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Familienrat, Anmerkungen zum Thema

Zum Thema Familienrat einige Gedanken einer Sozialarbeiteri n mit 38 Jahren Erfahrung Erziehungshilfe ... :-)

1. Es ist schön, dass die Maori so miteinander umgehen. Für die Jugendhilfe ist dieses methodische Handeln weder neu noch ungewöhnlich. Das eigene soziale Netz zu stärken und zu aktivieren ist eine uralte sozialpädagogis che Maxime der lebensweltorien tierten Sozialen Arbeit. Damit macht sich Soziale Arbeit mitnichten überflüssig. Es geht ja nicht darum, dass unsere Problemfamilien das können, wenn man sie nur ließe. Schön wäre es. Aber es geht darum, dass jemand sie dazu befähigt, sich als Gruppe zu verhalten und selber zu helfen. Und das ist das eigentliche und letztlich einzige Anliegen, dass professionelle Soziale Arbeit hat und haben kann.

2. Dass es zu einem Run auf die Methode kommt, ist auch eine alte Erfahrung. Soziale Arbeit ist leider allzu bereit, sich ständig neu zu erfinden und anzupreisen, ständig das Rad (statt die vorhandenen Räder zu flicken und zu pflegen) neu zu erfinden. Das ist u.a. eine Folge des mangelnden professionellen Selbstbewußtsei ns unserer Profession. Wir vertrauen nicht auf unsere Kernelemente, unsere Grundsätze, unsere Theorie und auch nicht unseren Methoden - weil wir gar nicht begreifen, dass Soziale Arbeit mehr ist,als eine schnelle Reaktion auf die Anforderugnen unseres Geldgebers zur Beseitigung gesellschaftlic her Mißlagen, die ihm nicht schmecken.

3. Und dass diese Methode wie jede andere von den Verwaltungen und der Politik instrumentalisi ert wird zu einem Schnellverfahre n und Allheilmittel (und die KollegInnen und Träger bereitwillig mitmachen), das vor allem geeignet ist zum Verschieben der Verantwortung auf den Sozialen Nahraum, zur Diskreditierung bestehender Jugendhilfe- bzw. Erziehungshilfe ansätze, auch das ist nicht neu.

Es gilt also, das am "Familienratkon zept", was wirklich sozialpädagogis ch ist, hoch zu halten und in den Vordergrund zu rücken und alle Instrumentalisi erungen aufzudecken und sich zu weigern, das Konzept in diesem Sinne zu mißbrauchen.

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