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Was ist kritische Soziale Arbeit heute?

Was ist heute kritische Soziale Arbeit?

(Vortrag von Prof. Dr. Timm Kunstreich in Hannover am 19.11.2011 und in Berlin am 07.07.2012; Auszüge aus: kritische Theorie/historischer Materialismus 2001)


Drei grundlegende Vorbemerkungen zur Markierung meiner Position:

(1) „Theorie im traditionellen ... Sinn, wie sie im Betrieb der Fachwissenschaften überall lebendig ist, organisiert die Erfahrung auf Grund von Fragestellungen, die sich mit der Reproduktion des Lebens innerhalb der gegenwärtigen Gesellschaft ergeben. ... Die soziale Genesis der Probleme, die realen Situationen, in denen die Wissenschaft gebraucht, die Zwecke, zu denen sie angewandt wird, gelten ihr selbst als äußerlich. – Die kritische Theorie der Gesellschaft hat dagegen die Menschen als die Produzenten ihrer gesamten historischen Lebensformen zum Gegenstand. ... Die Gegenstände und die Art der Wahrnehmung, die Fragestellung und der Sinn der Beantwortung zeugen von menschlicher Aktivität und dem Grad ihrer Macht“ (Horkheimer 1968: 192).

(2) „Der Mensch lebt noch überall in der Vorgeschichte, ja alles und jedes steht noch vor Erschaffung der Welt, als einer rechten. Die wirkliche Genesis ist nicht am Anfang, sondern am Ende, und sie beginnt erst anzufangen, wenn Gesellschaft und Dasein radikal werden, das heißt sich an der Wurzel fassen. Die Wurzel der Geschichte aber ist der arbeitende, schaffende, die Gegebenheiten umbildende und überholende Mensch. Hat er sich erfasst und das Seine ohne Entäußerung und Entfremdung in realer Demokratie begründet, so entsteht in der Welt etwas, das allen in die Kindheit scheint und worin noch niemand war: Heimat“ (Bloch 1959: 1628, Hervorhebung i.O.).

(3) Die Endlichkeit und Vergänglichkeit als „Notwendigkeit“ der Theorie ist damit zentraler Reflexionsbezug jeglicher kritischen Theorie. Horkheimer (1968: 181ff.) befindet sich hier in Übereinstimmung mit Luxemburg („Die Marxsche Lehre wird (...) über kurz oder lang sicher ‘überwunden’ werden. Aber nur zusammen mit der bestehenden Gesellschaftsordnung“ – Luxemburg 1973: 377) und Gramscis „Philosophie der Praxis“ (1994; vgl. die Einleitung von Haug 1994: 1195ff.). Ritsert präzisiert diesen zentralen Punkt mit Bezug auf Korsch (1980): „Die Theorie ändert sich mit dem Wandel der historischen Realität. Sie ändert sich jedoch nicht in der Kernvorstellung. Dies nicht, weil sie gegen Erfahrung immunisiert wäre oder eine (bislang nicht erkennbare Alternative) zur materialistischen Wertanalyse grundsätzlich übersehen würde, sondern weil nach allem Eindruck so gut wie nichts gegen die These spricht, der Kapitalismus erhielte und behielte seine Identität als System durch das fortbestehende Verhältnis von Lohnarbeit und Kapital (...). Die ‘Orthodoxie’ der Theorie hängt am Dogmatismus der Verhältnisse; dennoch ist diese Theorie eine ‘auf Widerruf’“ (Ritsert 1973: 43f.).

Eine derartige Grundlegung hat natürlich Konsequenzen für Theorie produzierende Subjekte selbst – die Wissenschaftler oder die Gelehrten (wie Horkheimer häufig formuliert). Zunächst ist Erkenntnis mit Wahrheitsanspruch kein Privileg der Wissenschaftler. Alle Tatsachen und Ereignisse sind „in doppelter Weise gesellschaftlich präformiert: durch den geschichtlichen Charakter des wahrgenommenen Gegenstands und den geschichtlichen Charakter des wahrnehmenden Organs“ (Horkheimer 1968: 149). Der für die bürgerliche Gesellschaft typische Dualismus von Sinnlichkeit und Verstand (Wahrnehmen und Verstehen, einschließlich ihrer theoretischen Verarbeitung) ist danach kein ontologischer Befund, sondern zu kritisierende Gesellschaftlichkeit: „Wo sich [das Individuum] passiv und abhängig erfährt, ist [die bürgerliche Gesellschaft], die sich doch aus Individuen zusammensetzt, ein wenn auch bewusstloses und insofern uneigentliches, jedoch tätiges Subjekt“ (ebd.). Diese Nicht-Identität von historisch tätigen Subjekten aufzuheben, ist das Projekt, an dem kritische Theoretikerinnen und kritische Theoretiker beteiligt sind und in dem sie ihre besondere Aufgabe haben. Es ist keine komfortable Position, wie Horkheimer mehrfach und z.T. bitter betont. In diesen Zusammenhängen spricht er nicht nur von kritischer, sondern auch von „oppositioneller“ Theorie (ebd.: 165, 176). Auch unterstreicht er deutlich die notwendig kritische Distanz zum Proletariat und dessen Parteien und warnt sowohl vor den wissenschaftlichen als auch vor den moralischen Konsequenzen einer derartigen Parteilichkeit (ebd.: 163).

Nimmt man die skizzierte Position zum Maßstab für die aktuellen Tendenzen wissenschaftlicher Theoriebildung, so lässt sich unschwer feststellen, dass wesentliche Grundzüge der Kritik heute noch Gültigkeit haben. Auf der einen Seite: „Die emsige Sammelarbeit in allen Feldern, die sich mit sozialem Leben befassen, das Zusammentragen gewaltiger Mengen von Einzelheiten über Probleme, die mittels sorgfältiger Enqueten oder anderer Hilfsmittel betriebenen empirischen Forschungen, ..., bieten gewiss ein Bild, das dem sonstigen Leben unter der industriellen Produktionsweise äußerlich verwandter erscheint (und sei sie auch post-fordistisch modernisiert – T.K.) als die Formulierung abstrakter Prinzipien, als die Erwägungen über Grundbegriffe am Schreibtisch, wie sie etwa für einen Teil der deutschen Soziologie kennzeichnend war. Aber das bedeutet keinen strukturellen Unterschied des Denkens“ (Horkheimer 1968: 139f.). Unter diesem Aspekt wäre zu prüfen, ob in der Luhmannschen Systemtheorie (1998) als der avanciertesten traditionellen Theoriebildung unserer Tage nicht „einzelne Züge der theoretischen Tätigkeit des Gelehrten (wie z.B. das Beobachten – T.K.) ... hier zu universalen Kategorien, ..., gemacht, oder vielmehr entscheidende Züge des gesellschaftlichen Lebens ... auf die theoretische Tätigkeit des Gelehrten reduziert“ werden (Horkheimer 1968: 147; diesen Verdacht bestätigen Sigrist, Zimmermann, Metzner und Beckenbach und zumindest für den Stand von 1989).

Auf der anderen Seite: Die gesellschaftliche Grundformation – der Kapitalismus – scheint sich momentan erst zu „wahrer Identität“ zu entfalten, so dass die Kritik der politischen Ökonomie erst jetzt in vollem Umfang gültig wird. Allerdings haben historische Einschnitte diese Grundformation in einer Weise modifiziert, dass auch kritische Theorie – ihrem eigenen Anspruch folgend – sich entsprechend verändert.


Aus den vielen sich daraus ergebenden Fragen sollen drei näher untersucht werden:

1. Was bedeutet Kritik heute?

2. Wer ist Subjekt?

3. Welche Praxis ist gemeint?

 

Zu 1. Was bedeutet Kritik heute?

Dass es ‘so weiter’ geht, ist die Katastrophe. Sie ist nicht das jeweils Bevorstehende, sondern das jeweilig Gegebene“ – formulierte Benjamin noch vor der Shoa und nahm damit den zentralen Gedanken der „Dialektik der Aufklärung“ vorweg (1982: 592). Wie Kritik nach Auschwitz auf dennoch möglich ist, darauf weist Horkheimer selbst hin: Kritik ist mehr als eine intellektuelle Position oder gar Pose, sie ist ein „menschliches Verhalten, das die Gesellschaft selbst zum Gegenstand hat“ (1968: 155). Diesem Verhalten geht es nicht um das Verbessern der Zustände. „Die Kategorien des Besseren, Nützlichen, Zweckmäßigen, Produktiven, Wertvollen, wie sie in dieser Ordnung gelten, sind ihm vielmehr verdächtig“ (ebd.: 156; vgl. Görg/Roth 1998).

Zu einem kritischen Verhalten sind also prinzipiell alle Menschen in modernen Gesellschaften fähig.

Foucault argumentiert in die gleiche Richtung, wenn er fragt: „Wie regiert man Kinder, wie regiert man die Armen und die Bettler, wie regiert man eine Familie, ... die Staaten, ... seinen eigenen Körper, ... seinen eigenen Geist? Wie regiert man? ... Auf diese grundlegende Frage hat die Vervielfältigung aller Regierungskünste – der pädagogischen Kunst, der politischen Kunst, der ökonomischen Kunst – sowie die Vervielfältigung aller Regierungseinrichtungen geantwortet ...“ (Foucault 1992: 11). Historisch ist aber zugleich mit den Regierungskünsten noch eine andere Antwort entstanden: das kritische Verhalten bzw. die kritische Haltung. „Wenn man diese Bewegung der Regierbarmachung der Gesellschaft und der Individuen historisch angemessen einschätzt und einordnet, dann kann man ihr, ..., das zur Seite stellen, was ich kritische Haltung nenne. Als Gegenstück zu den Regierungskünsten ... ist ... eine Kulturform entstanden, eine moralische und politische Haltung, eine Denkungsart, welche ich nenne: ... die Kunst, nicht dermaßen regiert zu werden“ (Foucault 1992: 12). Die Dechiffrierung dieser Kritik als Verhalten, als Haltung, als Praxis ist nicht immer einfach. In historischen Phasen ohne ausgeprägte oppositionelle Bewegungen ist sie häufig im stummen Protest der „psychisch Kranken“, im individuellen Protest der „Rechtsbrecher“, in der Rebellion Jugendlicher („Jugendgewalt“, „Drogen“), kurz in all den Verhaltensweisen zu finden, die u.a. die Regierungskunst der Sozialen Arbeit als Auffälligkeiten, Defizite und Störungen registriert und denen sie ihre hegemoniale Existenz verdankt (Marcuse 1982; Keckeisen 1984).

Kennzeichen der Entwicklung in den letzten Jahrzehnten ist allerdings, dass Kritik immer mehr zu einer Position im Wissenschaftsbereich wird und dass die praktische Kritik, „nicht dermaßen regiert zu werden“ seit den Zeiten der Studenten- und Sozialarbeiterbewegung – symbolisiert in den „Arbeitskreisen Kritische Sozialarbeit“ – immer mehr an Bedeutung verlor bzw. sich in den sozialen Bewegungen „verallgemeinerte“. Zusammen mit deren Niedergang spielt sie heute kaum mehr eine Rolle. Ist Kritik aber die „Kunst, nicht dermaßen regiert zu werden“, müssen die Intellektuellen der Sozialen Arbeit – die Professionellen – eigene Gründe finden, weshalb sie sich gegen eine Regierungskunst, die sie selbst repräsentieren, auflehnen.

So verstehe ich auch die sich neu gründenden "Arbeitskreis kritischer Sozialarbeit" und deren bundesweite Vernetzung – ein Hoffnungsschimmer!

Wir können die Motive zu einer grundlegenden gesellschaftlichen Veränderung nicht bei unserer „Klientel“ und deren Elend entleihen. Diese verbreitete „Dienstbarkeit der Intellektuellen“ nannten Basaglia und Basaglia-Ongaro (1980) „Befriedungsverbrechen“ (so der Titel des Readers, in dem neben den Herausgebern auch Foucault, Erich Wulff u.a. sich des Themas annehmen). Auf diese Tradition muss eine kritische Theorie Sozialer Arbeit aufbauen.

 

Zu 2. Wer ist heute Subjekt?

Es gibt kein einheitliches Subjekt mit historischer Mission (vgl. zusammenfassend W.F. Haug 1985, 1987; Hauser 1987; F. Haug 1996a). Der misslungene Versuch, ein „Mono-Subjekt“ (Brie u.a. 1990) zu konstituieren, das Ökonomie, Staat, Kultur und Öffentlichkeit zugleich reguliert, macht zum einen deutlich, dass – wenn überhaupt noch von Subjekten die Rede sein soll – das im Plural geschehen (so W.F. Haug 1987: 95) und jegliche strukturelle oder funktionalistische Vorabbestimmung unterbleiben sollte (z.B. die Arbeiter, die Frauen als Subjekt usw.). Wenn aber die subjektiven Konstruktions- und Konstitutionsaktivitäten von Akteuren darüber entscheiden, was Subjekte ausmachen, dann ist auch die vielfach vorgenommene Gleichsetzung von Individuum und Subjekt nicht haltbar. Der Traum des bürgerlichen Individuums als mit sich selbst identischem Subjekt hat genau jene Abspaltungen und Trennungen zur Voraussetzung, die ein kritischer Begriff von Subjekt aufzuheben bestrebt sein muss.

Diesen komplexen Zusammenhang möchte ich am Beispiel transversaler Sozialitäten plausibel machen.

Subjekte und das Soziale strikt relational aufzufassen, hat eine Reihe von Konsequenzen:

1. Das Soziale ist von eigener Qualität. Es existiert im aktuellen Beziehungsgeflecht der ca. sechs Mrd. Erdbewohner untereinander. Es lässt sich weder aus psychischen Prozessen noch aus gesellschaftlichen Strukturen ableiten oder darauf reduzieren. Falck (1997) unterstreicht diesen Sachverhalt mit seiner Unterscheidung von Individuum und „Member“: Member ist eine Person unter dem Aspekt ihrer (aktuellen und virtuellen) Mitgliedschaft und Teilhabe in unterschiedlichen Gruppierungen.

2. Das Soziale strukturiert sich aus der Akteursperspektive in zustimmender, ablehnender, kooperierender oder konflikthafter Interaktion und Kommunikation. Diese Strukturierung ist nur aus der Zugehörigkeit zu „Sozialitäten“ heraus zu verstehen. Im Unterschied zu historischen Sozialitäten (vgl. Ariés 1978), ist jede/jeder von uns heute – entsprechend der vielfachen Ausdifferenzierungen von Produktions- und Reproduktionsbereichen, der Trennung von Öffentlichkeit und Privatheit, der Separierung der Geschlechter und Altersstufen – Mitglied in mehreren Sozialitäten, die sich z.T. überlappen, z.T. unterschiedlichen sozialen Räumen angehören oder nur zu bestimmten Altersgruppen passen. Sozialitäten existieren nur in den sie realisierenden Aktivitäten; gibt es diese nicht mehr, hört die Sozialität auf zu existieren bzw. wird zur „Erinnerung“.

3. Sozialitäten bilden sich immer quer („transversal“) zu den hegemonialen Institutionen von Familie, Schule, Betrieb, Profession usw. „Die Transversalität in der Gruppe (hier: Sozialität – T.K) ist eine Dimension, die sich konträr und komplementär zu den Strukturen verhält, die die Hierarchisierung und die sterilisierenden Transmissionsmodi von Botschaften erzeugen. ... (Sie ist) Träger des Gruppenwunsches“ (Guattari 1976: 54; vgl. Weigand/Hess/Prein 1988). Welchen Inhalt dieser „Gruppenwunsch“ als verbindendes Element einer Sozialität auch immer hat, er ist zugleich Bedingung dafür, dass die einzelne Person sich in und durch diese Mitgliedschaft sich ihrer Einmaligkeit versichert, dass sich „Individualität“ pragmatisch nur so realisieren kann (vgl. Kunstreich 1997: 16f.).

Transversale Sozialitäten sind – so eine mögliche Schlussfolgerung aus dieser Skizze – Medium und zugleich Subjekt einer „Pädagogik des Sozialen“. Die direkte Vermittlung sozialer und kultureller Kompetenzen zwischen Akteuren hat sozialisatorische und bildende Momente, die die Antinomie der traditionellen Figur von Erzieher und Zögling (auch in der Gestalt einer „advokatorischen Ethik“, vgl. Brumlik 1992) aufhebt. Aus dieser Perspektive sind Erziehungs-Subjekte immer zugleich Aneignungs-Subjekte, die „Individuen, Gruppen, soziale Schichten und Klassen, Gesellschaftssysteme, die Menschheit als Ganzes“ sein können (Mannschatz 1997: 16). Das Anzueignende bestimmt sich in den konkreten gemeinsamen Tätigkeiten (vgl. Kunstreich/May 1999) oder, wie Eberhard Mannschatz das ausdrückt: in der "gemeinsamen Aufgabenbewältigung" (2010:104ff.).

Subjekte sind also immer soziale, d.h. sie bilden sich in wechselseitiger Anerkennung als kooperative Praxis in einem spezifischen Kräfte- und Konfliktfeld. Sie werden damit zu Akteuren in Diskursen im Sinne Foucaults (1973), d.h. zu denjenigen, die durch ihre Praxen, die Dispositive – die „Prägestempel“ – von Geschlecht, Klasse und Ethnie/Kultur re-produzieren und, indem sie es tun, verändern, erweitern oder verengen. Fraser (1994: 249ff.) gibt dafür mit den Diskursen um „davongelaufene Bedürfnisse“ ein gelungenes Beispiel, ähnlich Connell (1995) mit der diskursiven Hervorbringung „hegemonialer Männlichkeiten“.


Zu 3. Welche Praxis ist gemeint?

Die Differenz von „Theorie“ (wenn damit die Erarbeitung wissenschaftlicher Texte gemeint ist) und „Praxis“ (wenn damit der berufliche und familiäre Handlungsalltag gemeint ist) ist dabei zunächst der zwischen einem handlungsentlastetem Reflektieren, in dem – was den Gegenstand der Analyse angeht – die Zeit quasi angehalten wird, d.h. ohne Entscheidungsdruck aus allen sinnvollen Perspektiven eine Sache analysiert wird, und einem aktuellen Entscheidungs- und Handlungsdruck, der – einmal vollzogen – irreversibel im Kräftefeld des Kontextes wirkt (Bourdieu 1987; Schwingel 1993: 41ff.). In der hegemonialen Arbeitsteilung der Geschlechter- und Klassenverhältnisse wird das Zeitprivileg wissenschaftlicher Praxis zu einem sozialen Privileg, das nicht nur mit überdurchschnittlicher Entlohnung honoriert wird, sondern auch noch mit der ebenfalls hegemonial geteilten Gewissheit, dass wissenschaftliches Wissen per se (= Praxis der Wissenschaftler) besser, „wahrer“ ist als Alltagswissen. Deutungsmacht im gesellschaftlichen Kontext wird mit „Wahrheit“ in der öffentlichen Meinung und im Alltagsleben verwechselt (Bauman 1995: 103). Es geht hierbei nicht um Gegenstandsbereiche z.B. der Physik, sondern um die Formbestimmtheit wissenschaftlichen Wissens (Horkheimer 1968: 144ff.). Unter der Voraussetzung, dass kritisches Verhalten eine Potenz aller Subjekte ist, gibt es aber keinen plausiblen Grund für die Annahme, dass eine gesellschaftliche Wissensdomäne allen anderen aus der Struktur der Erkenntnis (der Denkform) heraus überlegen sei. „Alle Menschen sind Intellektuelle, könnte man ... sagen, aber nicht alle Menschen haben in der Gesellschaft die Funktion von Intellektuellen“ (Gramsci 1996: 1500). Wie Klatetzki schlüssig nachweist, besteht aus kulturanalytischer Sicht die Gleichberechtigung von Wissensdomänen darin, „dass Menschen Erzeuger und Benutzer von Deutungen sind“ (1993: 53). Solche Deutungssysteme sind sowohl die Wissenschaften als auch das Alltagsverständnis. Dieser Befund hat für die Praxis der Sozialwissenschaften weitreichende Konsequenzen, wenn man Bauman zustimmt: „Sowohl was seine Erzählungen als auch was seine Objekte/Produkte angeht, ist der soziologische Diskurs nichts weiter als ein Strudel im unendlichen Fluss menschlicher Erfahrungen, aus dem er Material entnimmt und in den er Material entlädt“ (1995: 105). Die sozialen Orte des herrschenden soziologischen Diskurses sind die hegemonialen Ordnungen, die in diesem Diskurs immer wieder bestätigt und verfeinert werden. „Man hoffte, diese Soziologie würde reformerisch sein und baute sie als Regulierungswissenschaft auf. Von Anbeginn war die soziologische Erzählung ... monologisch ..., sie konstruierte die von ihr studierten Bevölkerungsgruppen als Objekte, die durch die Konstellation äußerer Faktoren bewegt wurden, wie Körper, die durch das Zusammenspiel physischer Kräfte bewegt werden, und sie leugnete, oder ließ außer acht, dass der ‘andere’ ein anderes Bewusstsein war, ein Partner im Dialog“ (ebd.: 108).

Statt von den Höhen kapitalistischer Akkumulation, den Bastionen des Staates und den Arkaden der Zivilgesellschaft wäre also von den Wohnküchen, Trampelpfaden und unbewachten Übergängen als Räume und Zeiten in der Alltagspraxis vielfältiger Sozialitäten auszugehen. Aus dieser Perspektive lassen sich die in der Sozialen Arbeit bedeutsamen Ereignisse als Kampf um „soziale Zensuren“ (Sumner 1991) verstehen, als Auseinandersetzung um eine gerechte Platzierung der Akteure – explizit um die der „Klienten“ (der „Unmündigen“) - implizit um die der Professionellen selbst. „Hilfsbedürftig“, „erziehungsbedürftig“, „die schwierige Jugendliche“, „der Behinderte“ usw. sind derartige „soziale Zensuren“. Sie geben wenig Auskunft über die Praxen der so gekennzeichneten Subjekte, sondern sind (meist unhinterfragte) eingriffsberechtigende Deutungen der Professionellen als den Praktikern der „Regierungskunst“. Die legitime Verteilung der Platzierungs-Zensuren bedarf des professionellen Monologes, der sich in Anamnese und Diagnose als jenes höhere Wissen realisiert, das zu entsprechender Behandlung berechtigt und die dafür „angemessenen“ und „notwendigen“ Ressourcen mobilisiert. Die „großen Erzählungen“ von Prävention, Integration und Hilfe sind die Mythen, mit denen die Professionellen ihrem Tun quasi religiöse Weihen verleihen und eine patriarchale Struktur von sozialer Gerechtigkeit stabilisieren: „Ich weiß, welcher Platz in der Gesellschaft für Dich gut ist“. Eine kritische Soziale Arbeit hingegen verbindet die Tatsache der Gleichberechtigung der Wissensdomänen und Deutungsmuster mit der kontrafaktischen normativen Annahme der Gleichheit aller Subjekte. Dass „Gerechtigkeit“, nicht „Hilfe“ der normative Bezugspunkt kritischer Sozialer Arbeit ist, dass mithin die Vorstellung einer egalitären Gerechtigkeit der Orientierungspunkt ist, hat praktische Konsequenzen:

1. „Es gilt, wegzukommen von der Illusion und Anmaßung, das ‚Soziale‘ könne produziert werden; soziale Netze, Sinn und Biographie könnten aus Sozialpädagogik und Maßnahmen gemacht werden“ (Diemer 1992: 62).

2. Die Praxen transversaler Sozialitäten bzw. ihre einzelnen Mitglieder sind Ausgangs- und Bezugspunkt kritischer Sozialer Arbeit. Prospektive Dialoge (statt retrospektiver Monologe), beinhalten den Versuch, gerechtere Platzierungen nach Maßgabe der Adressaten zu realisieren. Dabei kommt es vor, dass die Professionellen scheitern, weil die hegemoniale institutionelle Verfasstheit nur eine begrenzte Zahl von Positionen für „gerecht“ hält. (Der habituell kontrolliert konsumierende Drogengebraucher gehört z.B. nicht dazu.)

Praxisbeispiel

Praxis als Dialog hat seit Addams (Müller 1988a; Staub-Bemasconi 1995) und Buber (1992) eine professionspolitische Basis, die eine noch längst nicht genügend beachtete Traditionslinie kritischer Sozialer Arbeit stiftet: von den beiden Genannten über Bernfeld (1992 ff.; Hörster/Müller 1992) und Korczak (Langhanky 1993) bis Freire (1973). In dieser Linie war und ist ein Perspektivwechsel enthalten, den man heute als den von den Höhen systemreproduzierender Sozialpolitik zu den Alltagspraxen einer Politik des Sozialen ausbuchstabieren könnte (vgl. WIDERSPRÜCHE-Redaktion 1984, 1989; Kunstreich 1999).

Theorie in diesem Sinne kann Praxis nicht anleiten, in der Praxis muss und kann sich aber erweisen, ob die Annahmen der Theorie plausibel sind.

Dazu das folgende Beispiel:

Frau M. lebt in einem citynahen Stadtteil von Frankfurt. Sie ist Anfang 60 und leidet unter krankhaftem Verfolgungswahn. Seit Jahren lässt sie deswegen niemanden mehr in ihre Wohnung. Die Caritas kennt Frau M. schon länger. Aber auch die Mitarbeiter der Caritas lässt Frau M. nicht mehr in die Wohnung, weder für die tägliche Pflege noch für das Liefern von Essen. Sie hat Angst, dass sie von den Mitar­beitern während ihrer Dusche beklaut wird und dass das Essen, das die Caritas ihr liefert, vergiftet ist. Frau M. trinkt ihr tägliches Pensum Alkohol am Wasserbüdchen um die Ecke, ernährt sich mit Vorliebe von Sahnetorten im Café in der Seitenstraße. Ihr gesundheitlicher Verfall, ihre Verwahrlosung und die damit einhergehende Isolation führen zur Einschätzung, dass man ihr helfen muss. Ihr krankhaftes Misstrauen gegen jede fremde Person setzen der täglichen Pflege und Sozialarbeit Grenzen. Die Einwei­sung in ein Heim ist die Form der Hilfe, die in solchen Situationen als angemessen und unter den ge­gebenen Bedingungen als professionell gilt“ (Manderscheid 1997)

Deutet die oder der Professionelle diese Situation als problematisch, wird schnell der Paragraph gefunden sein, der „Selbstgefährdung“ diagnostiziert, so dass entsprechend entscheidungsbefugte Stellen das Verhalten der Frau als gefährlich und defizitär definieren können. Die routinierte Standartversion dieses Entscheidungsprozesses macht den Träger dieser Professionellen zu einem verlässlichen Handlungspartner – was allen (professionellen) Seiten nützt. Diese professionelle Haltung kann mit Freire wie folgt charakterisiert werden:

Die Wohlfahrtsempfänger „werden als Einzelfälle behandelt, als Randerscheinungen, die von den allgemeinen Normen einer ‘guten, organisierten und gerechten‘ Gesellschaft abweichen. Die Unterdrückten werden als pathologische Fälle der gesunden Gesellschaft betrachtet, die deshalb diese ‘inkompetenten und faulen‘ Leute an ihre Verhaltensformen anpassen muss, indem sie ihre Mentalität verändert. Diese Randfiguren müssen in die gesunde Gesellschaft, die sie ‘im Stich gelassen haben‘, ‘integriert und inkorporiert‘ werden“ (Freire 1973: 59) – oder eben als „alte Verwirrte“ „inkludiert“ werden, was in diesem Fall den Einschluss in ein Pflegeheim bedeuten würde.

Wird das Deutungsmuster der bzw. des Professionellen jedoch von einer kritischen Position geprägt, ist eine grundlegend andere Verarbeitung des Ereignisses möglich:

Die Sozialarbeiter der Caritas versuchen dennoch, alternative Lösungen für Frau M. zu finden. Sie setzen sich mit den Personen in Verbindung, zu denen Frau M. noch täglich Kontakt hat: der Mann vom Wasserbüdchen und das Personal vom Café. Die Sozialarbeiter schildern den Leuten das Pro­blem und fordern sie auf, über mögliche alternative Lösungen nachzudenken, Ideen sind gesucht, die dort anfangen, wo die professionelle Sozialarbeit endet. Und nach einigen Gesprächen findet sich eine Lösung.

Nun liefert die Caritas das ‚Essen auf Rädern’ täglich an den Kiosk, und der Betreiber kümmert sich darum, dass Frau M. das Essen zu sich nimmt. Die Sache klappt: Frau M. vertraut dem Mann. Die Cafébesitzerin stellt die Personaldusche zur Verfügung. Frau M. ist damit einverstanden, dass die Mit­arbeiterinnen und Mitarbeiter von der Sozialstation der Caritas nunmehr die Grundpflege außerhalb ihrer Wohnung in der Personaldusche des Cafés vornehmen. Frau M. lebt weiterhin in ihrem vertrau­ten Umfeld. Die Pflege und die Sozialarbeit werden flexibel in die Lebenswelt von Frau M. eingebettet. Der Platz im Heim bleibt vorerst leer“ (Manderscheid 1997).

 

Abschließend: die vier Komponenten des Arbeitsprinzips Partizipation

Mit Paulo Freire gehen wir davon aus, dass die großen generativen Themen unserer Zeit die von Herrschaft und Befreiung sind. “Ich habe diese Themen ‚generativ‘ genannt, weil sie (...) die Möglichkeit enthalten, in viele mögliche Themen weiter entfaltet zu werden, die ihrerseits nach Durchführung neuer Aufgaben verlangen” (Freire 1973, S.84, Fn. 19). In jeder konkreten Handlungssituation haben die Teilnehmenden konkrete Anliegen (“mögliche Themen..., die ihrerseits nach Durchführung neuer Aufgaben verlangen”). Da in unserem Ansatz erstens die Wissens- und Erfahrungsdomänen aller an einer Situation Beteiligten gleichwertig, aber zweifellos unterschiedlich sind, eine Unterschiedlichkeit, die erst hervortreten kann, wenn sie als gleich wert anerkannt ist; und da zweitens in der hegemonialen Ordnung des sozialen Raums die objektive Differenz zwischen Professionellen und AdressatInnen nicht einfach übersprungen werden kann, kommt es in der Handlungssituation entscheidend darauf an, sich auf ein “Gemeinsames Drittes” (Brecht)1 zu verständigen. Dieses Gemeinsame Dritte ist die verhandelte Grundlage, auf der der nächste Handlungsschritt aufbaut. Aus dieser gemeinsam entwickelten Problemsetzung (vgl. Klatetzki 1995, S.49) generieren die Professionellen eine Handlungsorientierung.

Bezogen auf die Besonderheit jeder Handlungssituation wird durch die professionelle Handlungsorientierung deutlich, dass jede Situation eine Grenzsituation ist. Im Anschluß wiederum an Paulo Freire geht es darum, gemeinsam eine Option zu finden, was jenseits der jeweiligen Grenze liegt (oder vermutet bzw. angestrebt wird). Denn “in Grenzsituationen ist die Existenz von Menschen mitgesetzt, denen diese Situation direkt oder indirekt dient, und von solchen, deren Existenzrecht durch sie bestritten wird und die man an die Leine gelegt hat. Begreifen letztere eines Tages diese Situation als Grenze zwischen Sein und Menschlicher-Sein und nicht mehr als Grenze zwischen Sein und Nichts, dann beginnen sie ihre zunehmend kritischeren Aktionen darauf abzustellen, die unerprobten Möglichkeiten, die mit diesem Begreifen verbunden sind, in die Tat umzusetzen”. (Freire 1973, S. 85)

Mit dieser Praxis der Verständigung wird eine deutliche Unterscheidung zu traditionell-diagnostischen Ansätzen markiert. Nicht selten wird in diesen explizit, in der Regel aber immer implizit von Grenzen gesprochen: “dem Klienten Grenzen setzen” (oder verdeutlichen, oder ziehen, oder aufzeigen, oder anmahnen) zeigen scharf konturiert und unverhohlen den Anspruch dieser Ansätze, wonach sie kraft ihrer professionellen Überlegenheit nicht in den Dialog treten müssen, nicht auszuhandeln haben, sich nicht verständigen müssen, sondern aufgrund professionellem beruflichen Wissen in Überlegenheit entscheiden. Doch was, wenn diese einseitige Grenzsetzung nicht eingehalten wird, wenn sie eigenmächtig überschritten wird, wie dies häufig der Fall ist? Dann bleiben dem traditionellen Theorie-und Praxismodell nur Sanktionsdrohungen. Damit verschwindet jedoch der “pädagogische Bezug”, der in der Regel in einem Atemzug mit der Metapher der Grenzsetzung genannt wird. Und damit wird dieser pädagogische Bezug als bloßes Legitimationsinstrument des hegemonialen Definitionsanspruchs deutlich. Denn es entsteht eine Spirale, in der sich der widerstehende Adressat den steten und erneuten Anläufen des Professionellen erwehrt; es entsteht ein Kräftemessen, in dem weder die Adressaten ihre Deutungen als “wahr” durchsetzen noch Professionelle “wahre” Pädagogen sein können: der pädagogische Bezug zieht nicht mehr.

Der kritische und dialogische Ansatz versucht, diesem sinnlosen Kräftemessen zu entgehen. Er ist bescheidener, er ist realistischer. Er will in erster Linie das gemeinsame Dritte als die Aktion der gemeinsam verantworteten Grenzüberschreitung, der begrenzten Regelverletzung im oben angedeuteten Sinn. Er will, dass diese Aktion von den AdressatInnen als nützliche Assistenz erfahren und bewertet wird. Sein “pädagogischer Bezug” ist keine Legitimation für die Grenzsetzung, ist kein Instrument professioneller Vorherrschaft. Er verlässt diese menschenbildnerische Perspektive zugunsten des Versuchs einer gemeinsamen Praxis, einer Praxis des Dialogs und der Aufklärung: “Es kommt auf nichts anders an, daß jedem von zwei Menschen der andere als dieser bestimmte Andere widerfährt. Jeder von beiden den anderen ebenso gewahr wird und eben daher sich zu ihm verhält (...), wobei er den anderen nicht als sein Objekt betrachtet und behandelt, sondern als seinen Partner in einem Lebensvorgang, sei es auch in einem Boxkampf.” (Buber 1992, S. 274)

Dass das gelingt, können kritische Professionelle allerdings niemandem versprechen, weder dem Adressaten, noch ihren Auftraggebern. Der kritische und dialogische Ansatz ist stets ein Versuch. Damit bleibt der Ausgang immer ungewiss. Und gerade in dieser Ungewissheit, in seinem steten Versuch, hinter die Grenze zu kommen, liegt seine Chance.

 

Lob der dritten Sache

“Immerfort hört man, wie schnell

Die Mütter die Söhne verlieren, aber ich

Behielt meinen Sohn. Wie behielt ich ihn? Durch

Die dritte Sache

Er und ich waren zwei, aber die dritte

Gemeinsame Sache, gemeinsam betrieben, war es, die

Uns einte

Oftmals selber hörte ich Söhne

Mit ihren Eltern sprechen

Wieviel besser war doch unser Gespräch

Über die dritte Sache, die uns gemeinsam war

Vieler Menschen große, gemeinsame Sache

Wie nahe waren wir uns, dieser Sache

Nahe! Wie gut waren wir uns, dieser

Guten Sache nahe!”

(Bertold Brecht, (1967, Bd. 2, S. 878 (Die Mutter))


Literatur

Ariés, P.: Geschichte der Kindheit, München 1978
Basaglia, F./Basaglia-Ongaro, F. (Hrsg.): Befriedungsverbrechen, Frankfurt/M. 1980
Bauman, Z.: Ansichten der Postmoderne, Hamburg 1995
Benjamin, W.: Gesammelte Schriften, Band 5, Frankfurt/M. 1982
Bernfeld, S.: Sämtliche Werke, Weinheim 1992ff.
Bloch, E.: Das Prinzip Hoffnung, 3 Bände, Frankfurt/M. 1959
Bourdieu, P.: Sozialer Sinn, Frankfurt/M. 1987
Brie, A. u.a.: Sozialismus am Scheideweg, Berlin 1990
Brumlik, M.: Advokatorische Ethik, Bielefeld 1992
Buber, M.: Das dialogische Prinzip, Gerlingen, 6. Aufl. 1992
Clarke, J. u.a.: Jugendkultur als Widerstand, Frankfurt/M., 2. Aufl. 1981
Connell, R.: ‚The big picture‘. Formen der Männlichkeit in der neueren Weltgeschichte, in: WIDERSPRÜCHE, Heft 56/57, 1995, S. 23-45
Diemer, N.: Verliererproduktion, in: WIDERSPRÜCHE, Heft 45, 1992, S. 57-62
Falck, H.: Membership, Stuttgart 1997
Foucault, M.: Die Archäologie des Wissens, Frankfurt/M. 1973
Foucault, M.: Was ist Kritik? Berlin 1992
Fraser, N.: Widerspenstige Praktiken, Frankfurt/M. 1994
Freire, P.: Pädagogik der Unterdrückten, Reinbek 1973
Guattari, F.: Psychotherapie, Politik und die Aufgaben der institutionellen Analyse, Frankfurt/M. 1976
Görg, C./Roth, R. (Hrsg.): Kein Staat zu machen, Münster 1998
Gramsci, A.: Gefängnishefte, Band 7, Hamburg 1996
Haug, F.: Frauenpolitiken, Hamburg 1996
Haug, W.F.: Pluraler Marxismus, Band 1, Berlin 1985
Haug; W.F.: Pluraler Marxismus, Band 2, Berlin 1987
Haug, W.F.: Einleitung zu: Gramsci, A.: Gefängnishefte, Band 6, Hamburg 1994, S. 1195-1221
Haug, W.F. (Hrsg.): Historisch-Kritisches Wörterbuch des Marxismus, Hamburg 1994ff. (angelegt auf 12 Bände)
Hauser, K. (Hrsg.): Viele Orte überall? Feminismus in Bewegung, Berlin 1987
Hörster, R./Müller, B. (Hrsg.): Jugend, Erziehung und Psychoanalyse, Neuwied 1992
Horkheimer, M./Adorno, T.: Dialektik der Aufklärung, (Reprint o.O., o.J.) 1947
Horkheimer, M.: Traditionelle und kritische Theorie, in: ders., Kritische Theorie der Gesellschaft, Band II, Reinbek 1968, S. 137-200
Keckeisen, W.: Pädagogik zwischen Kritik und Praxis, Weinheim 1984
Klatetzki, T.: Wissen, was man tut, Bielefeld 1993
Korsch, K.: Rätebewegung und Klassenkampf, Band 2, Frankfurt/M. 1980
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