Bitte meldet Euch an, da Beiträge und Kommentare nur von angemeldeten Nutzer_innen verfasst werden können.

Anmelden

das war sie, die

Berliner Arbeitstagung kritische Soziale Arbeit

AUFSTEHEN – WIDERSPRECHEN – EINMISCHEN!
Gemeinsame Wege aus der neosozialen Falle

17. - 18. Juni 2011 Berlin

Die Tagung war für alle Beteiligten ein gutes Erlebnis und hat viel gebracht...

 

Die VeranstalterInnen bedanken sich bei allen TeilnehmerInnen, bei den WorkshopleiterInnen und den KomoderatorInnen und allen, die uns geholfen haben, diese Tagung zu verwirklichen. Ihr wart echt super :)

 

 

 

TeilnehmerInnen:

  • PraktikerInnen der Sozialen Arbeit

  • und alle, die an einer kritischen Auseinandersetzung mit der aktuellen Lage der Sozialen Arbeit interessiert sind.

  • StudentInnen geben bitte das/die Praxisfeld/er an, in dem/denen sie ihr Praktikum absolviert haben oder gerade absolvieren.

StudentInnen, die noch keine PRaxiserfahrungen haben aber an der Tagung interessiert sind, melden sich bitte auf Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!. Wir können Sie auf eine Warteliste setzen und werden Sie ggf. am 3. Juni informieren, wenn noch Plätze frei sind.

Veranstalterinnen:

Beate Köhn, Berlin,
Diplom Sozialpädagogin, Supervisorin, seit 1986 in der Jugendarbeit, Jugendhilfe und im Kinderschutz

Prof. Dr. Mechthild Seithe, Berlin/Jena
Diplom Sozialarbeiterin, Diplom Psychologin, langjährige Erfahrungen in der Hilfe zur Erziehung und in der Lehre

 

Ziel und Charakter der Tagung

Für diese Tagung haben wir uns Folgendes vorgenommen:

• Es soll nicht nur um die Aufdeckung und Analyse der neosozialen Zumutungen, Entwicklungen und Fehlentwicklungen gehen, sondern betont auch darum, gemeinsam nach Wegen zu suchen, wie Soziale Arbeit sich wehren kann, wie sie ihr politisches Mandat wieder entdecken und gebrauchen kann und wie sich unsere Profession offensiv in die gesellschaftlichen Auseinandersetzungen einmischt.

• Es soll außerdem eine Tagung werden, bei der die Diskussion unter den TeilnehmerInnen, das gemeinsame Entwickeln von Handlungsschritten, der gegenseitige Austausch im Vordergrund stehen. Die Tagung wird wenige Vorträge enthalten und viel Zeit für die Workshops.

• Schließlich soll die Tagung im Wesentlich für PraktikerInnen interessant sein. Studierende können natürlich auch gerne teilnehmen. WissenschaftlerInnen sind ebenfalls willkommen, wenn sie bereit sind, sich den Problemen und Fragen der Praxis zu stellen und sich in einer Sprache und Weise auszudrücken, dass sie verstanden werden und dass ihre Erkenntnisse auch für die Praxis als relevant erkannt werden können. 

 

Soziale Arbeit hat mit allen gesellschaftlichen Themen zu tun. Keine andere Profession hat so einen weitreichenden Überblick über gesellschaftliche "Schieflagen" und die entsprechenden Auswirkungen. Eine unabhängige, praxisbezogene, professionelle Fachlichkeit ist gefragt, mit der Sozialarbeitende aktiv werden, sich zu Wort melden und einmischen! Wir wollen der schweigenden Zustimmung etwas entgegenstellen.
Während der Tagung sollen Handlungsoptionen für die Soziale Arbeit diskutiert und verabschiedet werden, die einen kritischen Umgang mit den aktuellen Zumutungen und Entwicklungen ermöglichen.

Diskussionen, Vorträge, Ideen, Vernetzung und die Erarbeitung praxisrelevanter und umsetzbarer Strategien stehen im Fokus der Tagung. Gemeinsam werden am Ende der Tagung die nächsten Schritte verabredet und geplant.

 

 

Vorträge


17.6.2011

Prof. Dr. M. Seithe

Die problematische Geduld unserer Profession angesichts der aktuellen Lage der Sozialen Arbeit


18.6.2011


Prof. Dr. H. Thiersch
Zur Autonomie der Fachlichkeit Sozialer Arbeit

I

Prof. Dr. Rosemarie Karges
Ergebnisse einer online-Befragung zur Beschäftigungssituation von Sozialarbeitenden


Dr. M.-L. Conen
Keine Kraft fürs Wehren?

 

Workshops:

1. Was hat Soziale Arbeit mit sozialer Gerechtigkeit zu tun?
Bestrafung der Armen statt Ressourcenausgleich
Dr. Waltraud Kreidl



2. Wie viel Respekt darf die Klientel noch erfahren?
Subjektorientierung statt Klientendiskriminierung!
Friederike Lorenz


3. Wohin „steuert“ Soziale Arbeit – und wer bestimmt den Kurs?
Ambivalenzen der Effizienz- und Wirkungsorientierung
Maren Schreier


4. Wie viel Ökonomisierung verträgt die Soziale Arbeit?
Die Vereinnahmung der Sozialen Arbeit durch den Markt
Björn Redmann

 

5. Die sozialen Fachleute sind wir!
Beharren auf den Kernelementen der Sozialen Arbeit
Prof. Dr. Frank Bettinger


6. So billig sind wir nicht zu haben!
Prekäre Arbeitsbedingungen zu Zeiten der Ökonomisierung
Winfried Nodes


7. Gemeinsam sind wir stark!
Wege organisierter Gegenwehr
Prof. Dr. Joachim Wieler




8. Schluss mit der Sprachlosigkeit!
Soziale Arbeit mischt sich ein
Matthias Heintz

 
9. „Theater der Unterdrückten“/Forumtheater
Steh’ auf und streite für deine Wünsche!
Stephan B. Antczack


 

Kurzbericht der Tagung

Mit stürmischem Applaus für die auf der Tagung erarbeitete gemeinsame Resolution endete nach 2 Tagen eine Ergebnis reiche und Mut machende Tagung.

150 KollegInnen (davon 2/3 aus der Praxis, ca. 20 HochschullehrerInnen, ¼ Studierende, 1/3 aus allen Teilen Deutschlands und 2/3 aus Berlin) haben zwei Tage lang über die aktuellen und brennenden Fragen unserer Profession diskutiert.
Neben den Versuchen, zu begreifen, was da eigentlich in unserer Profession geschieht, wem es dient, und wen es gefährdet, ging es den TeilnehmerInnen vor allem darum, wie es gelingen kann, sich gegen die Entwicklungen der Deprofessionalisierung, der Entpolitisierung und der Vermarktlichung unserer Profession und gegen die Vereinnahmung durch neoliberale und neokonservative Konzept zur Wehr zu setzen.
Die 8 Workshops befassten sich mit Themen wie z.B. Klientendiskriminierung, Ökonomisierung, Gemeinsam sind wir stark, Prekarisierung der Sozialen Arbeit, fachliche Kernelemente u.a. mehr. Ein Theaterworkshop machte uns mit der Methode des Forumtheaters vertraut (Theater der Unterdrückten). Unvergesslich die kleine Aufführung der Gruppe am ersten Abend mit „Maschine Soziale Arbeit“)
Die WorkshopleiterInnen kamen aus allen Bundesländern und waren erfahrene PraktikerInnen und WissenschaftlerInnen..

Daneben wurden mehrere Vorträge gehalten, die als Hintergrund der Tagungsarbeit sehr hilfreich waren.
Prof. Dr. Seithe sprach zum Thema: Die problematische Geduld unserer Profession angesichts der aktuellen Lage er Sozialen Arbeit.
Prof. Dr. Thiersch befasste sich mit der Autonomie der Fachlichkeit der Sozialen Arbeit. Der Vortrag war ein Fest für alle, die ihre Profession in ihren Kernelementen und ihren ethischen und politischen Zusammenhängen wieder einmal neu begreifen wollten. (Wir werden versuchen, im Laufe des Sommers den Vortrag von Prof. Thiersch in mehreren Teilen in Youtube zu setzen).
Prof. Rosemarie Karges legte die aktuellen Ergebnisse ihrer jüngsten Online-Befragung zur Arbeitssituation von Sozialarbeitenden und zu deren Wahrnehmung der Arbeitsbedingungen vor.
Zum Thema „Keine Kraft zum Wehren“ stellte Frau Dr. Conen praktische und hilfereiche Beispiele für widerständiges Verhalten in der Praxis vor.

Die Atmosphäre auf der Tagung war sehr schön, ausgesprochen angenehm, befreiend und solidarisch. Man konnte ahnen, was es bedeuten und heißen würde, wenn es uns gelänge, als solidarische Gemeinschaft aufzutreten und gemeinsam berufspolitische uns sozialpolitische Positionen zurückzuerobern und zu erkämpfen.

Es entstand eine Fülle von Ideen und Projekten. Vernetzungen wurden angebahnt, Strategien wurden diskutiert.
Hierfür war viel Zeit vorgesehen. Dennoch hat die Zeit nicht gereicht.
Wir hoffen, dass die Impulse, die Anregungen und der Mut, den viele auf der Tagung schöpfen konnten, nicht einfach verrauchen werden. Wir gehen davon aus, dass hier und an vielen Orten Ernst gemacht werden wird mit „aufstehen –widersprechen – einmischen“.
Wir sind sicher, dass die TeilnehmerInnen diese Erlebnisse und Erfahrungen in ihrem Umfeld, in ihren Teams und in ihren Organisationen umsetzen und weiterführen werden.

Die nächste Tagung dieser Art darf nicht erst in 5 Jahren kommen. Alle TeilnehmerInnen sind aufgerufen, den Faden aufzugreifen und weiter zumachen.