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* Prekarisierung Soziale Arbeit (D)

Abbau von Beschäftigtenrechten in der EU

schon mal gehört Flexicurity:Flexibilität verbunden mit – angeblicher – Sicherung des Arbeitsplatzes). Da geht einem doch das Herz auf!
Rügemeier erklärt, was das bedeuten soll.

Der Abbau der Beschäftigungsrecht ist die Ursache der Prekarisierung der Arbeitsplätze in der Sozialen Arbeit. Natürlich trifft es uns nicht alleine.

Allerdings trifft es uns doppelt: in eigener Sache als zum großen Teil schlecht bezahlte und prekär beschäftigte Profession und durch die existentiellen Einschnitte in den Biografien unserer AdressatInnen.

Damit ist dieses Thema für Sozialarbeitende in höchstem Maße wichtig.

Werner Rügemeier schreibt heute in der JUNGEN WELT einen hochinteressanten Artikel über den Abbau von Beschäftigungsrechten in Europa. Sehr erhellend, wie der Zusammenhang aufgedeckt wird wird zwischen der aktuellen Arbeitnehmerpolitk der EU-Länder und dem Fiskalpakt: Der Artikel heißt: Brechstange Fiskalpakt.

Es lohnt auch, sich den Blog von Rügemeier anzuschauen: www.arbeitsunrecht.de

Spitzenverdienst können wir nicht bieten

Eine aktuelle Stellenausschreibung für Sozialpädagogen/Sozialarbeiter bringt es auf den Punkt wie es um die Soziale Arbeit steht:

Die Stellenbeschreibung eines Arbeitgebers aus Düsseldorf wird eingeleitet mit den Worten:

Spitzenverdienst
Gleitzeit von 9 bis 16 Uhr
Kaffee an den Tisch

…können wir nicht bieten!

Wir bieten jedoch eine 0,75 Stelle im Fachbereich Berufsbegleitung für gehörlose Menschen als Krankheitsvertretung für
SozialpädagogInnen (m/w)
möglichst mit Berufserfahrung für sofort.
Vergütung gemäß TVöD.

Interessiert?

Dann freuen wir uns auf Ihre online Bewerbung an:...

Da stellt sich doch die Frage, was erwartet den potentiellen Bewerber bei diesem Arbeitgeber? Ziemlich kurios, oder?

 

was verdient ein Sozialarbeiter????

Online-Umfrage von www.lohnspiegel.de:

Was verdienen Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen?

Das Bruttomonatseinkommen von Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen beträgt auf Basis einer 38-Stunden-Woche ohne Sonderzahlungen durchschnittlich 2.827 Euro. Zu diesem Ergebnis kommt eine Online-Umfrage des Internetportals www.lohnspiegel.de, das vom WSI-Tarifarchiv der Hans-Böckler-Stiftung betreut wird. Rund 1.300 Sozialpädagoginnen/Sozialpädagogen haben sich daran beteiligt. „Unsere Daten zeigen die Einkommensunterschiede dieser Berufsgruppe nach Berufserfahrung, Betriebsgröße und Region“, sagt WSI-Tarifexperte Dr. Reinhard Bispinck.

Die Auswertung kommt u. a. zu folgenden Ergebnissen:

  • Tätigkeitsbereiche: Im Bereich Öffentliche Verwaltung und Sozialversicherung werden die Sozialpädagogen/innen mit durchschnittlich 3.242 € am besten bezahlt, gefolgt von Heimen mit 3.102 €. In Kindergärten, Vor- und Grundschulen erhalten sie 2.748 €. Im Bereich weiterführende Schulen, Erwachsenenbildung und Unterricht beträgt das durchschnittliche Monatseinkommen dagegen nur 2.438 € (siehe auch die Grafik in der pdf-Version dieser PM; Link unten).
  • Berufserfahrung: Bei einer Berufserfahrung unter 5 Jahren beträgt das durchschnittliche Monatseinkommen 2.406 €. Bei 10 bis 14 Jahren sind es 2.946 € und nach mehr als 20 Jahren steigt es auf 3.228 €.
  • Verteilung zwischen Frauen und Männern: Frauen verdienen im Beruf Sozialpädagoginnen/Sozialpädagogen im Durchschnitt rund 13 Prozent weniger als Männer. Bei Betrachtung der Mittelwerte liegt das Einkommen von Sozialpädagoginnen mit 2.667 Euro rund 413 Euro unter dem der Sozialpädagogen in Höhe von 3.080 Euro.
  • West – Ost: Während in Westdeutschland eine Sozialpädagogin oder ein Sozialpädagoge durchschnittlich 2.943 € erhält, bekommt sie/er in Ostdeutschland 2.455 €. In den neuen Bundesländern verdienen damit Sozialpädagogen/innen rund 17 Prozent weniger als ihre Kollegen/innen in den alten Bundesländern.
  • Tarifbindung: Sozialpädagogen/innen profitieren von der Tarifbindung.
    In tarifgebundenen Betrieben liegt ihr Monatseinkommen mit durchschnittlich 3.009 € rund 14 Prozent über dem Gehalt ihrer Kollegen und Kolleginnen in nicht tarifgebundenen Betrieben.
  • Zufriedenheit mit Arbeit und Bezahlung: Während die Arbeitszufriedenheit der Sozialpädagoginnen/Sozialpädagogen mit einem Wert von 3,5 auf einer Skala von 1 bis 5 über dem Durchschnitt liegt, fällt die Zufriedenheit mit der Bezahlung mit 2,5 deutlich geringer aus.

Das Projekt „LohnSpiegel“ erhebt und analysiert die Einkommens- und Arbeitsbedingungen von Beschäftigten in Deutschland. Es ist Bestandteil des internationalen Wage-Indicator-Netzwerks, an dem Projekte aus 65 Ländern mit gleicher Zielrichtung beteiligt sind. Die LohnSpiegel-Daten werden im Rahmen einer kontinuierlichen Online-Erhebung ermittelt, an der sich die Besucherinnen und Besucher der Webseite „www.lohnspiegel.de“ freiwillig und anonym beteiligen können.

Zurzeit bietet der LohnSpiegel einen Gehalts-Check für rund 350 Berufe.

hier zur Pressemitteilung



Bessere Rahmenbedingungen für Soziale Arbeit

18. Mai 2011

Im Rahmen der monatlich stattfindenden BürgerInnensprechstunde  besuchte die LINKE Bundestagsabgeordnete Ingrid Remmers am Dienstag, den  17.5., den Arbeitskreis Jugendhilfe in Ahlen. Geschäftsführer Heinz  Böhnke stand Rede und Antwort und berichtete anschaulich über die Arbeit  mit Kindern und Jugendlichen.

"Diejenigen, die für andere Menschen in schwierigen Lebenslagen da  sind, verdienen meine vollste Anerkennung und Respekt," so MdB Ingrid  Remmers "Und sie verdienen eine angemessene Bezahlung!" Damit  unterstützt die Bundestagsabgeordnete das Anliegen einer aktuellen  Petition an den deutschen Bundestag.

In der öffentlichen Petition, die bereits mehr als 1300 Unterstützer  fand, wird eine bessere Bezahlung von qualifizierten Fachkräften wie  etwa Sozialpädagogen, Sozialarbeitern, Heilpädagogen und Erziehern  gefordert. Eine Bewertung der erbrachten Leistungen sei in diesen  Berufen nach rein wirtschaftlichen Kriterien nicht bzw. nur schwer  möglich.

"Die Anbieter von sozialen Maßnahmen stehen unter einem zunehmenden  Preisdruck. Jeder kann sich ausmalen wo da gespart wird. In anderen  Kreisen in NRW sehen wir schon die Auswüchse dieser rein  marktwirtschaftlichen Ausrichtung von sozialen Leistungen:  Billiganbieter drängen auf den Markt und unterbieten die Träger, die auf  Qualität statt auf schöne Zahlen setzen," so MdB Remmers weiter. (Quelle)

Absurde Stellenangebote nehmen drastisch zu

Da ich schon seit geraumer Zeit u.a. im Internet auf Stellensuche bin ist mir aufgefallen, dass die Stellenangebote für Sozialarbeiter und Sozialpädagogen immer absurder werden. 

Hier ein aktuelles Beispiel aus der Jobbörse der Agentur für Arbeit:

Der Sozialdienst katholischer Frauen in der Stadt XY ist Träger einer Vielzahl von Angeboten in der Kinder-, Jugend-, Familien-, Sozial-, Gefährdeten- und Gesundheitshilfe.

Wir suchen für sofort

einen Dipl. SozialarbeiterIn / Dipl. SozialpädagogIn

für 11,75 Stunden wöchentlich plus variabler Stunden von bis zu 5 Std./w. für den Bereich Betreutes Wohnen gem. § 53 und 67 SGB XII

Ihre Aufgaben:
• Beratung und Hilfen für den o.g. Personenkreis einschl. Schuldnerberatung als integratives Angebot
• Sicherung und Beschaffung von Wohnraum und Arbeitsstellen
• Durchführen von Gruppen- und Freizeitangeboten einschl. Fahrten
• Arbeiten mit älteren Menschen in besonderen sozialen Schwierigkeiten mit einer Suchterkrankung
• Mitwirkung bei der Weiterentwicklung des Konzeptes

Für mich erscheint dieses Stellenangebot so als ob da jemand, der keine Ahnung von professioneller Sozialer Arbeit hat, am Werk gewesen ist. Da wird alles in einen Sack geschmissen, wie hier z.B. unterschiedlichste soziale Aufgabenbereiche und in eine Teilzeitarbeitsstelle gepresst,- und dabei soll noch qualitativ gute bzw. hochwertige Soziale Arbeit herauskommen? Ich kann da nur noch mit dem Kopf schütteln, -mich frustriert sowas nur noch und macht mich echt sauer.