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Überlegungen und Betrachtungen eines Sozialpädagogen

9.11.2011 von hartzerroller.

 

Solche Mahnwachen und Proteste wie in Berlin sind gut und richtig, aber wie wäre es,  wenn wir Sozialarbeiter und Sozialpädagogen für unsere eigenen Interessen auf die Straße gehen würden, anstatt immer nur in Demut gegenüber unseren Dienstherren zu versinken. Ich muss befürchten, dass auch das “Forum Kritische Soziale Arbeit” sich hauptsächlich wieder nur mit den Problemen der Klienten beschäftigt und sich daran abarbeitet, genauso wie es z.B. unsere Gewerkschaften oder Interessensvertretungen schon seit Jahren praktizieren.

Wann wird sich unsere “Profession” (wenn sie denn eine ist, oder wird) endlich mit sich selbst beschäftigen, anstatt immer nur auf die Problemlagen unserer Klienten zu schielen. Mangelt es uns etwa an Selbstbewusstsein  oder ist es die Angst vor der eigenen Courage? Andere Professionen (z.B. Ärzte) können ja auch ohne mit der Wimper zu zucken satte Gehaltforderungen stellen und für bessere Arbeitsbedingungen kämpfen,- nur wir  “Sozen” haben uns scheinbar dafür entschieden, dass wir ein akademisches Wanderproletariat werden wollen.

Wenn wir mit unserer demütigen Haltung gegenüber unserern Dienstherren und den maßgeblichen Politikern weiter so verfahren, haben wir es wirklich nicht besser verdient, wenn man uns belächt und verhöhnt. Unser “Ruf” (Ansehen der Profession) eilt uns ja schon immer voraus: “Ach die schon wieder, die tun uns ja nichts, die wollen nur spielen.” Ich frage mich,  haben wir uns selbst, als “Profession Soziale Arbeit”,  aber auch  der Gesellschaft insgesamt wirklich nichts Anderes mehr anzubieten, als immer nur den aktuellen Problemlagen der Klienten hinterher zu laufen.

Wenn wir die Reputation unserer “Profession” weiterhin nur über die Sorgen und Nöte der Klienten definieren,  werden wir nie ans erwünschte Ziel gelangen. Ich kann nur hoffen, dass wir Sozialarbeiter und Sozialpädagogen uns endlich von dem Gedanken verabschieden, dass man nur in Demut und mit bedingungloser Dienstbarkeit gute Soziale Arbeit leisten kann. Gegen miserable Arbeitsbedingungen, gegen Dumpinglöhne und befristete Arbeitsverhältnisse, kurz gesagt gegen die Prekarisierung der Sozialen Arbeit, hilft nur couragierter Widerstand.

MfG

Kommentare  

 
Gündisch
#1 Gündisch 2013-05-12 12:28
kann dir nur in allem was Du schreibst uneingeschränkt zustimmen.

wenn ich nicht arbeiten müßte um meinen Lebensunterhalt zu verdienen, würde ich "keinen Handgriff" mehr machen im sozialen Bereich.

Jedem, der in sozialen Bereich arbeiten möchte, kann ich nur dringendst abraten!!

Wenn schon in diesem Bereich dann mindestens als Psychologe/Psychotherapeut.

Grund: Deren Ansehen ist wesentlich höher und deren Entlohnung viel, viel höher!!
 

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