Bitte meldet Euch an, da Beiträge und Kommentare nur von angemeldeten Nutzer_innen verfasst werden können.

Anmelden

Brief an kritische Sozialarbeits-WissenschaftlerInnen

Im September letzten Jahres haben wir vom Unabhängigen Forum unsere Tagungsresolsution an eine ganze Reihe von krtischen KollegInnen aus der Wissenschaft geschickt. Dabei lag folgendes Schreiben:

Unabhängiges Forum kritische Soziale Arbeit

Berlin                                                                                Berlin, 14.9.2011

 

 

Liebe KollegInnen,

In der Anlage senden wir euch eine Resolution, die im Juni dieses Jahres in Berlin auf der

„Berliner Arbeitstagung  AUFSTEHEN  WIDERSPRECHEN  EINMISCHEN
Kritische Soziale Arbeit - Wege aus der neosozialen Falle“

von 150 PraktikerInnen und WissenschaftlerInnen  verabschiedet wurde. Näheres zur Tagung und zum „Unabhängigen Forum“, das die Tagung veranstaltet hat unter: www.einmischen.com.

Wir wenden uns hiermit direkt an Euch, weil wir hoffen, dass Ihr als kritische VertreterInnen unserer Disziplin diese Resolution und ihre Ziele mit unterstützen könnt.

Auf der Tagung wurde immer wieder  auf die zentrale Rolle von Wissenschaft (Theorie, Forschung, Lehre) verwiesen.
Um nur einige Beispiele zu nennen, die dort formuliert wurden:

·        Es eine Aufgabe der kritischen Wissenschaft, Soziale Arbeit als aktive Akteurin im Kontext gegenwärtiger sozialpolitischer Entwicklungen vorzustellen und der politischen Handlungskompetenz Sozialer Arbeit in Forschung, Lehre, Praxisberatung deutlich mehr Raum zu geben.

·        Kritische Wissenschaft könnte qua ihrer Rolle eine sehr viel stärkere offensive Positionierung auch in Richtung Politik, Wirtschaft, Verwaltung, Medien usw. einnehmen – nicht nur innerhalb der akademischen Diskurse.

·        Sie könnte Hilfe leisten bei der Entwicklung von Strategien der Subversion und des Widerstandes und auch Informationen zur Situation der Beschäftigten Sozialer Arbeit zur Verfügung stellen.

·        In der Lehre wäre der kontinuierliche Einbezug der gesellschaftlichen Rahmenbedingungen in die einzelnen Arbeits- und Handlungsfelder zentrale Aufgabe einer kritischen Hochschullehre. Es gilt, die  Analysefähigkeit von Studierenden zu fördern um  Grundlage für Handlungsstrategien zu legen . Dazu gehört auch das Wissen über politische, rechtliche, steuerliche (Neu-)Ordnungen, die zentrale Ansatzpunkte für die Gestaltung des Sozialen (auch durch Soziale Arbeit) darstellen.

Gerade von WissenschaftlerInnen, die eine kritische Soziale Arbeit vertreten, erwarten wir, dass sie  nicht distanziert und unbeteiligt „über den Dingen stehen“ und damit die Praxis der Sozialen Arbeit sozusagen von oben aus betrachten und sich nicht um deren Angelegenheiten und ihre politischen Rahmenbedingungen  scheren. Wir schreiben der kritischen Disziplin  Soziale Arbeit eine bedeutende Rolle zu bei der Herausbildung einer (selbst-)reflexiven professionellen Identität Sozialer Arbeit, die kollektiv sprachfähig ist und sich offensiv, selbstbewusst, wissenschaftlich fundiert und nicht zuletzt öffentlich in die Kämpfe um die Frage danach, in welcher Gesellschaft wir leben wollen, einmischt.

Deshalb wenden wir uns explizit an solche Wissenschaftlerinnen unseres Faches, von denen wir annehmen, dass sie mit ihrer kritischen fachlichen Sicht und ihren theoretischen Einschätzungen zur Lage der Sozialen  an unserer Seite stehen.
Wir würden uns freuen, wenn die Resolution auch in euren Kreisen und Kooperationsfeldern diskutiert und beachtet würde. Bitte verteilt und verschickt sie weiter, wenn Ihr sie mittragen könnt.

Wenn nicht, wären wir dankbar für eure Meinung. Ihr könnt uns, die TeilnehmerInnen und VeranstalterInnen der oben genannten Tagung  auf unserem Blog erreichen: http://sozialearbeit.einmischen.info.

 

Mechthild Seithe

Maren Schreier

Beate Köhn

 

Es haben genau 3 WissenschaftlerInnen geantwortet. Schade eigentlich.

Der neue Bundeskongress Soziale Arbeit in Hamburg hat den Titel: Politisierung der Sozialen Arbeit", das lässt hoffen. Wir fragen uns aber, wie konkret das werden wird? Mit bloßen Analysen und verschraubten Sätzen ist uns und der kritischen Bewegung am Ort nicht gedient!

 

Kommentar schreiben

Sicherheitscode
Aktualisieren