Bitte meldet Euch an, da Beiträge und Kommentare nur von angemeldeten Nutzer_innen verfasst werden können.

Anmelden

Theorie und Praxis


Beiträge zum Verhältnis von Theorie und Praxis.

Beiträge zur kritischen Sozialen Arbeit.

Beiträge, die Soziale ARbeit konzeptionell in den Blick nehmen

 

Redaktion: (i.V.) Mechthild Seithe (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!)

Theorie und Praxis - ein schwieriges Verhältnis

Frage: Was geht die kritische Sozialarbeitstheorie die Praxis der Sozialen Arbeit an?

Die Kritische Soziale Arbeit muss sich dringend mit dem gegenwärtigen Stand und der Situation der Sozialen Arbeit auseinandersetzen. Da müsste man doch denken, dass diesen Kampf Theorie und Praxis gemeinsam aufnehmen werden?

Wir sind nicht sicher, ob das wirklich von den TheoretikerInnen gewollt wird. Da gibt es den merkwürdigen Begriff vom "Aktionismus" unter den WissenschaftlerInnen, die die Analyse für ihre wichtigste Aufgabe halten und sich darüber hinaus nicht in das dreckige Geschäft der Politik oder gar der direkten Auseinandersetzungen in der Wirklichkeit der Sozialen Arbeit einmischen wollen.

Wir sind der Meinung: Das praktische, professionelle, konkrete Handeln der Sozialarbeitenden ist schließlich der Gegenstand einer Wissenschaft der Sozialen Arbeit . Soziale Arbeit ist keine Grundlagenwissenschaft, sondern bekanntlich eine Handlungswissenschaft. Das Handeln der Sozialarbeitenden müsste im Zentrum der Wissenschaft stehen. Andernfalls verpasst sie ihren Gegenstand.

Aber immer wieder schimmert die alte Praxisferne der WisenschaftlerInnen der Sozialen Arbeit durch: Es ist noch nicht lange her,  dass man die Themen 'Praxis', 'Methoden' und 'sozialpädagogisches und sozialarbeiterisches Handeln' für wissenschaftlich nicht relevat hielt und sie den sogenannten "lehrenden SozialarbeiterInnen" überließ - und damit als minderwertige Wissensbestände kennzeichnete?

Möglicherweise ist das die Tradition einer Praxisfeindlichkeit auf den wissenschaftlichen Ebenen unserer Profession, die auch das politische Handeln der Sozialarbeitenden den WissenschaftlerInnen als anrüchig und suspekten "Aktionismus" betrachten?

Vielleicht ist genau diese Haltung unserer WissenschaftlerInnen und sind genau diese Einstellungen zum praktischen Handeln der Sozialen Arbeit ein wichtiger Grund, warum die Soziale ARbeit in den letzten 20 Jahren so schutz- und hilflos denen ausgeliefert war, die es reizvoll und gewinnbringend fanden, Soziale Arbeit als Markt zu sehen und zu behandeln und sie von ihren ethischen und fachlichen und ohnehin von ihren politischen Kernelementen entfernt hat?

Die kritischen Sozialarbeitenden an der Basis hoffen auf die Unterstützung der kritischen WissenschaftlerInnen. Vergebens?

Sollte das alte Dilemma zwischen Theorie und Praxis in der Sozialen Arbeit, dieses alt bekannte wie fatale Problem, auch im Kontext ernsthafter fachlicher und ethischer Auseinandersetzungen mit den Erwartungen der gegenwärtigen Politik und Ideologie zum Stolperstein der Handlungsfähigkeit der Profession werden?

 

Zusätzliche Informationen