt werden, wird die zu leistende Arbeit verdichtet, der reine Verwaltungsaufwand steigt stetig an, der eigene Entscheidungs- und Handlungsfreiraum bleibt zunehmend in Verwaltungsvorschriften und -regelungen hängen.

Wir nehmen hin, dass in den „Sozialen Diensten“ sich kaum noch belastbare Teams bilden können, da der Mangel an Recourcen und die Verwaltungsvorgaben und –strukturen eine befriedigende Arbeit behindern, die KollegInnen stark physisch und psychisch belasten, einige KollegInnen daher häufig und/oder stark erkranken, andere KollegInnen nach einer Zeit der Erfahrungen mit der Arbeit im Sozialen Dienst sich in angenehmere Arbeitsfelder flüchten. Daher behindern verhältnismäßig starker Wechsel und häufige belastende Krankheitsvertretungen die Teams.

Wir nehmen hin, dass Hilfemaßnahmen  auf ein Minimum reduziert werden und dieses Minimum als Standard erklärt wird, obwohl nicht wissenschaftlich belegbar ist, dass eine „Hilfe Light“ nachhaltiger und effektiver wirkt als eine „Hilfe intensiv“.

Wir nehmen hin, dass Klienten nicht die erforderlichen Hilfen erhalten, weil ihnen dafür die erforderliche Einsicht fehlt, sie den Bedarf während einer entscheidenden Konferenz  nicht konkret formulieren können.

Viel zu leicht verzweifeln wir an der Unvernunft unsrer Klienten, in unserer Hilflosigkeit kommen wir zu dem Schluss, dass sie an ihrer Misere selber schuld sind und im Grunde genommen keine Hilfen wollen, obwohl wir den Bedarf deutlich wahrnehmen (manche SozialarbeiterInnen sind vielleicht schon nicht mehr in der Lage, den Bedarf wahrzunehmen, wiegeln bereits im Vorfeld der Ermittlung ab).

Mein Klärungsversuch:

Neoliberalismus leitet sich von liberal ab, was eigentlich „frei“ heißt. Im Neoliberalismus als Staats- und Wirtschaftsform ist aber nicht die Freiheit der Menschen gemeint, sondern die Freiheit des Warenaustausches und des Geldmarktes, diese sollen von ihren Zwängen weitgehend befreit werden, um den Nutzen für die Investoren zu maximieren.

Alles, was den Nutzen der Investoren hemmt ist durch die politischen Organe zu minimieren. Dazu gehören Lohnnebenkosten (Kranken, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung) wie auch die Steuersätze auf Unternehmensgewinne und hohe Einkommen. So werden seit vielen Jahren alle Bereiche der Staatsausgaben, in denen aus Sicht der Nutznießer des Neoliberalismus nur Geld verbrannt wird, wie alle Bereiche der Sozialpolitik, der Bildung, der Gesundheitsförderung und der inneren Sicherheit, wirtschaftlich begrenzt und reglementiert. Das vorhandene Steueraufkommen von Bund, Ländern und Kommunen soll vornehmlich so eingesetzt werden, dass es den Investoren nützt, es in Infrastruktur, Wirtschaftsförderung und ggf. in erforderliche berufliche Bildung  investiert wird.

Spätestens seit der Ära des Bundeskanzlers Kohl wird deutlich, dass wir uns von der sozialen Marktwirtschaft in Richtung Neoliberalismus bewegen (erste Krankenkassenreformen und Rentenreformen), begonnen wurde damit aber gewiss schon in der Ära Schmidt. Den richtigen Schub nahm die Entwicklung unter Bundeskanzler Schröder, der unter dem Decknamen „Fordern und Fördern“ bei der Arbeitsmarktreform (Agenda 2010, Harz 4 etc.) über Abstrafen das „Selbst-Schuld-Prinzip“  der Arbeitslosen wieder einführte, wie er auch die von Arbeitslosigkeit bedrohten Mitbürger in den  „Zweiten Arbeitsmarkt“ (Minijobs, Dumpinglöhne, Scheinselbständigkeit) zwang. Ebenso wurden neben weiteren Krankenkassenreformen und die Einführung der Riesterrente  die Staatsausgaben für diese Bereiche entlastet.

Damit Herrn Schröder und seinen Getreuen dies gelingen konnte, musste vorab Oskar Lafontaine, der den Warenmarkt, vor allem aber den Geldmarkt stärker kontrollieren und reglementieren wollte, um damit den Krisen der kapitalistischen Marktordnung besser begegnen zu können, aus der SPD geekelt werden.

Dieses seitdem mit Sanktionen herrschende „Selbst-Schuld-Prinzip“ oder „Für-Dich-Dumm-Gelaufen-Prinzip“ (wer arbeitslos wird, wer sich nicht, zwar sinnlos, aber oft genug bewirbt oder sich nicht in den „Zweiten Arbeitsmarkt“ zwingen lässt, wer in private Rentenversicherung nicht einzahlen kann, wer sein Zahnarztscheckheft nicht ausreichend geführt hat usw.) hat sich durchgesetzt, bis hin in unsere Soziale Arbeit, macht sich breit als Vorgabe der Verwaltung und als Haltung den Klienten gegenüber.  

Dabei haben wir doch vorher gewusst oder mehr geahnt, dass Menschen nicht in der Lage sind, ausreichend rational auf die sich verändernden und meist komplizierter werdenden Bedingungen und Anforderungen zu reagieren. Wir sind zu einem großen Anteil geprägt von unseren Sozialisationseinflüssen, in der unsere Strategien zum Zwecke einer uns befriedigenden Bedürfnisbefriedigung angelegt und eingeübt wurden.

Wer jetzt unter den Anforderungen, die die neoliberale Wirtschafts- und Gesellschaftsform an uns richten, mit seinen in der Sozialisation erworbenen Strategien nicht kompatibel ist, sie nicht ausreichend anpassen konnte, wird soweit aussortiert, dass der durch ihn angerichtete Schaden für den Waren und Geldmarkt so weit wie möglich minimiert werden kann. Dazu gehört auch, dass die Berufsgruppen, die sich mit den aussortierten Menschen befassen, sie zu beruhigen, zu reglementieren und zu beaufsichtigen haben, nicht über zu große Kosten für ihre Arbeit den Waren und Geldmarkt beeinträchtigen.

Die Angst aller noch nicht aussortierten Menschen, vor dem eigenen Scheitern, mit dem Blick auf die Gescheiterten, soll sie ständig motivieren, sich anzupassen. Dies schafft natürlich Stress, dem viele nicht immer gewachsen sind. Auch sie agieren in Stresssituationen dann mit ihren vielleicht auch nicht besonders kompatiblen Strategien. Da sie sich dann die Schuld für ihr Scheitern selber anlasten, brauchen die Nutznießer der neoliberalen Wirtschafts- und Gesellschaftsform keine Angst haben, dass sich wer auflehnt.

Sowohl wir Sozialarbeiter, wie unsere Vorgesetzten, wie unsere Klienten, auch die Politiker, wie auch die führenden Gewerkschafter funktionieren nach dem System sowohl hier wie überall, wo sich der Neoliberalismus durchsetzt (auch in Griechenland, mehr dazu unten).

Heute wissen wir durch die Erkenntnisse der neurobiologischen Forschung, dass wir früher Recht hatten mit der Sozialisationsthese. Die im Körper der Menschen ausschüttbaren Hormone steuern maßgeblich unsere Strategien zum Zwecke der Bedürfnisbefriedigung, dabei nehmen sie auch großen Einfluss nehmen auf unser rationales Denken.  Entscheidend für unsere „Rationalen Gedanken“ und unserer darauf basierenden Handlungsstrategie ist die während der Sozialisation erworbene und dann mehr oder weniger weiterentwickelte Strategie unseres Körpers, zu einer Ausschüttung des alles entscheidenden Glückshormons Dopamin zu kommen, all unser Streben und Handeln soll dazu führen, möglichst oft und möglichst viel Dopamin freizusetzen. Nur dann fühlen wir uns wirklich wohl. Dabei müssen wir erkennen, dass die Strategien, Dopamin freizusetzen, die wir als Kinder erlernten, sich an den damals begrenzten Horizont unserer rationalen Gedanken und Erfahrungen orientierte, und nicht an den heute von uns gestaltbaren Lebensbedingungen unter den heute an uns gerichteten Anforderungen.

In der Praxis funktioniert das so, dass nur wenige  Bedürfnisse der Menschen direkt zu befriedigen sind, alle anderen Bedürfnisse werden über erlernte Kompensationsleistungen  und –strategien befriedigt. Einfache Mittel zum Zwecke der Kompensation sind Essen, Trinken, Sex, Humor, Drogen  usw., dann kommt das Konsumieren von Konsumgütern, nicht zu vergessen sind gemeinsame Ideologien, Religionen, Fan-Tum usw., sportliche Betätigungen, ebenso wie der Konsum von Kultur bis hin zur Erschaffung von Kultur, sowie die Erschaffung von Konsumgut, realen und ideellen Gütern (bei Marx: Vergegenständlichung des Seins als Sinn der Arbeit) , alles ggf. als Gemeinschaftsleistung oder Einzelleistung mit Erfolgsrückmeldung.  Eine hohe Lebensqualität ist erzielbar, wenn es dem einzelnen Menschen gelingt, nachhaltig zu kompensieren, ohne seine wirtschaftlichen Recourcen zu ruinieren oder seine Gesundheit zu gefährden. Daher muss er sich eine individuell ausgewogene Mischung an Kompensationsmöglichkeiten erarbeiten und diese strategisch ansteuern, die sozialen Fähigkeiten des einzelnen Menschen spielen dabei eine große Rolle, da beim Erleben gemeinsamer Erfahrungen/Erfolge in der Interaktion besonders leicht Dopamin freigesetzt werden kann, ohne wirtschaftliche und gesundheitliche Recourcen zu gefährden.

Menschen, denen während ihrer Sozialisation in ihrem Bedürfnis nach Geborgenheit, Liebe und Verständnis (Urvertrauen) ein großer Mangel entstanden ist, werden dann später nicht bei ihren Mitmenschen direkt um Geborgenheit, Liebe und Verständnis nachsuchen, wie sie auch weniger dazu geeignet sind, die Bedürfnisse in der Interaktion mit ihren Mitmenschen zu befriedigen, sie werden eher den erlebten Mangel mit ihren während ihrer Sozialisation in der Mangelerfahrung erlernten Strategien kompensieren, damit sie nicht immer wieder mit ihren Mangelerfahrungen konfrontiert werden. Je nachdem, wie stark der in der Sozialisation erfahrende emotionale Mangel und die reduzierten Kompensations-möglichkeiten dies ermöglichen, lassen sich ungesunde oder wirtschaftlich ruinöse Mischungen an Kompensationsleistungen bis ins Maßlose treiben. Da auch unser rationales Denken durch Hormonausschüttungen beeinflusst ist, entzieht sich häufig die damit verbundene Systematik der Möglichkeit, über Erkenntnis zu einer rational logisch begründeten Regulierung zu kommen.

Hier liegt genau die Problematik vieler unserer Klienten, die Strategien der Bedürfnisbefriedigung sind entweder nicht genügend entwickelt und/oder die wirtschaftlichen Recourcen reichen nicht aus, um ein ausgeglichenes Gefühl an Zufriedenheit zu erzeugen. Der Mangel an Zufriedenheit wird über ruinösen Konsum und/oder ungeeignete Kompensation über emotionale Interaktion innerhalb der Familie ausgelebt. Der in der Familie entstehende Mangel wird von den Kindern erlebt, sie reagieren darauf, werden dann von den Eltern als nervig empfunden und abgeschoben, später in Kita und Schule ausgegrenzt entwickeln sie ebenfalls keine ausreichenden Strategien der Bedürfnisbefriedigung, ein ewiger  Kreislauf.

Aber soll man den Eltern für ihr Handeln die alleinige Schuld zuschieben, sie und ihre Familien mit all den Sanktionen, die unser Sozial- und Gesundheitssystem mittlerweile für diese Menschen bereithält, in die nächste wirtschaftliche Krise hineindrücken? Jede Krise schafft einen enormen Druck, der nur über Kompensationsleistungen ausgleichbar ist (auch ein ewiger Kreislauf).

Im Bewusstsein über diese  Verhältnisse war man vor ca. 50 Jahren schon viel weiter, als Willi Brandt den Slogan herausgab: „Mehr Sozialismus wagen!“, Philosophen der Frankfurter Schule (Habermaß, Adorno) uns über die Verhältnisse des Individuums in der Gesellschaft aufklärte (Essay: Lonely Croud).

Allerdings waren die pädagogischen, psychologischen und politischen  Strategien mit denen damals auf die Misere der individuellen Maßlosigkeit reagiert wurde, noch nicht ausreichend ausgereift. Heute könnte man ganz anders analysieren und eingreifen, zumindest könnte man die ewigen Kreisläufe über Krippe, Kita, Schule, familiäre Hilfen und weitere Institutionen in denen Beziehungsarbeit geleistet wird, unterbinden. Das muss nur gesellschaftlich gewollt sein und mit ausreichenden Recourcen ausgestattet sein.

Eine sich immer wieder in wirtschaftliche und emotionale Krisen hineinarbeitende Familie wird sich nur dann aus der Krisenspirale herausarbeiten können, wenn es gelingt, die Strategie der Bedürfnisbefriedigung sinnvoll zu manipulieren, indem die Dopamin Ausschüttung auf sinnvoll alternativ angelegt Reize reagieren kann und alte, gefährdende Reizauslöser als  solche erkannt mit der Mischung an Hormonen, die Ängste auslösen, belegt werden. Eine Hilfe, die dies bezwecken soll, muss sowohl zeitlich im Umfang wie in der Dauer, als auch professionell reflektiert,  emotional intensiv wirken können. Allein die Bewältigung einer aktuellen Krise ist keine wirkliche Hilfe, verschafft allenfalls eine Verschnaufpause für die Betroffenen.

Auch unter neoliberalen Bedingungen ist also eine „Hilfe light“ keine wirkliche Hilfe und damit für die Gesellschaft langfristig teuer, sie ist damit auch langfristig teurer, wenn die Folgekosten hochgerechnet werden, als mit ausreichenden Recourcen ausgestattete intensive Hilfen.

Auch betrachten sollte man die MitarbeiterInnen in den Sozialen Diensten, wer von ihnen in ihrem Engagement häufig durch Vorgesetzte oder schon durch die eigene Schere im Denken seines eigenen Kopfes über die Verwaltungsstrukturen ausgebremst wird, wer ständig zu seinen eigenen Fällen die Fälle der erkrankten oder geflüchteten KollegInnen mit übernehmen muss, wer den Sinn der eigenen Tätigkeit in Frage stellen muss, weil er zu oft nur für die Aktenführung und die Erfassung der Daten der Familien für die Statistik tätig ist,  wer sich schon oft verloren hat zwischen der telefonischen Erreichbarkeit, den Kriseneinsätzen, der Erfordernis endlich die Berichte für die Gerichte und für anstehende Konferenzen fertigzustellen, also weitgehend im gefährdenden  „Multitasking-Modus“ arbeitet, die/der wird auch schon so seine Schwierigkeiten haben, an die einzig zufriedenstellende Ausschüttung des Dopamins während der Arbeit zu gelangen, die so bei K. Marx benannte „Vergegenständlichung des Seins“ gelingt nicht zufriedenstellend während der regulären Arbeitszeit. Die Kompensation kann dann nur im Freizeitbereich gelingen, solange die sozialen Freizeitkontakte dadurch nicht überfordert werden.

Soweit zur Sozialen Arbeit mit unseren Klienten und uns selbst, bleiben noch die Gedanken über die Maßlosigkeit der Nutznießer der neoliberalen Wirtschafts- und Gesellschaftsform: Auch deren Gier ist letztlich nur Kompensationsstrategie und Kompensationsleistung. Die sind da nicht anders als unsere Klienten in ihrer Maßlosigkeit, sie haben allerdings Strategien entwickelt (oder sie sind ihnen in die Wiege gelegt worden), mit denen sie Recourcen zum Zwecke der Kompensation bei sich konzentrieren können.

Heute werden selbst die superreichen Griechen, die ihr Land ausgepresst haben, ihr Land um die Steuern betrogen haben und ihr Geld vor dem Zugriff der Steuerbehörden ins Ausland gebracht haben, wo es auch hier bei uns neues Geld verdient, durch die Vorgaben der EU geschützt, während die Griechen, die noch in Griechenland leben und arbeiten müssen, keine Reichtümer anhäufen konnten, auf den Schulden des Staates sitzen bleiben, sie bezahlen müssen (das ist schon ein sehr schräges „Selbst-Schuld-Prinzip). Das muss aber aus EU-Sicht so sein, denn wenn, wie von Jannis Varufarkis gefordert, der griechische Staat einen Zugriff auf diese Gelder erhalten hätte und Steuern auf die Gewinne der letzten Jahre aus diesen Geldern erheben könnte, könnte  der griechische Staatshaushalt schneller saniert werden, jedoch währen die Steueroasen (darunter auch Deutschland) der reichen Griechen wirtschaftlich angeschlagen oder ruiniert. Im Interview mit dem Stern berichtete Jannis Varufarkis nach seinem Abgang als Finanzminister über die strikte Ablehnung solcher Maßnahmen durch die EU, besonders durch Schäuble.

Aber auch ohne die Griechen gibt es bei uns viele Nutznießer, die sich vehement dagegen wehren, dass ihr Gewinn beschnitten wird, die darauf drängen, dass sich ihr Gewinn pro eingesetzter Millon vermehrt. Einfluss auf die Politik zu nehmen ist da noch die geringste Methode, um die eigenen Recourcen zu sichern und zu maximieren, daneben wird Schwarzgel ins Ausland gebracht, werden Firmensitze ins Ausland verlegt, werden auf andere Weise Steuerschlupflöcher gesucht und schamlos ausgenutzt, bis hin zu kriminellen Handlungen wie Schmiergeldzahlungen und Betrügereien. Jo Ackermann  hatte zum Beispiel als Vorstand der Deutschen Bank seinen Aktionären einen Gewinn von 25% auf das eingesetzt Kapital versprochen, hinterher mussten, für die von den Bankern der Deutschen Bank begonnen Betrügereien, Strafgelder in Milliarden-Höhe aus der Kasse der Bank gezahlt werden. Ein anderer Wirtschaftslenker versprach seinen Aktionären, einen Autokonzern zum größten Automobilhersteller der Welt zu entwickeln…..(wie sich die Geschichten gleichen).  

Das bei den Nutznießern der neoliberalen Wirtschafts- und Gesellschaftsform rational sinnvolles und gesellschaftlich wünschenswertes Gedankengut dem Ganzen zugrunde liegt, muss wohl scharf bezweifelt werden (erinnert wird hier an weitere „erfolgreiche Stützen“ unserer Gesellschaft wie neben den bereits genannten, Peter Harz, Gerhard Schröder, Ulli Hoeneß und weitere Steuersünder der letzten Jahre).

Zudem ist es ein Irrglaube, zu denken, dass bei einem Millionär, der sein Vermögen verdoppeln kann, hundert Mal mehr Dopamin freigesetzt wird, als bei einem Sozialarbeiter, der nach einem erfolgreichen Tarifstreit 10000 Euro jährlich mehr an Einkommen verzeichnen kann. Der Millionär wird darüber hinaus in der ständigen Angst leben, dass beim nächsten Börsencrash sein Geld verbrennen könnte (da wird der Griff zur Pillendose mit den Betablockern erforderlich, um das Adrenalin in den Griff zu bekommen, mein Mitleid sei euch gewiss!).

Weiterführende Medienempfehlungen:

Kai-Uwe Kling: Die Känguru Offenbarung Teil 1, 2 und 3 ,am besten als Hörbuch, auf dem Weg zur  und von der Arbeit entspannt  das ungemein und setzt viel und häufig Dopamin frei, wie der Kleinkünstler (das hört er nicht gerne) K-U Kling auch über die Gestaltung eines Netzwerkes eine Offenbarung anbietet.

Rio Reiser: von der LP/CD Rio Reiser 1 das Lied „Menschenfresser“

www.einmischen.de Forum kritische Sozialarbeit

http:/memorandumjugendhilfe.de

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