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* Prekarisierung Soziale Arbeit (D)

Wir sitzen alle in einem (sinkenden) Boot

 

Zum bevorstehendenVernetzungstreffen möchte ich eine Anmerkung machen. Es müsste doch  allen Profis in der Sozialbranche längst einleuchten, dass es nur positive Veränderungen der Rahmenbedingungen in der Sozialen Arbeit geben kann, wenn wir uns als eine “(gesamt-) solidarische Berufsgruppe” verstehen und auch so auftreten (Stichwort: Profession Soziale Arbeit).

Sich wieder nach Arbeitsgebieten/Fachgruppen aufzusplittern um dort Ursachenforschungen zu betreiben, halte ich zum jetzigen Zeitpunkt für den falschen Ansatz, der mir viel zu kurzgegriffen und kontraproduktiv erscheint. Gefordert wäre meiner Meinung nach eine ausführliche Diskussion über die aktuellen politischen bzw. sozialpolitischen (negativen) Veränderungen und deren Auswirkungen auf  die Profession Soziale Arbeit samt ihrem Klientel. Wenn wir uns wieder nur auf Teilbereiche sprich Fachgruppen konzentrieren verlieren wir aus den Augen, dass wir alle (SozialpädagogInnen/ SozialarbeiterInnen) gemeinsam  in einem Boot sitzen. Dieses Boot, ich nenne es mal “Soziale Arbeit”, droht zu sinken und vielen Beschäftigten in der Sozialbranche steht das Wasser bereits schon bis zum Hals. Ich würde mir wünschen, dass unsere Profession (wenn sie denn eine ist?) sich endlich solidarisch mit allen Beschäftigten gleich welchen Arbeitsgebietes in der Sozialbranche erklärt und sich auch so verhält. Nur als eine starke und eingeschworene Solidargemeinschaft haben wir meiner Meinung nach eine Chance auf durchgreifende positive Veränderungen, und auch nur so können wir zu einer “Profession Soziale Arbeit” werden.

MfG

Protest gegen prekäre Arbeitsbedingungen im Sozialen Bereich

 

 

Rund 5000 Mitarbeiter (ich vermute auch Mitarbeiterinnen :)) aus dem sozialen Bereich wollen am Donnerstag in Frankfurt/Main auf die Straße gehen, titelt heute die junge Welt.

Artikel lesen

Hessen: Lob, aber kein Geld für Sozialarbeit

25.9.2011 von hartzerroller.

 

Diese Einstellung ist ja typisch für unsere neoliberale Regierung. Nur gut, dass die FDP ein Auslaufmodell ist.

Folge dem Link: http://www.fr-online.de/rhein-main/millionen-fuer-schulen-lob–aber-kein-geld-fuer-sozialarbeit,1472796,3269014.html

MfG

Prekärer Arbeitsplatz mit 50 - wie sich das anfühlt:

 

Kommentar aus meinem Blog: Zukunftswerkstatt Soziale Arbeit:

Schuld an der Misere in der Sozialen Arbeit sind meines Erachtens die vielen prekären Arbeitsverhältnisse und der TVÖD. Wenn man wie ich von einer Befristung zur nächsten Befristung sich durchs Berufsleben hangeln muss, verliert man schnell die Motivation für seine Arbeit. Man ist viel zu sehr mit seinen eigenen Existenzängsten beschäftigt und hat auch Angst, seinem Arbeitgeber gegenüber Kritik zu üben, wenn die Arbeitsbedingungen/Rahmenbedingungen schlecht sind. Wie kann ich Klienten (z.B. langzeitarbeitslose Menschen) plausibel machen, sich motiviert und zielgerichtet um eine Arbeitsstelle zu bemühen und die Hoffnung nicht aufzugeben, wenn die eigene berufliche Existenz selbst permanent gefährdet ist. Diesen absurden Widerspruch müssen z.B. viele Sozialarbeiter in zeitlich befristeten Maßnahmen und Projekten im Rahmen des SGB II verarbeiten. Aus eigener Erfahrung kann ich nur sagen, dass man sich regelrecht verarscht vorkommt, wenn man unter solchen Bedingungen noch gute Arbeit leisten soll. Was ist das denn für ein Leben, wenn man andauernd in Bewerbungsverfahren steckt und die Trägerlandschaft abgrast um einen Arbeitgeber zu finden, der noch unbefristete Stellen anbietet. Meine berufliche Vita weist einige Befristungen auf und ich bin mir sicher, dass Arbeitgeber in Bewerbungsverfahren das nicht als besonders positiv werten. Obwohl die Soziale Arbeit von solch prekären Arbeitsverhältnissen übersät ist, muss man sich als Bewerber für die Brüche in der beruflichen Vita (z.B. durch Zeiten von Arbeitslosigkeit nach einer Befristung) auch noch rechtfertigen.
Ältere Sozialarbeiter/Sozialpädagogen werden auf dem Arbeitsmarkt benachteiligt, da zu teuer. Über diese Tatsache wird nie berichtet und kein Schwein interessiert wie es sich anfühlt, wenn man mit Anfang 50 (sehr gut ausgebildet, mit Leitungs- und Führungserfahrung) unter solchen Rahmenbedingungen immer wieder neu um einen Arbeitsvertrag kämpfen muss. Für uns soziale Profis gibt es bei drohender Arbeitslosigkeit kein staatlich gefördertes Kurzarbeitergeld, keine staatlich geförderten Beschäftigungs- oder Konjunkturprogramme. Wer von uns arbeitslos wird zieht eben die Arschkarte und muss sich, wenn er Pech, gleich mit Hartz-IV anfreunden.

MfG
Raimund Janßen

Petition “Arbeitslohn-Verbesserung der Rahmenbedingungen in der Sozialen Arbeit”

 

 

Hallo, ich bin Dipl.- Soz.Päd. von Beruf. Im Frühjahr diesen Jahres ist eine Petition mit dem Titel.”Arbeitslohn-Verbesserung der Rahmenbedingungen in der Sozialen Arbeit”, vom Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages zugelassen worden. Ihr findet diese Petition unter der Pet.ID-Nr.: 16652 -Petitionen in der parlamentarischen Prüfung. 2032 Personen haben mitgezeichnet und 330 Diskussionbeiträge wurden verfasst. Bitte lest doch mal die Diskussionsbeiträge, denn sie sind sehr aufschlussreich!

Der Link zur Petition:

https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=16652