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Tagebuch Soziale Arbeit

Wir planen die Herausgabe eines Bandes mit anonymisierten, konkreten Schilderungen aus dem SozialarbeiterInnenalltag 2012.

Es geht darum, die Situation unserer Profession deutlich zu machen.

SozialarbeiterInnen können selber Tagebuchnotizen schicken (an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!).

Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, Beispiele, Geschichten, Problemlagen einem Interviewer zu berichten. Wer sich zu einem Interview bereiterklären möchte, bitte auch unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! melden. Unser Projektbüro wird dann einen Termin mit ihm oder ihr vereinbaren.

 

Tagebuch Soziale Arbeit - 2. Folge

Ich möchte auf Dauer kein Feuerlöscher sein


Du wunderst dich, dass ich nach 2 Jahren Familienhilfe und Einzelfallhilfe das Arbeitsfeld wechseln will? Und dass, obwohl ich eigentlich in diesen Jahren durchaus gute Arbeit machen konnte und meine Situation mir selber wie der reine Glücksfall vorkam?

Eben genau deswegen! Weil ich nicht damit rechnen kann, dass es so weiter geht.

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Tagebuch Soziale Arbeit - 1. Folge

Das Projekt "Tagebuch Soziale Arbeit" hat inzwischen über 30 Text gesammelt. Wir brauchen noch viel mehr Texte. Weiterhin können Texte geschickt werden. Und es werden auch nach wie vor Interviews geführt, aus denen dann ein passender Text entwickelt wird.

Ab jetzt werden wir pro Monat einen dieser Texte vorab hier veröffentlichen.

1. Text:

Ihre Beratung ist ineffektiv, Frau Körber!

Berufsberatung Jugendlicher

Du glaubst es nicht, was mir gestern passiert ist! Ich kann es selber noch nicht glauben. Und du weißt, nach 28 Jahren als Sozialarbeiterin in der Berufsberatung kann mich so schnell nichts mehr umhauen.

Bisher dachte ich immer, dass es mir mit meiner Arbeit zum Glück gelungen sei, dem ganzen ARGE-Schreck und Hartz IV-Wahn von der Schippe zu springen, sozusagen in eine Nische, wo wir weiterhin gute Arbeit machen konnten. Uns war bisher möglich, mit den jungen Leuten, die ja in der Regel eine sehr krause Biografie und meist eine gescheiterte Bildungsbiografie hinter sich haben, wirkliche Beratung zu machen, also mit ihnen in Ruhe und gründlich zu erarbeiten, was sie in ihrem Leben leisten, arbeiten, erreichen wollen, was sie können, wo ihre Interessen liegen, welche Schwierigkeiten sie bei einer Ausbildung oder einem bestimmten Beruf bei sich selber glauben überwinden zu müssen und wie das gehen kann usf. Und wenn es mal andere Probleme gab, die nicht unmittelbar mit ihrer beruflichen Zukunft zusammen hingen, sich in ihrem Leben aber gerade heftig in den Vordergrund schoben, dann sprachen wir auch darüber. Denn was nutzt mir ein junger Mann, der die ganze Zeit über seinen Liebeskummer oder seine Handyschulden nachdenkt, während ich versuche, ihm irgendwelche Ausbildungswege aufzuzeigen?

Und das war alles gut so und auch im Team erwünscht und gewürdigt. Klar, ich habe schon gesehen, dass die Leitung immer deutlicher auf Erfolgsmeldungen und schnelle Durchgänge und flotte Ergebnisse zählt.

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Tagebuch Soziale Arbeit -Zwischenbericht zum Projekt

Das Projekt ist im März 2012 angelaufen.

Hier eine Zwischenbilanz:

Inzwischen liegen 5 eingeschickte Texte vor und weitere 15 Texte, die durch Interviews entstanden sind.

Die Themen kreisen bisher um die schwierigen Arbeitsbedingungen und um Kritik daran, dass Soziale Arbeit durch das Effizienzdenken tatsächlich ineffektiv, bürokratisch und oberflächlich geworden ist.

Die Texte sind stilistisch entweder als Tagebucheintrag, als Brief, als Gesprächsnotiz, als kleiner Reflektionsbericht u.ä. gestaltet.

Die Berichte thematisierenbisher vor allem Themen und Fälle dem Arbeitsfeld ASD/Hilfen zur Erziehung. Aber es sind auch Texte

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Projekt Tagebuch Soziale Arbeit

Ideen aus dem "Projektbüro"

Worum es geht

Es geht bei diesem Projekt darum, einen Weg zu finden, die Soziale Arbeit für Außenstehende sichtbar und erfahrbar zu machen. Es geht darum, dass wir als professionelle SozialarbeiterInnen, die lange schon in enge Korsetts gezwängt und hinten und vorne beschnitten ihre Arbeit tun müssen und auch immer - im Interesse der KlientInnen - versuchen, trotz allem das Beste daraus zu machen. Wir möchten zeigen: was wir tun, was wir können, wie wir arbeiten und was wir erreichen. Freilich kann es nicht anders sein, als dass dabei auch thematisiert wird: was ist schwer, was wird unmöglich gemacht und wodurch? Das Buch soll spannend, informativ, möglicherweise auch beeindruckend werde, vermutlich aber  muss es auch schockieren, denn was wir täglich in unserer Arbeit runterschlucken müsseb - hier kann es raus, hier soll es raus und hier haben wir die Mäglichkeit, der Öffentlichkeit, unseren Trägern, der Politik und natürlich auch den MedienvertreterInnen klar zu machen, was da wirklich läuft in der Sozialen Arbeit heute.

 

„Tagebuch Soziale Arbeit“ kann heißen:

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Gedanken zum "Tagebuch Soziale Arbeit"

  • Eine freie Journalistin meinte vor kurzem auf die Frage, was wir schreiben sollen, damit man uns wahrnimmt und unsere Probleme auch erkennen kann:
    „Schreibt, was ihr im Alltag erlebt, was ihr tut, was ihr tuen möchtet, es aber nicht geht, weil ihr die Bedingungen nicht habt, was euch belastet, was euch Befriedigung und Freude über euren Beruf vermittelt, was euch traurig macht oder aber verzweifelt, weil ihr nicht so arbeiten könnt, wie es eure KlientInnen wünschen würden. Schreibt endlich auf, was ihr bisher für euch behaltet, was ihr schluckt, wozu ihr schweigt.“

  • Wir müssen also das Bild selber prägen und inhaltlich bestimmen, das die Öffentlichkeit von uns hat.

 

Der Aufruf gilt:

  • Macht für die Öffentlichkeit eure „Überlastungsanzeige“, die ihr nicht wegschicken könnt aus Angst vor Folgen und Einträgen in der Personalakte,
  • schreibt für die Menschen draußen die ungeschönten Berichte, die ihr euch nicht traut, eurem Träger oder dem Amt abzugeben,
  • beschreibt die Erfolge, auf die ihr eigentlich stolz seid, die aber keiner wissen will, weil es nicht die Erfolge sind, die erwartet werden….

  • Bei alledem muss man sich natürlich durch Anonymisierung der eigenen Person, der Fälle, der Einrichtungen, der Städte etc. vor dem Vorwurf des Geheimnisverrates oder gar der Missachtung des Datenschutzes und dem informellen Selbstbestimmungsrecht der Klientel schützen.
    Hilfreich kann hierfür auch eine Organisation sein, die für solche Texte die Verantwortung übernimmt, die SchreiberInnen so als Einzelpersonen schützt und ggf. auch rechtlich unterstützt.

 

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