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Ökonomisierung und Soziale Arbeit



 

Sind die Kassen wirklich leer?

Es wird nur für Unsinniges und Gefährliches ausgegeben, für Kriege, für die Infrastruktur der Steueroasen, für Paläste, die nur wenigen gehören werden.  Es wird verschwendet, durch Misswirtschaft veruntreut wie beim Berliner Flughafen, und als Steuergeschenk an die weitergereicht, die ohne hin schon das Meiste haben. Und die Schere zwischen Arm und reich geht immer weiter auseinander ...

 

Wir haben durchaus keine leeren Kassen. Klo 2 klein

 

Wir müssen das Geld nur UMFAIRTEILEN und es da anlegen, 

 

wo es den Menschen dient und nicht den Konzernen.

 

Dieses Thema geht uns SozialarbeiterInnen verdammt viel an. 

Deshalb:

 

Demo Umfairteilen am 14.9.2013 in Berlin

Aufruf

an alle im Sozialen Bereich Täigen zur Teilnahme am SozialarbeiterInnen-Block bei der Umfairteilen-Demo am 14.9. in Berlin

Aufruf zum Unterzeichnen

Infos für Berlin : Aufruf der Veranstalter


Auf dem Hintergrund dieses scheinbaren  "Naturgesetzes" der leeren Kassen

-       müssen wir angeblich immer mehr sparen.

-       meint man, der Bevölkerung jede Kürzung und Streichung zumuten zu können.

-       stimmt die herrschende Politik ein Riesengeschrei an, wie teuer z.B. die Jugendhilfe sei und behauptet frech, dass wir uns solchen "Luxus" gar nicht mehr leisten könnten.

-       lassen viele achselzuckend ihre Forderungen wieder fallen, weil sie denken, "da kann man dann ja nichts machen"

-       geben sich auch SozialarbeiterInnen ständig mit kleinen Reförmchen und Geldverschiebungen innerhalb des kommunalen Haushaltes zufrieden, weil das große Geld für sie tabu scheint. Es gehört eben den Reichen.

So z.B. wird im Sozialbereich die Infrastruktur kaputtgespart:

  Sparen am Sozialen klein     
 

Mit diesem Totschlagargument wird seit Jahren jede Sparmaßnahme und jede Streichung, Eingrenzung, Reduzierung begründet.

Geht es in der Krise abwärts, dann müssen wir erst Recht sparen, weil die Kassen ja schließlich leer sind.
Geht es wieder aufwärts, sind die Kassen immer noch leer und wir müssen trotzdem sparen.

Die Kassen sind leer, weil sich das große Geld an anderer Stelle befindet. 

 

Was ist da los?

Es handelt sich um kein Naturereignis, sondern das Ergebnis politischer Entscheidungen, dass das Geld heute so verteilt wird, wie es verteilt wird.
Das Umverteilen von unten nach oben ist im vollen Gange. 

1. Das Geld wird in unserer Gesellschaft in großem Umfang gegen die Lebensinteressen von Menschen eingesetzt:

2. Das Geld wird schlicht rausgeworfen:


3. Und schließlich wird das Geld dieser Gesellschaft völlig ungerecht verteilt:

60% des gesellschaftlichen Vermögens gehören  nur 10 % der Menschen.

Auf die untere Hälfte der Bundesbürger entfiel dagegen nahezu nichts: Ihr gehörten bloß zwei Prozent aller Vermögenswerte.

Wir haben also durchaus keine leeren Kassen, wir müssen das Geld nur UMFAIRTEILEN  und es da anlegen, wo es den Menschen dient und nicht den Konzernen.

    • Deshalb können wir als SozialarbeiterInnen auch nur dann eine wirkliche Verbesserung unserer Arbeitsbedingungen erwarten, wenn es gelingt, das vorhandene Geld in der Gesellschaft wieder dorthin zu holen, wohin es gehört.
    • Was ein Mensch zum Leben braucht, bestimmen heute die, die so viel Geld haben, dass sie nicht einmal wissen, was Geldsorgen bedeuten. 
    • Die Schere zwischen arm und reich wird immer weiter auf gehen, wenn es nicht gelingt, das vorhandene Geld von oben nach unten neu zu verteilen. 

Dieses Thema geht uns SozialarbeiterInnen verdammt viel an. 

Deshalb sollten wir uns an der Demonstration im September beteiligen. 

 

Demo Umfairteilen

am14.9.2013 in Berlin

Ökonomisierung - Wie viel davon kann die Soziale Arbeit vertragen?

In der Migrantenberatungsstelle gibt es je fünf Termine für einen Klienten. Bis dahin soll das Ziel der Beratung erreicht sein: Der junge Migrant muss in einer der Weiterbildungs- bzw. Schulungsangebote untergekommen sein, die ihn bei dem Weg ins Arbeitsleben unterstützen sollen.

Die Mitarbeiter stöhnen angesichts dieser Einschränkung, wissen sie doch genau, dass so Soziale Arbeit nicht funktioniert. Viele der KlientInnen brauchen länger. Sie haben erst einmal ganz andere Probleme. Die MitarbeiterInnen versuchen deshalb, den einen oder anderen mit nur drei oder vier Stunden zu betreuen und sparen die fünfte und/oder vierte Stunde heimlich für die schweren Fälle auf. So können sie ihren Aufgaben wenigstens einigermaßen gerecht werden.

Der Arbeitgeber bekommt das mit und schließt daraus, dass also vier Stunden auch reichen. Es folgt eine entsprechende Dienstanweisung.

Die Mitarbeiter geraten weiter unter Druck. Die Arbeit wird zum Wettlauf mit der Zeit.

„So bleibt uns ja immer mehr die Luft weg“, stöhnen die MitarbeiterInnen auf der Teamsitzung. „Das ist jetzt einfach zu viel Ökonomisierung! Die sollen sich mal wieder etwas zurücknehmen mit ihren Sparabsichten, sonst können wir bald gar nicht mehr…

 

Genau wie diese Kolleginnen haben Sozialarbeitende oft das Gefühl, dass ihnen die Luft genommen wird durch die Ökonomisierung. Und sie fragen sich dann, wie viel Ökonomisierung die Soziale Arbeit eigentlich noch vertragen kann.

„Wie viel Markt und wie viel betriebswirtschaftliches Denken kann die die Sozialpädagogik vertragen, ohne sich der Originalität und Produktivität, ohne sich ihrer kommunikativ strukturierten und lebensweltlich situierten Institutionalisierungs- und Handlungsformen zu berauben“ diese Frage stellte schon 2002 z.B. Galuske.

Ich werde im weiteren Verlauf dieses Beitrags versuchen, auf diese Frage eine Antwort zu geben und es wird sich dabei herausstellen, dass diese Frage falsch gestellt ist.

Teil 1

Wie sieht eigentlich grundsätzlich und auch heute konkret das Verhältnis zwischen Sozialer Arbeit und Ökonomie aus?

Weiterlesen: Ökonomisierung - Wie viel davon kann die Soziale Arbeit vertragen?

Zusätzliche Informationen