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Workshops

Workshop 1

    

Johanna Peitsch,

Julia Forgber

 

Parteilichkeit als Praxiskonzept der Kinder- und Jugendhilfe
Der kritische Blick auf gesellschaftliche Verhältnisse am Beispiel der Mädchenkrisenarbeit


Als Gegenkonzept zur Interessen geleiteten Parteinahme bürgerlicher Wissenschaft, entstand zu Beginn des 20. Jahrhunderts das von marxistischen TheoretikerInnen entwickelte Parteilichkeitskonzept.
Innerhalb der bestehenden Strukturen zielt eine parteiliche Haltung nach wie vor auf die Veränderung der Unterdrückungsverhältnisse ab, unter denen die Würde des Menschen fortdauernd angetastet wird. Die Analyse der strukturellen Ungleichheiten ist sowohl ein wichtiger Ansatzpunkt kritischer Forschung als auch fester Bestandteil parteilicher, sozialpädagogischer Praxis, die sich dafür einsetzt, die Reproduktion der Unterdrückungsmomente so weit möglich zu vermeiden.
Wie das emanzipatorische Potential der Sozialpädagogik entfaltet werden kann, soll in diesem Workshop am Beispiel der Mädchenkrisenarbeit aufgezeigt und diskutiert werden.

Peitsch, Dr. phil. Johanna ,1977, Dipl.-Psychologin, Promotion über feministische Mädchenarbeit, Mitarbeiterin im Mädchennotdienst von Wildwasser e.V. 

Forgber, Julia , 1978, Sozialarbeiterin/ -pädagogin B.A., Mitarbeiterin im Mädchennotdienst von Wildwasser e.V.

Workshop 2

 
Kerstin Kubisch-Piesk,

Katrin Laaß
 

Kinderschutz braucht Kinderschützer -
Widerstand in den Jugendämtern an Hand eines Beispiels aus Berlin


Noch nie stand das Jugendamt (RSD/ASD) so in der Öffentlichkeit wie in den letzten Jahren. Der Druck auf die KollegInnen kommt von allen Seiten der Gesellschaft. Alle kennen mediale Vorwürfe wie: „Die Familie war dem Jugendamt bekannt……“ oder „Das Jugendamt hat versagt…“
Die Arbeit in den Regionalen Diensten hat sich in den letzten Jahren immer mehr verdichtet. Es gibt einen ansteigenden Personalmangel, es fehlt die Zeit für sozialpädagogische Arbeit und für Reflexion. Die Konzentration auf den Kinderschutz macht aus dem RSD/ASD eine reine Feuerwehrarbeit.Um auf diese schlechten Bedingungen aufmerksam zu machen und Veränderungen durchzusetzen, haben wir im Jugendamt Mitte in der Grüntaler Str. 21 Ende 2013 mit der Aktion “Weiße Fahnen“ symbolisch unsere Kapitulation unter den gegebenen Bedingungendemonstriert.
Diese und andere Aktion haben uns gezeigt, wie wichtig es ist, dass wir uns zusammen tun und weiterhin für bessere Bedingungen kämpfen, damit wir in der Lage sind, die an uns gestellten Aufgaben gemeinsam mit den Familien zum Wohle der Kinder zu bearbeiten. Im Workshop soll es um einen Austausch gehen und um konkrete Verabredungen, wie wir uns vernetzen können.

Kubisch-Piesk, Kerstin, 1967 Kindergärtnerin und Dipl. Sozialarbeiterin/ -pädagogin, Kindergarten, Familienfürsorge, Familienhilfe, soziale Gruppenarbeit, Jugendamt RSD, z.Zt. Netzwerkkoordinatorin Frühe Hilfen im Jugendamt Mitte von Berlin

Laaß,  Katrin, 1987, Sozialpädagogin B.A., Familienratskoordinatorin, Familienhilfe, Soziale Gruppenarbeit, fallunspezifische Projektarbeit, z.Zt. RSD im Jugendamt Berlin-Mitte

Workshop 3  
Rodolfo Bohnenberger, 

Ingrid Spohr
 

 Bewegen - Vernetzen - Aufmischen Sozialpolitische Einmischung und Bündnispolitik vor Ort am Beispiel des Bremer Bündnisses Soziale Arbeit


Das Bremer Bündnis ging im Frühjahr 2011 aus einer Initiative von PratikantInnen der Sozialen Arbeit im Anerkennungsjahr mit dem Ziel der Verbesserung der (Arbeits-) bedingungen in der Sozialen Arbeit hervor. Für das Bündnis heißt das:  
Bewegen: Fehlentwickungen in der Bremer Sozialpolitik und der Sozialen Arbeit sollen benannt, kritisiert und Alternativen fachlich kommentiert werden.  
Vernetzen: Dem Bündnis gehören Gewerkschaften, Wissenschaftler*innen, Studenten*innen, sowie verschiedenste Akteure und Beschäftigte in der Sozialen Arbeit an.  Diese vernetzen sich miteinander und kooperieren gleich-zeitig mit anderen regionalen und überregionalen Bündnissen.
Aufmischen: In der Bremer Region sichtbar und wirksam werden durch kreative Aktionen, Fachtage, Abendgespräche, Podiumsdiskussionen, Flashmobs, fachliche Stellungnahmen und Presserklärungen.  
Dazu braucht es engagierte Menschen und eine strukturelle und inhaltliche Basis, über die wir im Detail sprechen wollen. 

 

Bohnenberger, Rodolfo, 1952, Dipl. Sozialpädagoge, Familientherapeut, ambulante Hilfen, derzeit Jugendhilfeträger in Bremen, engagiert in einer ver.di Betriebsgruppe

Spohr, Ingrid, 1970, B.A. Soziale Arbeit, Offene Kinder- und Jugendarbeit, derzeit Kinder- und Jugendfarm Bremen

Workshop 4

 

Hannes Wolf

 

Katharina Schnabel

 

Laura Fricke

 

Henry Block

 

Prekäres Praktikum – nicht mit uns
StudentInnen setzen sich zur Wehr


Studierende der drei Berliner Hochschulen für Sozialwesen haben sich zusammengeschlossen um auf prekäre Verhältnisse von Studierenden aufmerksam zu machen. Denn "0 € sind nicht genug!" für ein fünf monatiges Vollzeit-Praktikum. Als selbstorganisiertes Netzwerk politisch Einfluss nehmen, heißt Strategien entwickeln und umsetzen. 

 Der Workshop wird zum einen den Prozess der Initiative nachzeichnen und andererseits Raum für Austausch über Strategien, Ansätze und Erfahrungen geben. 
Gegenwehr heißt bei uns, sich mit Empowerment und politischer Einflussnahme/ Interessenvertretung/ Lobbyarbeit zu befassen.  

Wolf, Hannes, 1987, B.A. Soziale Arbeit, Jugendhilfe, derzeit in der Ausbildung zum Diakon

Schnabel, Katharina, 1982, M.A. Germanistik und Theaterwissenschaften, derzeit Studium der sozialen Arbeit, Betreutes Einzelwohnen für Menschen mit Beeinträchtigung; Mitarbeit an einem Forschungsprojekt zu sexualisierter Gewalt in Institutionen.

Fricke, Laura, 1985, staatl. gepr. Fremdsprachenkorrespondentin, angehende B.A. Soziale Arbeit.

Block, Henry, 1989, Erzieher und Student der Sozialen Arbeit,
Wohnungslosenhilfe und Jugendhilfe.

Workshop 5

 

Mechthild Seithe

 

Whistleblower-Projekte:
Öffentlich machen, was wirklich läuft!


Verwaltung, freie Träger und Politik auch viele Träger sind nicht daran interessiert, dass Fachleute der Sozialen Arbeit ihren prekären Arbeitsalltag offen legen. Wir meinen: Nur deshalb, kann sich das Märchen von der im Grunde funktionierenden Sozialarbeitslandschaft halten. Damit aber fällt man uns und unseren KlientInnen in den Rücken.Ausgehend von dem 2013 erschienenen Buch „Das kann ich nicht mehr verantworten“, in dem 58 KollegInnen aus verschiedenen Berufsfeldern der Sozialen Arbeit Klartext geredet haben über das, was sie in ihrem Arbeitsalltag erleben, wollen wir im Workshop Strategien entwickeln, wie wir öffentlich machen können, was in der Sozialen Arbeit wirklich los ist und wie wir diese Tatsachen verbreiten können.

Seithe, Mechthild, 1948, Dipl.-Sozialarbeiterin, Dipl.-Psychologin, Prof. Dr. phil, Jugendhilfe und Beratung , 18 Jahre Lehre FH Jena, seit 2011 emerit., Mitgründerin des Unabhängigen Forums kritisch Soziale Arbeit Berlin, Verfasserin des „Schwarzbuch Soziale Arbeit“ 
Workshop 6  

Renate Schernus,

Horst Börner

 

 

Gegen die Ökonomisierung in der Psychiatrie und Psychosomatik
Die Initiative gegen das pauschalierende Entgeltsystem


„Man kann die Welt nicht alleine retten, man muss mindestens zu dritt sein.“
In der Initiative gegen das pauschalierende Entgeltsystem (PEPP) kämpfen wir gegen die Ökonomisierung im Gesundheitswesen, die jetzt auch auf die Psychiatrie und die Psychosomatik übergreift.
Wir wehren uns gegen die Einteilung von psychisch kranken Menschen in Fallgruppen und einen pauschalen Umgang mit ihnen.
Wir wehren uns dagegen, dass die Anreize zu Wettbewerb und Profitorientierung zu Lasten von PatientInnen, Angehörigen und GesundheitsarbeiterInnen gehen.
Die Soltauer Initiative hat sich mit anderen Sozialen Initiativen verbündet, eine Petition Betroffener nach Kräften unterstützt und mit Presse- sowie sonstiger Öffentlichkeitsarbeit gegen die Einführung des PEPP gekämpft.
Wie es dazu kam, wie die Politik darauf reagiert hat, was schließlich daraus geworden ist und was man daraus lernen kann – darum soll es in diesem Workshop gehen.

Schernus, Renate, 1942, Psychologische Psychotherapeutin, Psychiatrie, derzeit u. a. Beschwerdestelle, Supervision, Redaktionsarbeit, Soltauer Initiative

Börner, Horst, 1949, Dipl.-Psychologe, langjährige Arbeit in der Psychiatrie, aktiv im Sozialforum Bielefeld und in der Soltauer Initiative 

Workshop 7  

Katrin Zeller,

Jens Brand

 

Gemeinsam aktiv gegen die Verwahrung wohnungsloser Familien in Einrichtungen nach ASOG
Ein Recht auf Wohnen ist im Grundgesetz nicht vorgesehen. Wohl aber das Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit, auf Würde und auf den Schutz der Kinder.


Mangelnde Wohnraumversorgung, zunehmende Wohnungslosigkeit und drohende Obdachlosigkeit - zunehmend betroffen: Familien! 

Die etablierten Zustände:
Einrichtungen nach ASOG* bestehen seit Jahren. Nur noch selten stehen diese Einrichtungen in der Kritik. Menschen die obdachlos sind, werden in diesen Unterkünften mit Minimalstandards untergebracht und verwahrt. Diese Form der Verbringung ist herabwürdigend.
Da der Zugang der Betroffenen zum Wohnungsmarkt ohne Unterstützung kaum noch möglich ist und die Begleitung im System gem. der Richtlinien nach ASOG nicht vorgesehen ist, besteht die Brisanz darin, dass sich eine nachhaltige Problemvielfalt für Eltern und Kinder verstetigt. Die Sicherstellung der Ordnung im Gebäude übernehmen Sicherheitsdienste - dies ist kein Kinderschutz, dies ist auch keine Perspektiventwicklung, sondern Kasernierung und Konzentration von Menschen, denen der Zugang zur Teilhabe an der Gesellschaft und dem Hilfesystem verwehrt wird.
 Dieser Entwicklung müssen wir uns entgegenstellen – gemeinsam!
Ziel des Workshops ist es, tragfähige Gegenmodelle auf Grundlage der Sozialgesetzgebung weiter zu entwickeln.
Im Kontext dieser Thematik werden auch die Auseinandersetzungen mit den Grundlagen und Zuständen der Einrichtungen für Asylbewerber und Flüchtlinge relevant.
____________________________________
*ASOG: Allgemeines Sicherheits- und Ordnungsgesetz Berlin (ein Polizeigesetz)

 

Zeller, Katrin, 1971, Dipl.-Sozialarbeiterin/ -pädagogin und Gruppentrainerin, seit 15 Jahren in der Wohnungslosen- und Straffälligenhilfe tätig

Brand, Jens, 1982, Sozialarbeiter B.A., arbeitet in der Wohn- und Suchthilfe, aktiv im Arbeitskreis Kritische Soziale Arbeit in Berlin seit 2009

Workshop 8  
Michael Klundt,

Katrin Reimer,

Matthias Heintz
  Kritische Soziale Arbeit als Thema an der Hochschule
Die kritische Wissenschaft an der Seite der kritischen Praxis?!

Anliegen unserer wissenschaftlichen Ausbildungsstätten sollte es sein, dass die Studierenden der Sozialen Arbeit später in der Praxis Widerstand leisten können gegen all jene Verflachungen und Zumutungen, die ihnen in der Praxis begegnen werden.
Es stellt sich somit die Frage, ob wir als HochschullehrerInnen dazu bereit sind, mit unseren StudentInnen in eine inhaltliche Auseinandersetzung einzutreten, die sich mit dem neoliberalen Transformationsprozess, mit einer Kapitalismuskritik und den Folgen des New Public Management befasst.
Gemeinsam wird im Workshop über Ideen für eine praktische und strukturelle Zusammenarbeit der sich in diesem Sinne engagierenden WissenschaftlerInnen diskutiert. Im Fokus muss dabei auch eine Verbindung mit der kritischen Praxis Sozialer Arbeit stehen.

Michael Klundt, Prof. für Kinderpolitik im Studiengang Angewandte Kindheitswissenschaften der Hochschule Magdeburg-Stendal; BdWi

 

Katrin Reimer, Prof. der Hochschule Magdeburg-Stendal;  Sozialwissenschaftlerin

Matthias Heintz, Dipl.-Pädagoge, systemischer Familientherapeut, seit 19 Jahren in der Kinder- und Jugendhilfe (Erziehungsberatung) tätig sowie in freier syst. Praxis, seit 2004 Lehrauftrag an der Hochschule Magdeburg-Stendal

Workshop 9

    
Björn Redmann,

Christiane Löffler
 

  Ombudschaft in der Jugendhilfe -
Ermächtigung der Ratsuchenden zur Widerständigkeit?!


Seit mehreren Jahren ist zu beobachten, dass die Schere zwischen Bedürfnissen und gewährten Jugendhilfeleistungen im Hilfe zur Erziehungs-Bereich auseinandergeht -  Ungerechtigkeiten in der Leistungsgewährung nehmen zu.  An mittlerweile dreizehn Standorten in der BRD haben sich Initiativen gegründet, die Kinder, Jugendliche und Familien bei der Durchsetzung ihrer Rechte gegenüber den Jugendämtern unterstützen. Dieser Workshop thematisiert den sozialpolitischen Auftrag der Ombudstellen neben der Beratung für betroffene Menschen und fragt danach, inwieweit Ombudschaft in der Jugendhilfe widerständigen Charakter entwickeln und haben kann – gerade auch in einer ermächtigenden Arbeit mit Ratsuchenden.

Redmann, Björn, 1978, Dipl.-Sozialarbeiter/ -pädagoge, Masterstudium, seit elf Jahren in der Kinder- und Jugendhilfe (Hilfen zur Erziehung, Jugendarbeit, Jugendverbandsarbeit und Straffälligenhilfe), Projektkoordinator im Kinder- und Jugendhilfeverein Dresden e.V.

Löffler, Christiane, 1989, Soziale Arbeit B.A., Masterstudium Soziale Arbeit, CORAX - Fachmagazin für Kinder- und Jugendarbeit in Sachsen, Arbeitskreis Kritische Soziale Arbeit Dresden, Kinder- und Jugendhilferechtsverein e.V. in Dresden, Projektarbeit mit Fokus Beteiligungsprojekte

Workshop 10

 

Simone Heintz

  Einzelfall- und Familienhelferinnen organisieren sich
Lobbyschaffen für bessere Arbeitsbedingungen und Arbeitsverhältnisse

Es gibt kaum einen anderen Bereich innerhalb der Sozialen Arbeit in dem ein so hohes Maß an Verantwortung auf den KollegInnen lastet und gleichzeitig derart prekäre Arbeitsverhältnisse und Arbeitsbedingungen vorherrschen. In diesem Bereich ist die Dominanz der neoliberalen Verwaltung über unsere Fachlichkeit gerade zu erdrückend.
Das zeigt sich darin, dass die KollegInnen in einem hohen Maße isoliert voneinander handeln müssen, es keine berufspolitische Arbeitsgemeinschaft und keinen einen regelmäßigen fachlichen Austausch über die Träger und die Regionen hinweg gibt.
Das sollten wir ändern.
In dem Workshop wollen wir gemeinsam Strategien und Ideen entwickeln, welche Schritte für eine Organisierung der Einzel- und FamilienhelferInnen möglich und nötig sind und wie wir diese Schritte konkret umsetzen können.

Heintz, Simone, 1968, Dipl.-Pädagogin, Familienhilfe, Kinderpsychodrama, derzeit Familienhilfe im Kontext psychisch kranker Eltern, Nordhessen 

Workshop 11

 
Jürgen Malyssek
 
Gegen Ausgrenzung und Stigmatisierung!
Die Wohnungslosenhilfe als Seismograph gesellschaftlicher Schieflagen und Anwalt der Armen
Der Zielsetzung neoliberaler und arbeitsmarktorientierter Sozialgesetzgebung (Hartz IV) zum Trotz, bleibt der berufsethische Auftrag der Sozialen Arbeit in der Wohnungslosenhilfe das Handeln gegen Ausgrenzung und die Bekämpfung sozialer Not.
Die neoliberale Sozialpolitik hat es innerhalb weniger Jahre geschafft, das gesellschaftliche Klima zu vergiften und auf dem Rücken der Schwächeren Ressentiments und Menschenfeindlichkeit zu verbreiten. Gerade weil die Wohnungslosenhilfe durch die Agenda 2010, den „aktivierenden Sozialstaat“ und den damit verbundenem Zeitgeist (Sanktionsdruck, Demütigung der Arbeitslosen, Renaissance des Zwangs, usw.) gezwungen ist, einen Spagat zu machen zwischen ihrer parteilichen Funktion und der notwendigen Bereitschaft zur Kooperation mit den Einrichtungen und Ämtern, die in diesem Kontext zuständig sind, muss sie im Denken und Handeln ihre Fachkompetenz mit aller Konsequenz für die betroffenen Menschen in die Waagschale werfen. Die Wohnungslosenhilfe arbeitet mit denen, die auf der Strecke geblieben sind und sie kämpft gegen die Verachtung sozial benachteiligter Menschen. Wie das umgesetzt werden kann, ist Thema des Workshops.
 
Malyssek, Jürgen, 1945, Dipl.-Sozialpädagoge und Sozialtherapeut;
fast 30 Jahre tätig in Wohnungslosenhilfe, Schuldnerberatung
und Gemeinwesenarbeit; zuletzt Fachreferent beim Caritasverband Limburg,
Buchveröffentlichung zur Situation wohnungsloser Menschen 

Workshop 12

 

Inge Hannemann

 

Bis hierhin und nicht weiter
Wenn Parteilichkeit zur Verweigerung zwingt


Ausgangspunkt für die Arbeit in diesem Workshop ist Inge Hannemanns eigene Erfahrung, was passiert, wenn man die Mittäterschaft verweigert:
 Ihr Anliegen ist die Abschaffung sämtlicher Sanktionen für Hartz-IV-Empfänger. Staatliche Zuschüsse werden gekürzt, wenn Arbeitslosengeld II Bezieher einen Termin im Jobcenter verpassen oder ein Stellenangebot ausschlagen. Das verstößt eklatant gegen die Menschenwürde, weil Betroffene in ihrer Existenz bedroht werden und nicht am gesellschaftlichen Leben teilhaben können. Inge Hannemann hat diese Verhältnisse öffentlich angeprangert. 
Im Workshop werden Überlegungen angestellt, wo die Grenzen der Zumutbarkeit für unser Mittun liegen und welche Möglichkeiten bestehen, diese Situation zum Politikum zu machen. Ist eine Umsetzung der Verwaltungsethik machbar und gewollt? Wo trifft Verwaltungsethik auf Loyalität gegenüber dem Arbeitgeber? Gibt es Grenzen im Widerstand und wenn ja, welche Grenzen sind zu beachten?

Hannemann, Inge, 1968, Dipl.-Fachjournalistin (FJS), Aktivistin, freigestellte Jobcenter-Mitarbeiterin, Referentin: Arbeitsmarktpolitik, Soziales, Jugendhilfe