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* Prekarisierung Soziale Arbeit (D)

„Voll prekär?“ Beschäftigungsverhältnisse in der Sozialen Arbeit

14.2.2012 von hartzerroller.

 

Interessanter Lesestoff, die Bachelorthesis von Dominika Rödig, Studentin an der  Katholischen Hochschule für Sozialwesen Berlin; Berlin 2009.

Zitate aus der  Bachelorthesis: “Angesichts des Wandels des Arbeitsmarktes müsste man eigentlich erwarten, dass es von Seiten der arbeitenden SozialarbeiterInnen zu entschlossenem Widerstand, zumindest jedoch zu einem kollektivem Aufschrei kommt (vgl. Mergner, 2007, S. 118).
Tatsächlich ist das Gegenteil der Fall. SozialarbeiterInnen wissen zwar meist um ihre Situation der Erosion humaner Arbeits- und Beschäftigungsbedingungen, artikulieren dies aber nicht in erkennbarem kollektiven Widerstand, sondern im privaten Rahmen.
Gerade von prekären Situationen betroffene Beschäftigte gehen mehrheitlich isoliert und alleine damit um (vgl. Friess, 2006, S. 17). Mergner zufolge, kann zwar nicht generell davon gesprochen werden, das SozialarbeiterInnen resigniert sind, dennoch macht es den Anschein, als würden sie sich ängstigen (vgl. Mergner, 2007, S. 118).
Ein möglicher Erklärungsansatz für dieses Verhalten könnte die Entpolitisierung sozialer Arbeit sein, welche dazu führen würde, dass eine Diskussion über die gesellschaftliche Rolle und Funktion Sozialer Arbeit vermieden werden würde. Soziale Arbeit benötigt jedoch genau eine solche Diskussion, um mit einem selbstbewussten, in der Öffentlichkeit präsenten Berufsprofil, eine starke Berufsorganisation entwickeln zu können (vgl. Enggruber & Mergner, 2007, S. 119).”

Dazu der entsprechende Link (Curser auf den farbigen Link, dann die Taste Strg betätigen+Klicken, so könnt ihr die pdf-Datei öffnen):

http://www.google.de/url?url=http://www.dbsh-berlin.de/jobportal/doc_download/156-dominika-roedig-bachelorthesis&rct=j&sa=U&ei=7GE6T4nKHMKL4gTYxZn_Cg&ved=0CD8QFjAD&q=sozial+und+prek%C3%A4r&usg=AFQjCNF3mXuPOH5_gUP4LocIlnKdny0m_w&cad=rja

MfG hartzerroller

Betriebsrat geplant - und gefeuert

 

Nachdem Sie gemeinsam mit Kollegen die Gründung eines Betriebsrates beschlossen hatten, wurde sie von der Geschäftsführung der freien Kinder- und Jugendhilfe Stellwerk GmbH in Essen gekündigt.

Hier ein Interview mit  Karin Beutler

Karin Beutler ist Sozialarbeiterin und Mitglied der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW)

Überlastung als Arbeitsprinzip

19.11.2011 von admin.

 

Liebe Kolleginnen, hier ein sehr guter Artikel zu den Arbeitsbedingungen in einem Berliner Jugendamt jugendamtartikel-berliner-asd.docvon unserer Kollegin Barbara. Dieser ist in der Zeitung der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (blz) Landesverband Berlin im November 2011 erschienen.

Schlizio-Jahnke

Das Selbstabschaffungsprogramm der Sozialen Arbeit

 

Ich möchte einen sehr interessanten Aufsatz von Frau Prof. Dr. Silvia Staub-Bernasconi zur Diskussion stellen, da ich auch der Meinung bin, dass wir Sozialarbeiter und Sozialpädagogen ohne ein  gesellschaftlich anerkanntes Mandat, keinen Einfluss auf politische Entscheidungen bewirken können.  Die Frage ist doch, wer vertritt denn eigentlich unsere Interessen, und auf welcher Basis (z.B. Berufskodex mit festgelegter ethischer Basis) beruhen unsere Interessen?

MfG

Folge dem Link:

http://static.twoday.net/rauch/files/professionalisierung.pdf

Überlegungen und Betrachtungen eines Sozialpädagogen

9.11.2011 von hartzerroller.

 

Solche Mahnwachen und Proteste wie in Berlin sind gut und richtig, aber wie wäre es,  wenn wir Sozialarbeiter und Sozialpädagogen für unsere eigenen Interessen auf die Straße gehen würden, anstatt immer nur in Demut gegenüber unseren Dienstherren zu versinken. Ich muss befürchten, dass auch das “Forum Kritische Soziale Arbeit” sich hauptsächlich wieder nur mit den Problemen der Klienten beschäftigt und sich daran abarbeitet, genauso wie es z.B. unsere Gewerkschaften oder Interessensvertretungen schon seit Jahren praktizieren.

Wann wird sich unsere “Profession” (wenn sie denn eine ist, oder wird) endlich mit sich selbst beschäftigen, anstatt immer nur auf die Problemlagen unserer Klienten zu schielen. Mangelt es uns etwa an Selbstbewusstsein  oder ist es die Angst vor der eigenen Courage? Andere Professionen (z.B. Ärzte) können ja auch ohne mit der Wimper zu zucken satte Gehaltforderungen stellen und für bessere Arbeitsbedingungen kämpfen,- nur wir  “Sozen” haben uns scheinbar dafür entschieden, dass wir ein akademisches Wanderproletariat werden wollen.

Wenn wir mit unserer demütigen Haltung gegenüber unserern Dienstherren und den maßgeblichen Politikern weiter so verfahren, haben wir es wirklich nicht besser verdient, wenn man uns belächt und verhöhnt. Unser “Ruf” (Ansehen der Profession) eilt uns ja schon immer voraus: “Ach die schon wieder, die tun uns ja nichts, die wollen nur spielen.” Ich frage mich,  haben wir uns selbst, als “Profession Soziale Arbeit”,  aber auch  der Gesellschaft insgesamt wirklich nichts Anderes mehr anzubieten, als immer nur den aktuellen Problemlagen der Klienten hinterher zu laufen.

Wenn wir die Reputation unserer “Profession” weiterhin nur über die Sorgen und Nöte der Klienten definieren,  werden wir nie ans erwünschte Ziel gelangen. Ich kann nur hoffen, dass wir Sozialarbeiter und Sozialpädagogen uns endlich von dem Gedanken verabschieden, dass man nur in Demut und mit bedingungloser Dienstbarkeit gute Soziale Arbeit leisten kann. Gegen miserable Arbeitsbedingungen, gegen Dumpinglöhne und befristete Arbeitsverhältnisse, kurz gesagt gegen die Prekarisierung der Sozialen Arbeit, hilft nur couragierter Widerstand.

MfG