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Allgemeiner Sozialdienst


Beiträge, die sich mit der Situation des Allgemeinen Sozialen Dienstes befassen

Redaktion: Kerstin Kubisch-Pisk


Pressemitteilung BAG/ASD/KSD

Pressemitteilung

Kiel, 9. Oktober 2012

 

Zunehmende Angst vor den Jugendämtern behindert den Kinderschutz

 

Die BAG ASD/KSD stellt eine zunehmende Angst der Bevölkerung vor einer Kontaktaufnahme zu den Jugendämtern fest.

Die Diskussion um vernachlässigte und misshandelte Kinder führt bereits seit längerer Zeit zu einer verstärkten Kritik an der Arbeit Sozialer Dienste in den Jugendämtern. Aktuelles Beispiel ist der Fall eines im Kellerraum aufgefundenen, vernachlässigten Kindes im Kreis Segeberg (Schleswig-Holstein). Jeder dieser Fälle ist sorgfältig zu prüfen. Die Öffentlichkeit und beteiligte Personen haben ein Recht darauf, dass gegebenenfalls deutlich werdende Schwachstellen im Kinderschutzsystem und Fehlverhalten von Beteiligten nachgegangen wird und Maßnahmen der Fehlervermeidung ergriffen werden.

„Die pauschale Kritik an der Jugendhilfe und der Ruf nach einem stärkeren Eingriff der Jugendämter, wie anlässlich der Vorkommnisse im Kreis Segeberg geäußert, nehmen zu“, so Ingrid Gissel-Palkovich, Professorin für Soziale Arbeit an der Fachhochschule Kiel. Insbesondere seitens der Politik werden Forderungen nach neuen gesetzlichen Regelungen, unangemeldeten Hausbesuchen, schärferen Eingriffen und dem verstärkten Einsatz von Hebammen laut. Diese Forderungen werden das eigentliche Ziel - die Stärkung des Kinderschutzes – verfehlen.

Im Gegenteil: Sie tragen zu Verbreitung und Verfestigung von Ressentiments gegenüber den Jugendämtern und den dort tätigen Fachkräften in der Bevölkerung bei, erschweren somit den Zugang zur Jugendhilfe und behindern den Kinderschutz.

Die Sozialen Dienste der Jugendämter haben die Aufgabe, Eltern und ihre Kinder dort zu unterstützen, wo Hilfe notwendig ist. Dies erfolgt vor allem durch beratende und unterstützende Hilfen bei der Erziehung, wie etwa in Form einer ambulanten Familienhilfe. Besteht hingegen eine Gefahr für das Wohl eines Kindes, so haben die Jugendämter einen Schutzauftrag, dem sie konsequent, aber auch dem Einzelfall angemessen, nachkommen - etwa durch die sofortige Inobhutnahme eines Kindes.

Der schwierige Abwägungsprozess zwischen Hilfe durch Unterstützung und Hilfe durch Intervention ist die tägliche Arbeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Sozialen Diensten der Städte und Kreise in unserem Land. Die damit verbundenen Anforderungen sind in den letzten Jahren sowohl quantitativ als auch qualitativ erheblich gestiegen:

Weiterlesen: Pressemitteilung BAG/ASD/KSD

Pressemitteilung BAG/ASD/KSD

Pressemitteilung

Kiel, 9. Oktober 2012

 

Zunehmende Angst vor den Jugendämtern behindert den Kinderschutz

 

Die BAG ASD/KSD stellt eine zunehmende Angst der Bevölkerung vor einer Kontaktaufnahme zu den Jugendämtern fest.

Die Diskussion um vernachlässigte und misshandelte Kinder führt bereits seit längerer Zeit zu einer verstärkten Kritik an der Arbeit Sozialer Dienste in den Jugendämtern. Aktuelles Beispiel ist der Fall eines im Kellerraum aufgefundenen, vernachlässigten Kindes im Kreis Segeberg (Schleswig-Holstein). Jeder dieser Fälle ist sorgfältig zu prüfen. Die Öffentlichkeit und beteiligte Personen haben ein Recht darauf, dass gegebenenfalls deutlich werdende Schwachstellen im Kinderschutzsystem und Fehlverhalten von Beteiligten nachgegangen wird und Maßnahmen der Fehlervermeidung ergriffen werden.

„Die pauschale Kritik an der Jugendhilfe und der Ruf nach einem stärkeren Eingriff der Jugendämter, wie anlässlich der Vorkommnisse im Kreis Segeberg geäußert, nehmen zu“, so Ingrid Gissel-Palkovich, Professorin für Soziale Arbeit an der Fachhochschule Kiel. Insbesondere seitens der Politik werden Forderungen nach neuen gesetzlichen Regelungen, unangemeldeten Hausbesuchen, schärferen Eingriffen und dem verstärkten Einsatz von Hebammen laut. Diese Forderungen werden das eigentliche Ziel - die Stärkung des Kinderschutzes – verfehlen.

Im Gegenteil: Sie tragen zu Verbreitung und Verfestigung von Ressentiments gegenüber den Jugendämtern und den dort tätigen Fachkräften in der Bevölkerung bei, erschweren somit den Zugang zur Jugendhilfe und behindern den Kinderschutz.

Die Sozialen Dienste der Jugendämter haben die Aufgabe, Eltern und ihre Kinder dort zu unterstützen, wo Hilfe notwendig ist. Dies erfolgt vor allem durch beratende und unterstützende Hilfen bei der Erziehung, wie etwa in Form einer ambulanten Familienhilfe. Besteht hingegen eine Gefahr für das Wohl eines Kindes, so haben die Jugendämter einen Schutzauftrag, dem sie konsequent, aber auch dem Einzelfall angemessen, nachkommen - etwa durch die sofortige Inobhutnahme eines Kindes.

Der schwierige Abwägungsprozess zwischen Hilfe durch Unterstützung und Hilfe durch Intervention ist die tägliche Arbeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Sozialen Diensten der Städte und Kreise in unserem Land. Die damit verbundenen Anforderungen sind in den letzten Jahren sowohl quantitativ als auch qualitativ erheblich gestiegen:

So leisten die Jugendämter in einer großen Anzahl von Familien auf Antrag der Eltern Hilfen in ambulanter, teilstationärer und stationärer Form, und das insbesondere bei denen, die von sich aus kaum in der Lage sind, eigenständig Hilfen zu erschließen – Kinder im Alter unter 6 Jahren.

Betrug die Anzahl begonnener Hilfen (zur Erziehung) 2005 noch 63 Hilfen je 10.000 der unter 6-jährigen, waren dies 2010 schon 108 Fälle; ein Anstieg von über 70 % (KOMDAT; akjstat, 3/11, S.5).

Auch bei den vorläufigen Schutzmaßnahmen gibt es eine deutliche Steigerungsrate. Wurden 2005 noch 25.664 Kinder und Jugendliche durch die Jugendämter in Obhut genommen, also vorläufig außerhalb der eigenen Familie untergebracht, waren dies 2011 schon 38.456; davon 28.429 auf der Grundlage einer festgestellten Gefährdungssituation (KOMDAT, akjstat, 2/12, S.10).

Die Zahlen verdeutlichen den immensen Aufgabenzuwachs der Jugendämter in den letzten Jahren und belegen, dass diese in der Regel ihrem Auftrag von Prävention und Intervention verantwortlich nachkommen.

„Die Arbeit der Sozialen Dienste ist Arbeit in einem Hochrisikobereich“, erläutert Anselm Brößkamp, Leiter eines sozialen Dienstes in Schleswig- Holstein. In zum Teil hochbelasteten Familiensystemen kann es immer wieder geschehen, dass, trotz fachlicher Unterstützung und Kontrolle durch die Jugendhilfe, Familien Reaktionen und Handlungsweisen zeigen, die nicht vorhersehbar waren und in deren Folge Kinder Schaden nehmen. Hierauf weist die BAG ASD/KSD ausdrücklich hin.

Den Eindruck erwecken zu wollen, Vernachlässigung und Misshandlung von Kindern seinen mit Maßnahmen der Kontrolle, des Eingriffs und weiteren gesetzlichen Regelungen in jedem Fall zu verhindern, ist falsch und legt die Vermutung nahe, dass hier lediglich vorgetäuschter Handlungswille demonstriert werden soll. Auch das damit in der Öffentlichkeit hervorgerufene bzw. verfestigte Negativbild der Jugendhilfe bzw. der Jugendämter trägt nicht zur Stärkung des Kinderschutzes bei.

Notwendig sind insbesondere zwei Maßnahmen:

 

  • es bedarf einer ausreichenden personellen Ausstattung der Sozialen Dienste in den Jugendämtern. Die Sozialen Dienste der Jugendämter sind strukturell personell unterbesetzt und in vielen Kommunen kaum noch in der Lage, ihre verantwortungsvolle Aufgabe mit Engagement und in fachlicher Qualität wahrzunehmen.

Trotz personeller Verstärkungen der ASD/KSD in den vergangenen Jahren hat sich das Verhältnis von Personal zu Fallzahl im Zeitraum 2006 bis 2010 weiter verschlechtert. Ohne personelle Verstärkungen, bei gleichzeitiger weiterer Qualifizierung der Fachkräfte wird es nicht gelingen, den Kinderschutz in Deutschland zu stärken

  • es bedarf einer Wiederherstellung von Vertrauen der Bevölkerung in die helfende und unterstützende Arbeit der Jugendämter. Nur so wird es gelingen, dass Eltern und Kinder, auch in schwierigen Lebenssituationen, den Kontakt zur Jugendhilfe aufnehmen.

Wird weiterhin der Eindruck gestärkt, Aufgabe der Jugendämter sei es vorrangig unangemeldete Hausbesuche zu machen und Kinder von ihren Eltern zu trennen, werden Eltern und Kinder es zusehends vermeiden, überhaupt mit dem Jugendamt in Kontakt zu kommen. Eltern werden versuchen, ihre Schwächen und Unzulänglichkeiten zu vertuschen, Kinder und Jugendliche werden es unterlassen, sich selber Hilfen der Jugendämter zu erschließen.

Die BAG ASD/KSD ruft daher alle Verantwortlichen auf, sich dem Kinderschutz differenziert und mit der gebotenen Sachlichkeit zuzuwenden, den Aktionismus zu beenden und für eine ausreichende personelle Ausstattung der Sozialen Dienste einzutreten.

Dazu bedarf es auch einer Fallzahlobergrenze, wie von der BAG ASD/KSD bereits seit längerem gefordert.

Kontakt: Prof. Dr. Ingrid Gissel-Palkovich; Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!">Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!     Tel.: 0175/6647120

Anselm Brößkamp;              Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!">Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!                Tel.: 0171/2474770

 

Geschäftsadresse                                                 Vorstand                                                                               Bankverbindung
BAG ASD/KSD e.V.                                                               Prof. Dr. Ingrid Gissel-Palkovich I Vorsitzende                          EDG Kiel
c/o Fachhochschule Kiel                                        Anselm Brößkamp                                                                            Konto 581 380
Fachbereich Soziale Arbeit                                      Prof. Dr. Maja Heiner                                                        BLZ 210 602 37
und Gesundheit                                                 Karl Materla
Sokratesplatz 2, 24149 Kiel                                             Jürgen Termath

Beschluss des Jugendhilfeausschusses Berlin Marzahn-Hellersdorf 19.09.12

Beschluss des Jugendhilfeausschusses Marzahn-Hellersdorf vom 19. 09. 2012

 

In Sorge um die Kinder- und Jugendhilfe in Marzahn-Hellersdorf -

Keine Personaleinsparungen im Jugendamt!

 

Der Jugendhilfeausschuss hat beschlossen:

 

Der Jugendhilfeausschuss Marzahn-Hellersdorf ist äußerst besorgt über die derzeitigen Planungen des Berliner Senats zur Einsparung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Berliner Bezirken. Die Gewährleistung des Kinderschutzes ist in unserem Bezirk aufgrund dieser Planungen nicht mehr gewährleistet, die präventiv wirkende Kinder- und Jugendhilfe soll als Einsparpotential geopfert werden.

 

In Marzahn-Hellersdorf leben knapp 67.000 Kinder und Jugendliche, viele davon in einkommensschwachen- oder von Sozialleistungen abhängigen Familien. Gerade für diese ist die Unterstützung durch Einrichtungen und Angebote des Jugendamtes und freier Träger der Jugendhilfe besonders wichtig. Die sich verschlechternde soziale Situation wird auch an steigenden Fallzahlen bei den Hilfen zur Erziehung deutlich.

 

Die geplanten Personaleinsparungen werden den Druck auf die verbleibenden Kolleginnen und Kollegen weiter erhöhen. Schon jetzt ist eine MitarbeiterIn im Bereich des Kinderschutzes für 85 bis 100 Familien zuständig, 35 dürften es auch fachlicher Sicht höchsten sein. Eine angemessene Betreuung ist unter diesen Umständen nicht gewährleistet.

 

Müssen Jugendfreizeiteinrichtungen nunmehr vorübergehend geschlossen werden, um den Kinderschutz abzusichern, verschärft dies durch den Wegfall präventiver Angebote die Situation zusätzlich. Kinder- und Jugendarbeit ist Beziehungsarbeit. Schließungen von Jugendfreizeiteinrichtungen, auch temporär, verhindern kontinuierliche Kinder- und Jugendarbeit. Dadurch ist zu erwarten dass, zukünftige Kinderschutzfälle im Bezirk nicht durch Prävention verhindert und deshalb weiter zunehmen werden.

 

Der Jugendhilfeausschuss fordert die Berliner Regierungskoalition auf, die geplanten Personaleinsparungen nicht umzusetzen. Es muss eine am Bedarf orientierte Personalplanung gemeinsam mit den Bezirken erarbeitet werden. Freie Stellen im Kinderschutz müssen umgehend mit qualifiziertem Personal neu besetzt und befristete Arbeitsverträge unbefristet verlängert werden können. Hierfür darf die offene, präventive Kinder- und Jugendarbeit nicht gefährdet werden. Beide Bereiche ergänzen sich und dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden.

 

Wir, VertreterInnen der demokratischen Parteien und die Kolleg_innen der bezirklichen Jugendhilfe in Marzahn-Hellersdorf, fordern den Senat und die Regierungskoalition auf, eine angemessene Personal- und Finanzausstattung der Berliner Jugendämter zu sichern. Kinder, Jugendliche und ihre Familien dürfen nicht die Leittragenden der Haushaltspolitik des Senats werden.

 

Dieser Beschluss wird veröffentlicht und dem Senat, den Fraktionen des Berliner Abgeordnetenhauses, den Jugendhilfeausschüssen der Bezirke sowie den Mitgliedern des Bezirksamtes Marzahn-Hellersdorf zugesandt.

Überlastung als Arbeitsprinzip

Sozialarbeiterinnen und Sozialpädagoglnnen stehen auf verlorenem Posten

Der Artikel in der blz ‚Schule und Jugendhilfe gemeinsam‘ vom September 2011 hat beschrieben, wie wichtig die Zusammenarbeit zwischen Schule und Jugendhilfe ist, welche Unterstützungsansprüche und -möglichkeiten Eltern, Kinder und Jugendliche haben. Doch wie sieht es mit der Umsetzung in der Berliner Realität aus?

Unglaubliche Aufgabenvielfalt

In den Regionalen Sozialpädagogischen Diensten (RSDs) oder Allgemeinen Sozialpädagogischen Diensten (ASDs), der Name variiert je nach Bezirk, arbeiten Sozialpädagoglnnen und SozialarbeiterInnen, die diese Ansprüche in konkrete Hilfen umsetzen und den Bedarf und die Notwendigkeit der Hilfe prüfen sollen. Sie beraten die Hilfeform, entscheiden mit den Familien gemeinsam, erledigen den Verwaltungskram und überprüfen die Hilfen regelmäßig. Wir KollegInnen aus den RSDs haben neben den Hilfen zur Erziehung noch den Bereich Kinderschutz und die Zusammenarbeit mit dem Familiengericht bei Trennung, Scheidung und Umgangsregelung und die Beratung der Eltern bei Erziehungsschwierigkeiten in unserem Aufgabengebiet sowie weitere Aufgaben, die mit Jugendberufshilfe, Beratung von Familien mit Kindern mit Behinderung und Stellungnahmen für JobCenter und andere Behörden noch lange nicht abschließend aufgezählt sind. Jede KollegIn soll möglichst immer (telefonisch oder persönlich) erreichbar sein, intensive Fallbesprechungen führen, alle Gespräche und Arbeitsschritte genau dokumentieren und sich natürlich vernetzen und in verschiedensten Foren als Vertreterin des Kinderschutzes einbringen. Die Situation in den RSDs kann man einfach beschreiben: Es kommen immer mehr Aufgaben dazu, die von immer weniger Menschen mit immer mehr Verwaltungsaufwand bearbeitet werden sollen.

Kinderschützfälle haben Priorität

Jede SozialarbeiterIn hat im Durchschnitt 80 Familien zu betreuen (wenn man da noch von Betreuung sprechen kann). Das kann aber auch in einigen Bezirken mal 100 Familien bedeuten. Und das heißt in Vertretungssituationen (und die sind eher die Regel als die Ausnahme) dann eben auch mal 120 oder 160 Familien kennen, beraten, Hilfeplangespräche führen, in Familiengerichtsverfahren Stellung nehmen, an Schulhilfekonferenzen teilnehmen, Hilfen einleiten, Umgangsregelungen erarbeiten, Stellungnahmen schreiben. Aber auch bei ‚nur‘ 60 ‚Fällen‘ ist eine Beratungs- und Betreuungsarbeit nicht mehr möglich.

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Fallzahlenbegrenzung

Bundesarbeitsgemeinschaft Allgemeiner Sozialer Dienst/Kommunaler Sozialer Dienst (BAG ASD/KSD)

BAG ASD/KSD fordert …

Fallzahlbegrenzung für die Fachkräfte (Bezirkssozialarbeit) in den Allgemeinen Sozialen Diensten/Kommunalen Sozialen Diensten

Die Aufgaben der öffentlichen Jugendhilfe, insbesondere des örtlichen Kinderschutzes seitens der Jugendämter, haben in den letzten Jahren erheblich an Bedeutung und an Aufwand zugenommen. Auch der Gesetzgeber hat in den letzten Jahren wiederholt Jugendhilfe- und familienrechtliche Veränderungen vorgenommen und damit einem wachsenden Bedürfnis nach Verbesserung der Kinderschutzpraxis Rechnung getragen.

Eine gewissenhafte Erfüllung der gesetzlichen Verpflichtungen des sogenannten Wächteramtes erfordert jedoch auch, die Rahmenbedingungen auf Seiten der Fachkräfte in den ASD‘s der Jugendämter so zu gestalten, dass diese ihrer gesetzlichen Verpflichtung in verantwortlicher Weise nachkommen können.

Für die Aufgabenbereiche der Amtspflegschaft und Amtsvormundschaft ist durch die Änderung des Vormundschafts- und Betreuungsrechts vom 05.07.2011 in § 55 Abs. 2 des SGB VIII geregelt worden, dass zukünftig eine Vollzeitfachkraft für höchstens 50 Vormundschaften und Pflegschaften zuständig sein soll.

Mit dieser Fallzahlobergrenze hat der Gesetzgeber bewusst zur Erfüllung bundesgesetzlicher Aufgaben Belastungsgrenzen der Fachkräfte eingeführt, die bekanntermaßen mit Hinweis auf die kommunale Gestaltungsfreiheit keine Zustimmung bei den kommunalen Spitzenverbänden fanden (Deutscher Städtetag, Deutscher Landkreistag).

Nachdem unter dem Vorzeichen des verbesserten Kinderschutzes eine Fallzahlobergrenze für die im Jugendamt tätigen Amtsvormünder/-innen / Amtspfleger/-innen normiert wurde, stellt sich die berechtigte Frage nach einer vergleichbaren Regelung für die Fachkräfte der Bezirkssozialarbeit in den ASD‘s/KSD‘s.

Bundesweit sind rund 8.000 Bezirkssozialarbeiter/-innen in den Jugendämtern in den Allgemeinen Sozialen Diensten/Kommunale Sozialdienste beschäftigt. Diese sind in der Regel überwiegend bis ausschließlich für Jugendhilfeaufgaben / Hilfen zur Erziehung

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Zusätzliche Informationen