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Tagebuch Soziale Arbeit

Wir planen die Herausgabe eines Bandes mit anonymisierten, konkreten Schilderungen aus dem SozialarbeiterInnenalltag 2012.

Es geht darum, die Situation unserer Profession deutlich zu machen.

SozialarbeiterInnen können selber Tagebuchnotizen schicken (an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!).

Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, Beispiele, Geschichten, Problemlagen einem Interviewer zu berichten. Wer sich zu einem Interview bereiterklären möchte, bitte auch unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! melden. Unser Projektbüro wird dann einen Termin mit ihm oder ihr vereinbaren.

 

Rückmeldung: "Das kann ich nicht mehr verantworten."

Das neue Buch mit den kritischen und ungeschönten Berichten aus dem Alltag der Sozialen Arbeit läuft gut an.

Rückmeldungen kommen aus allen Ecken Deutschlands und auch schon aus dem Ausland.

Hier ein Beispiel:

"Nach der Lektüre:
Das Diktat der Effizienz (New Social Management) fordert absolute Unterwerfung unter betriebswirtschaftlicher Kalkulation : „Quicker, Sheaper, better“.
Diese einseitige Lenkungsmaxime politischer Führung ist totalitär, verstösst gegen das Grundgesetz ebenso wie sie die grundlegenden Menschenrechte verletzt, sogar das Bürgerliche Gesetz (seit 1900 BGB)! Noch immer ist in Deutschland unterlassene Hilfeleistung ein Strafbestand.

Unsere Väter und Großväter haben nach 1933 die Transformation des Rechtsstaates hingenommen oder hinnehmen müssen Aber wir?
Was tun?".

H.Z.

zur Diskussion!

hier ein Ausschnitt aus einer Rezension zum Buch "Das kann ich nicht mehr verantworten" zu lesen im Blog www.verrueckte-buecher.de

... "Dann kenne ich auch viele Sozialarbeiter, die nebenbei noch eine andere Leidenschaft haben, schreiben, malen, Sportteams coachen, Musiktherapie oder anderes. Für all diese ist die soziale Arbeit nicht die einzige Tätigkeit, zumeist aber die, von der sie ihre Rechnungen bezahlen. Kurzum, ich entedecke unter den Sozialarbeitern vielseitig interessierte und begabte Menschen, die mit ihrer Leidenschaft für Soziale Arbeit genügend Geld zum Leben verdienen, nebenbei aber noch anderen Leidenschaften nachgehen. Zu diesen Lebenskünstlern zählen auch viele EX-INler*.

In meinen Augen kommen diejenigen Menschen am besten mit der Situation in der Sozialen Arbeit zurecht, die gar nicht einen möglichst einträglichen Brotberuf, Sicherheit und genug Geld für ihre Familie suchen. Sondern Menschen, die sowieso lieber in Teilzeit arbeiten und für die es um den Sinn der Arbeit, um ihre diversen Interessen, um Kreativität geht. So kann ich die Klage schon nachvollziehen, dass Soziale Arbeit als Brotberuf ungeeignet ist. Aber vielleicht hätte man sich auch beruflich anders orientieren sollen, wenn es um einen Brotberuf geht?

Für Betroffene, die oft lernen, aus der Not eine Tugend zu machen, von Hartz IV gut zu leben, diverse kreative Interessen und Projekte zu pflegen, die eigentlich immer nur genug Geld für alle Rechnungen und ein bisschen Vergnügen wollen, ist dieses Berufsfeld nach wie vor interessant."

*"EX-INler streben in den sozialen Bereich, wollen dort arbeiten, wo jetzt Sozialarbeiter von den schlechten Konditionen berichten. ...  Viele von den EX-INlern haben einige Zeit von Hartz IV oder Grundsicherung gelebt. Eine Stelle bei einem freien Träger, wenn auch befristet, ist für sie ein Schritt vorwärts."

 

Ist diese Position eine akzeptable oder gar geniale Möglichkeit zum gut Überleben als SozialarbeiterIn? Was meint Ihr?

Rezension zum Buch "Das kann ich nicht mehr verantworten"

Hier eine ausführliche Rezension von Maren Schreier bei social-net.



SozialarbeiterInnen-Buch erscheint im September

Im Herbst ist es soweit!

Viele LeserInnen unseres Blogs sind über das Projekt "Tagebuch Soziale Arbeit" informiert. Das Blog einmischen.com  hat über einen längeren Zeitraum hinweg immer wieder Ausschnitte aus dem geplanten Band veröffentlicht.

Jetzt wird das Buch, herausgegeben von Mechthild Seithe und Corinna Wiesner-Rau, unter dem Titel

"Das kann ich nicht mehr verantworten!" - Stimmen zur Lage der Sozialen Arbeit"

im September im Paranus Verlag erscheinen.

  Seithe-Cover

Die HerausgeberInnen hoffen, mit diesem Band einen wirkungsvollen Beitrag zur Offenlegung der Wirklichkeit in der Sozialen Arbeit geleistet zu haben, der zum einen endlich einmal die SozialarbeiterInnen selbst zu Wort kommen lässt und der zum Zweiten Schluss macht mit der Tabuisierung und Verschleierung der hochproblematischen Lage der gegenwärtigen Sozialen Arbeit.

Wir konnten uns mit dem Verlag auf einen Preis von 21,95 Euro einigen. 

Das Buch enthält weit über 50 Texte, die im Wesentlichen durch ausführliche Interviews mit SozialarbeiterInnen aus verschiedenen Arbeitsfeldern der Sozialen Arbeit zustande gekommen sind. Alle Texte sind vollständig anonymisiert und psydonymisiert. 

Ab sofort kann das Buch beim Verlag oder auch im Buchhandel vorbestellt werden. 

Tagebuch Soziale Arbeit - 7. Folge

Aus für unser Jugendzentrum

Ich bin seit einiger Zeit im Kontext „Jugend verschwindet“ politisch engagiert, um etwas gegen die Demontage insbesondere der Jugendarbeit für Jugendliche und junge Erwachsene zu tun. Denn die, so ist mein Eindruck, leidet am meisten unter dem Sparkurs in der offenen Jugendarbeit.

Seit Kurzem bin ich nun auch selbst betroffen. Mein Jugendzentrum, bisher von städtischen Mitarbeitern geführt, soll in absehbarer Zeit an einen nicht städtischen Träger gehen, der jetzt schon die Kinderarbeit im gleichen Gebäude macht. Das klingt erst mal logisch. Fakt ist aber, dass der Träger unsere Arbeit einfach mal mitmachen soll. Es wird keine weiteren Stellen, keine Sachmittel, keine Honorarmittel geben. Die spart die Stadt bei dieser Gelegenheit ein. Und der Träger wird die Aufgabe übernehmen und irgendwie – in der Hoffnung auf Synergieeffekte – mitmachen. So kann man nach außen so tun, als ob alles weiter geht. Tatsächlich aber ist das das Aus für unsere Arbeit, für dieses konkrete Angebot und seine Nutzerinnen und Nutzer.

Und so spart sich die Stadt immer weiter durch die Jugendarbeitsszene. Wir hatten in unserem Bezirk ja schon immer eine Personalausstattung, die unter dem Mindeststandard lag.

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