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Programm

1. Tag 10.10.14

 

11 Uhr

                             

Begrüßung

 

11.15 – 12.00 Uhr

Dagmar Paternoga (Dipl. Sozialarbeiterin, Psychotherapeutin, attac):
Machtverhältnisse und Interessenskonflikte in der Sozialen Arbeit heute
Hintergründe und Möglichkeiten des Widerstands


In der Sozialen Arbeit hat die Ökonomisierung längst Einzug gehalten, Sozialabbau, der “schlanke Staat” sind die Stichworte. Soziale Arbeit steht unter Kostendruck und den Auswirkungen des Neoliberalismus. Wenn wir Gegenwehr leisten wollen, müssen wir wissen, wie all die Zumutungen entstanden sind und was sie bezwecken.
Attac versuchte bereits 2001 eine Kampagne unter dem Motto “Gesundheit ist keine Ware” zu initiieren, damals weitgehend ohne Erfolg, da sich niemand die Auswirkungen des Neoliberalismus auf unser Gesundheitssystem vorstellen konnte. Heute 2014 haben wir mehr Privatkliniken aufzuweisen als die USA. 

 

12.00 – 12.45 Uhr

Mechthild Seithe (Dipl. Sozialarbeiterin, Dipl. Psychologin; UFo, DBSH)
Was bedeutet „politisch sein“ in der Sozialen Arbeit
Gelegenheiten, Voraussetzungen und Handlungsebenen für eine politisierte Soziale Arbeit 


Ob sie sich anpasst oder ob sie sich wehrt, ob sie sich als reines Ausführungsorgan des Systems begreift oder ob sie versucht, sich aus ihrer Profession heraus für Menschen einzusetzen und sich gegen unzureichende Bedingungen für die Ausübung ihrer Kunst zu wehren - Soziale Arbeit ist immer politisch, so oder so. Wir können uns dieser Tatsache nicht entziehen. Deshalb ist es unsere Chance, bewusst und aktiv politische Position gegen die derzeitigen neoliberalen Zumutungen zu beziehen.
Es gibt ganz unterschiedliche Ebenen und Wege, als SoziarbeiterInnen, politisch zu handeln. Man kann sich in der Freizeit berufspolitisch und gesellschaftspolitisch engagieren und sich organisieren. Politischer Widerstand aber müsste schon im Arbeitsalltag anfangen.

12.45 – 13.15 Uhr

Frigga Haug (Sozialwissenschaftlerin)
Die Vier-in-Einem-Perspektive
 Ein gesellschaftliches Gegenkonzept


Das gesellschaftliche Sein der Menschen teilt sich in nach Frigga Haug in vier Bereiche: Erwerbsarbeit, Familienarbeit („Sorgearbeit um sich und andere“ F. Haug), Kulturarbeit (Kunst und Wissenschaft) und „Gemeinwesenarbeit“ (Politik). Die meisten Menschen kommen in dieser Welt nur als „Arbeitnehmer“, Konsumenten und Wähler vor – und Frauen zudem noch zuerst und allein als „Sorgearbeiterinnen“ in den diversen tradierten Rollenbildern (Mutter, Krankenschwester, „Sozialtante“ …). Die „Vier-in-Einem-Perspektive“ weist aus diesen starren Rollen- und Machtzuordnungen heraus in eine andere, mögliche Welt – in der sich alle in allen vier Bereichen, Produktion, Reproduktion, Kultur und Politik, gleichermaßen einbringen und entfalten. Dabei zeichnet Frigga Haug aber nicht nur eine konkrete Utopie, sondern vertieft die Anforderungen an eine emanzipatorische und „radikale Realpolitik“.

 

13.30 - 14.15 Uhr

Mittagspause

 

14.30 - 17.00 Uhr

Workshops

 

17.00 - 18.00 Uhr

Worldcafé und Gespräche

 

ab 18 Uhr

offener Abend

 

 

2. Tag 11.10.14

 

10 Uhr

Ankommen

10.15 - 11.00 Uhr

Maren Schreier (MA Sozialarbeiterin, Bremer Bündnis, BISA-Institut, AKS)
Raus aus der (Selbst-)Beschränkung!
Warum es wichtig ist, über den Tellerrand zu schauen


Wer bestimmt eigentlich, in welche Richtung sich Gesellschaft entwickelt?
Soziale Arbeit ist hier eine Akteurin unter vielen, allerdings nicht sehr durchsetzungsstark. Das lässt sich ändern! Ein Blick über den Tellerrand zeigt: Wir sind nicht die Einzigen, die dem neoliberalen Aktivierungs- und Ökonomisierungswahn Paroli bieten (wollen). Soziale Bewegungen, Studierende oder Berufsgruppen wie z.B. Pflegekräfte und Hebammen skandalisieren die gegenwärtigen Entwicklungen - lautstark, kreativ, hartnäckig. Es ist an der Zeit, sich strategisch-solidarisch zu verbünden!

 

11.30 - 13.00 Uhr

Workshops

 

13.00 - 13.45 Uhr

Mittagspause

 

14.00 - 15.15 Uhr

Plenum: Strategien und Gegenwehr; Ergebnisse aus den Arbeitsgruppen

 

15.30 - 16.00 Uhr

Abschlussrede:
Inge Hannemann
(Dipl. Fachjournalistin (FJS), Aktivistin, freigestellte Jobcenter-Mitarbeiterin)
Wo Verstöße gegen das Grundgesetz zu Recht werden, wird Widerstand zur Pflicht! -
Schlussworte zur Tagung Gegenwehr

Inge Hannemann ist mit ihren Kenntnissen und Ihrer Meinung über Ungerecht und Verstöße gegen das Grundgesetz an die Öffentlichkeit gegangen, hat die Verhältnisse angeprangert, hat ihren Job verloren, eine Petition gestartet, vor dem Bundestag und der Presse gesprochen. Ihr Widerstand und ihre Zivilcourage sind beispielgebend und macht Mut!