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Blog einmischen (Unabhängiges Forum kritische Soziale Arbeit)

Aufruf zu einem Memorandum in der Kinder- und Jugendhilfe

Das Bündnis Kinder- und Jugendhilfe - für Professionalität und Parteilichkeit  (www.buendnis-jugendhilfe.de) wehrt sich bereits seit geraumer Zeit mit aller Kraft gegen die Fehlentwicklungen in der bundesweiten Jugendhilfe. Aus diesem Grund haben wir uns entschlossen, mit diesem Aufruf ein deutliches Zeichen zu setzen und bitten um die Weiterleitung des Aufrufes für das Memorandum (www.memorandumjugendhilfe.de).

Das, was in der Kinder- und Jugendhilfe derzeit passiert, wird von der (Fach)-Öffentlichkeit kaum zur Kenntnis genommen. Deshalb ist es aus unserer Sicht wichtig, alle kritischen Kräfte auf diese Entwicklungen aufmerksam zu machen und zur Gegenwehr aufzurufen.
Seinerzeit wurde mit dem KJHG von 1990 entsprechend der politischen und fachlichen Kritik an der Kontroll- und Eingriffsorientierung des vorherigen Jugendwohlfahrtsgesetzes ein Angebote- und ‘Leistungsgesetz’ für Kinder, Jugendliche und ihre Eltern geschaffen, das ausdrücklich auf Unterstützung und Hilfsangebote setzt. Dieser bedeutsame Paradigmenwechsel in der Kinder- und Jugendhilfe in Deutschland wird nun systematisch durch die Ökonomisierung zerstört. Die Arbeitsbedingungen für die MitarbeiterInnen werden ständig problematischer. Überlastung durch zu hohe Fallzahlen und der Zwang zu Arbeitsmethoden, die nicht sozialer Beziehungs-Arbeit entsprechen, führen zu unerträglichen Arbeitsbedingungen, die man u. a. am hohen Krankenstand ablesen kann. Darüber hinaus greift eine zunehmende Deprofessionalisierung um sich. Bei den Betroffenen kommen sehr oft unzureichende Hilfe, ungeeignete, aber billigere Angebote oder auch gar keine Hilfen an.

Was derzeit in der Kinder- und Jugendhilfe stattfindet, ist im Kleinen übrigens genau das, was den gesamtgesellschaftlichen Prozess der Entmündigung, Entdemokratisierung und Vermarktung widerspiegelt.

Wer sich diesem Memorandum anschließen möchte, der unterschreibe bitte auf unserer Webseite (http://www.memorandumjugendhilfe.de) und leite diese Mail innerhalb seiner Netze weiter.

Für 2016 planen wir einen Fachtag zur aktuellen Lage der Kinder- und Jugendhilfe, auf dem wir mit PraxisvertreterInnen, mit der sonstigen  Fachöffentlichkeit und VertreterInnen der Wissenschaft die im Memorandum angesprochenen Fragen bearbeiten und eine gemeinsame Strategie für die weiteren fachpolitischen und politischen Schritte  erarbeiten möchten.

Wer sich in unsere Arbeit aktiv einbringen will, kann hier einen Kommentar schreiben oder uns über Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! anschreiben. Vielen Dank!

für das Bündnis Kinder- und Jugendhilfe – für Professionalität und Parteilichkeit

Mechthild Seithe

Aufruf zum Memorandum

 

 

neuer Artikel in der Zukunftswerkstatt

unter www.zukunftswerkstatt-soziale-arbeit.de findet ihr einen neuen Artikeltext von Mechthild Seithe mit dem Thema:

Veränderte Sprache und veränderte Soziale Arbeit - Was bedeuten Begriffe für das professionelle Handeln und Denken

Kritik trifft Politik - eine Anregung zum Selberdenken!

Vertreterinnen des Bündnisses Kinder- und Jugendhilfe - für Professionalität und Parteilichkeit waren vergangene Woche in Saarbrücken. Frau Ministerin Monika Bachmann hatte den DBSH und das Bündnis während der Jugendminister Ministerkonferenz in Perl zu einem Gespräch eingeladen. Das Bündnis hatte im Vorfeld das Memorandum für die Kinder- und Jugendhilfe (s. unser Bericht vom 22.5.2015) geschickt und die Jugendministerkonferenz mit einer Mahnwache begleitet. 

Hier der Bericht über den Besuchsverlauf:

 Kritik trifft Politik - eine Anregung zum Selberdenken!

09. 07. 2015, Saarbrücken, Gesprächsrunde des „Bündnis Kinder- und Jugendhilfe –für Professionalität und Parteilichkeit“, gemeinsam mit einer Abordnung des DBSH mit der amtierenden Vorsitzenden der JFMK, Frau Monika Bachmann, Ministerin für Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie des Saarlandes

Besuch des „Bündnisses Kinder und Jugendhilfe – für Professionalität und Parteilichkeit“ zusammen mit einer Delegation des DBSH bei der saarländischen Ministerin Monika Bachmann, derzeit Vorsitzende der Jugendministerkonferenz.

Der Besuch ging auf eine Einladung zurück, die Frau Ministerin Bachmann an uns im Kontext der Mahnwache zur Jugendministerkonferenz in Perl (Saarland) am 21. Mai 2015 ausgesprochen hatte.

Das Gespräch fand in einer freundlichen Atmosphäre statt, obwohl sehr schnell für beide Seiten klar wurde, dass sich unsere Sicht auf die gegenwärtige Kinder- und Jugendhilfe deutlich unterscheidet.

Weiterlesen: Kritik trifft Politik - eine Anregung zum Selberdenken!

Dekonstruktion der Kinder- und Jugendhilfe in Bremen

Beitrag übersandt vom Bremer Bündnis

 

Schleichende Dekonstruktion der Kinder- und Jugendhilfe

Die ab 2007 in Bremen regierende SPD/Grüne Koalition betreibt, ideologisch auf angeblich alternativlose Austeritätspolitik setzend, in ihrer 3. Legislaturperiode weiter die Dekonstruktion der Kinder- und Jugendhilfe, die (rechtswidrig) nur noch unter Kostengesichtspunkten bewertet wird.

Große Zuständigkeitsbereiche wurden (von den Grünen) und werden (von der SPD) in andere Ressorts verlagert. Diesmal wird auf Betreiben der SPD gleich der ganze Bereich "Kinder" (KiTas) dem Ressort Bildung zugeschlagen (einmalig in Deutschland). Angeblich hätten sich "Schule" und "Kinder" vorher jahrzehntelang unnötige Konkurrenz gemacht und der Bildungsaspekt (2-Jährige als künftiges Humankapital ?) in den Krippen und Kitas müsse gestärkt werden. Das seit 2011 grüne Bremer Sozialressort verliert seine "Tagesstätten-Kinder" und bekommt bei dem Deal ab 2015 "Sport und Integration" (vorher bei "Inneres"). Verwaltungshandlungen und Steuerungshoheiten können gravierende Auswirkungen auf Ausrichtung, Qualität und Fachlichkeit haben.

Die Koalitionäre haben sodann gleich ab Sommer 2015 die Zahl der in einer Krippe zu betreuenden Krippenkinder ( also die bis 3-Jährigen) von 8 auf 10 erhöht. Eltern und ihre Kleinkinder, sowie die Erzieher*innen, werden sich ob dieser Qualitätsabsenkung und Arbeitsverdichtung "bedanken". Ein Vorgeschmack auf das "neue" Verständnis von "Bildung" für unter 6-jährige kleine Menschen ? Die mit wochenlangen Streiks geforderte Aufwertung/Höhergruppierung der Erziehungsdienste wurde seitens VKA (Vereinigung der kommunalen Arbeitgeber) brüsk zurückgewiesen.

Das von der höchsten (und weiter ansteigenden) Kinderarmutsquote (1) und der höchsten Sorgerechtsentzugsquote in Deutschland (2) gekennzeichnete Land Bremen (und Saarland) entpuppt sich immer mehr als Labor für künftige neoliberale Umsteuerungen.

2 Häufigkeit von Sorgerrechtsentzügen pro 100.000 der unter 18-Jährigen

Die freien und kirchlichen Träger in der Landesarbeitsgemeinschaft der Wohlfahrtspflege haben in einem dringlichenApell vom 24.6.2015  vor der Zerschlagung der Einheit der Kinder- und Jugendhilfe gewarnt. Der Weserkurier berichtet.
http://www.sozialag.de/pressemitteilungen/eindringlicher-appell-der-kirchlichen-und-freien-traeger-der-jugendhilfe-490?fromcat=1
http://www.weser-kurier.de/bremen/bremen-stadtreport_artikel,-Kritik-an-Behoerdenumbau-_arid,1166525.html

Frau Senatorin Stahmann, die sich gerade in einem Brief an die freien Träger gegen die SPD als vermeintliche Verteidigerin der Einheit der Kinder- und Jugendhilfe zu profilieren versucht, hat selbst seit Übernahme des Ressorts 2011 die Abschaffung der fachlichen Unabhängigkeit des Jugendamtes betrieben, mithilfe der Abänderung des §1 des Bremischen Ausführungsgesetzes des KJHG. Am 18.3.2015 wurde in 1. u. 2. Lesung die Jugendamts-Zuständigkeit mit den Stimmen aller SPD/Grünen Abgeordneten (Gegenstimmen LINKE und ein paar aus dem konservativen Spektrum) vom AFSD (Amt für Soziale Dienste) an die budgetgetriebenen politischen Instanzen (Sozialsenatorin) übertragen, denen die fachlichen Widerstände im Jugendamt schon immer ein Dorn im Auge waren.

Nicht nur unser Bündnis, sondern viele Fachleute und Wissenschaftler*innen haben sich seit Jahren für die im Gesetz mit gutem Grund vorgesehene Beibehaltung der Eigenständigkeit der Jugendamtes ausgesprochen (auf unserer WEB-Seite zum Download http://bremerbuendnissozialearbeit.jimdo.com/app/download/8263802485/BBSA_Stellungnahme+zur+Umstrukturierung+des+AfSD+Mai+2012.pdf?t=1434444340
Darin heißt es:

"Mit der Aufgabe der Eigenständigkeit des Amtes für Soziale Dienste geht unseres Erachtens ein Verlust an Fachlichkeit einher. Wurden in der Senatorischen Behörde primär politisch intendierte Entscheidungen getroffen, so war es ... oft das Amt mit seiner betont fachlich ausgerichteten Sichtweise, welches ein notwendiges Korrektiv zur Politik darstellte. Dies wird es in dieser Form dann zukünftig nicht mehr geben; Politik eröffnet sich den unmittelbaren Zugriff auf das Amt. Insbesondere befürchtet das Bremer Bündnis Soziale Arbeit, dass durch den unmittelbaren Zugriff des Senats auf das Amt für Soziale Dienste mittelfristig weiteren Einsparungen, die nach unserer Einschätzung fachlich nicht mehr zu vertreten sind, Tür und Tor geöffnet werden." 

Die Folgen werden wir und die Adressaten Sozialer Arbeit in den kommenden Jahren noch deutlich zu spüren bekommen.

Am 09.04.2015 (kurz vor der Wahl) ging, wieder auf Initiaive der Grünen, die "Filettiererei" in der Sozialdeputation gleich weiter. Die sachliche Zuständigkeit für den Teilbereich der Hilfen zu einer angemessenen Schulbildung (§35a KJHG Schulassistenzen, ) soll nun aus der Gesamtzuständigkeit der Senatsverwaltung für Soziales, die für die Eingliederungshilfe bzw. die Jugendhilfe zuständig ist, herausgelöst und der Schulverwaltung zugewiesen werden. Die Schulassistenz bliebe damit zwar der Sache nach Eingliederungshilfe nach § 53 ff SGB XII bzw. Jugendhilfe nach § 35a SGB VIII, würde aber für die Stadtgemeinde Bremen (nicht Brhv.) von der Senatsverwaltung für Bildung wahrgenommen. - Begründet wird das nach außen damit, dass alle schulbezogenen Leistungen "aus einer Hand " gewährt werden sollen. Faktisch ist aber wohl damit zu rechnen, dass die Schulassistenz kaum mehr als Einzelfallhilfe gewährt wird. Viele davon betroffene Eltern, Kinder und Jugendhilfeeinrichtungen können ein Lied davon singen, wie restriktiv Austeritätspolitiker*innen in Bremen ohnehin schon mit Anträgen auf Bewilligung einer Schulassistenz umgehen. Die Inklusion wird propagandistisch über alle Maßen hochgelobt und gleichzeitig werden eigentlich notwendige personelle Aufstockungen und Weiterbildungen in den Schulen aus Haushaltsgründen vermieden und viele Anträge auf Schulassistenz (rechtlich nicht haltbar) abgelehnt. Sie könnten mit anwaltlicher Hilfe angefochten werden, aber welche Adressaten können schon so weit gehen und sind in der Lage, die notwendigen Gutachten in Auftrag zu geben und das Geld für all diese Vorgänge vorzuhalten ?

 

Die Steuerung für die Aufgaben gemäß  § 13 KJHG /SGB VIII (Jugendberufshilfe) wurde von SPD und Grünen einvernehmlich, hochgelobt von CDU und FDP, mit der Einführung der JUgendberufsagenturen im Mai 2015 durch die Hintertür faktisch an das Bildungsressort und die Geschäftsführung der Jobcenter, bzw. Agentur für Arbeit abgetreten. Durch angebliche "Synergieeffekte" (Abbau von angeblichen "Doppelstrukturen") sollen so bis 2020 über 3 Mio. eingespart werden. Neue gute Ausbildungsplätze oder gute Berufsvorbereitung sieht das Programm keinesfalls vor, nur eine technokratische Datenkrake (Erfassung aller Schulabgänger*innen)  und ungehinderten Datentransfer vom Bildungsressort an die Jobcenter, 5 Jahre lang,  über alle Lebensentwicklungen nach Schulende; Erhöhung des Vermittlungsdrucks mittels "Kontaktaufnahme" (telefonisch/schriftlich), "Hausbesuchen", "Fallkonferenzen" und die (verfassungsmäßig zweifelhaften) verschärften Sanktionen gegen die unter 25-Jährigen, besonders gegen die vorher ausgemachten Sonderjugendlichen, euphemistisch als "Betreuungskunden" im Jargon der BFA geführt.
http://bremerbuendnissozialearbeit.jimdo.com/aktionen-fachtage/jugendberufsagenturen-und-sanktionen-gegen-unter-25-j%C3%A4hrige/

Das bremische Ausführungsgesetz zum Kinder- und Jugendhilfegesetz (BremAGKJHG) von 1991 wird seit 23 Jahren rechtswidrig missachtet, wie am Umgang mit dessen § 5 zu beobachten. Auch in der aktuellen Koalitionsvereinbarung taucht der geforderte Jugendhilfebericht (pro Legislaturperiode) nicht auf. Die Beauftragung einer unabhängigen Expertenkomission kostet und es könnten ja als Ergebnis dieser vorgeschriebenen kleinräumigen und landesweiten Jugendhilfeplanung (§80 SGB VIII) Kinder- und Jugendbedarfe angemeldet werden, die dann kostenwirksam haushälterisch bedient werden müssten, z.B. die auskömmliche Refinanzierung der offenen Jugendarbeit und ihrer Jugendhäuser (siehe staatliche Gewährleistungspflicht nach §79 SGBVIII). Da waren sich die Großkoalitionäre aus SPD/CDU 1995-2007 und die nachfolgenden drei SPD/Grünen Koalitionen bezeichnenderweise einig in der Nichtumsetzung der Jugendhilfeplanung. 
Wortlaut des § 5 (BremAGKJHG):
 
"Bericht über die Lage der Kinder, Jugendlichen und Familien im Lande Bremen
(1) Der Senat legt der Bürgerschaft (Landtag) in der Mitte jeder Wahlperiode einen Bericht über die Lage der Kinder, Jugendlichen und Familien im Lande Bremen vor. Dieser soll eine Darstellung der wichtigsten Entwicklungstendenzen in der Jugendhilfe im Lande Bremen und eine Übersicht über die Förderungsangebote und Hilfeleistungen für Kinder, Jugendliche und Familien im Berichtszeitraum enthalten. Neben der Bestandsaufnahme und Analyse soll der Bericht Vorschläge zur Weiterentwicklung der Jugendhilfe enthalten. Der Senat kann den Bericht auf einzelne Aufgabenbereiche oder bestimmte Arbeitsfelder der Jugendhilfe ausrichten.
(2) Das Thema des Berichtes soll zu Beginn der Legislaturperiode durch den Landesjugendhilfeausschuß vorgeschlagen werden. Zu dem fertiggestellten Bericht gibt der Landesjugendhilfeausschuß eine Stellungnahme ab, die der Bürgerschaft (Landtag) zugeleitet wird.

(3) Der Senat kann zur Vorbereitung des Berichtes Gutachten und Expertisen einholen.

Und trotz weitreichender Kritik sind die vom Bremer Bürgermeister angeregten "Umverteilungspläne" von minderjährigen Geflohenen ohne Eltern bundesweit so weit vorangeschritten, dass im Juni 2015 der nächste (als bessere Versorgung getarnte) Angriff auf das KJHG erfolgte, nämlich dieser Entwurf zur entprechenden Abänderung des Sozialgesetzbuches VIII (Kinder- und Jugendhilfegesetz). Der Bundesverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge e.V. hat eine kritische Stellungnahme zu dem Entwurf geschrieben.      Umverteilung ja, aber finanzielle Umverteilung

Minderjährige Flüchtlinge und geschlossene Unterbringung

Veranstaltung des Bremer Bündnisses

 

Fakultativ robust - Fakultativ rassistisch 

ZUR GESCHLOSSENEN UNTERBRINGUNG FÜR MINDERJÄHRIGE [insb. unbegleitete Flüchtlinge]

Am 15. Juni 2015 kamen ca. 130 Menschen, darunter viele Fachleute, zu einer vom Bremer Flüchtlingsrat, dem AKS, sowie BISA+e und BBSA vorbereiteten Tagung in der Zentralbibliothek Bremen (Wallsaal) zusammen.

Mehr Infos: 
http://bremerbuendnissozialearbeit.jimdo.com/aktionen-fachtage/robuste-jugendhilfe-debatte-geschlossene-unterbringung/

Vereinbart wurde auf der Tagung, eine sog. „Bremer Erklärung“ zu verfassen, Institutionen und Einrichtungen können die Erklärung mitzeichnen.

Aus der WEB-Seite des Bremer Bündnis Soziale Arbeit

Pressemitteilung des Bündnis gegen Rassismus anlässlich des Suizids eines Geflüchteten

An dieser Stelle dokumentieren wir eine Pressemitteilung des Bündnisses gegen Rassismus, anlässlich des Suizids eines geflüchteten Menschen:

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Pressemitteilung: Geflüchteter stürzt sich in den Tod  

Bündnis gegen Rassismus - 14.07.2015

Berlin Kreuzberg, Oranienstraße. Geflüchteter stürzt sich in den Tod.

Weiterlesen: Pressemitteilung des Bündnis gegen Rassismus anlässlich des Suizids eines Geflüchteten

AKS Gegen geschlossene Unterbringung

Aufruf des Arbeitskreis Kritische Soziale Arbeit Hamburg gegen menschenunwürdige Praktiken in den Hilfen der Erziehung

Verwirklichung der UN Kinderrechts-Konvention statt Überwachen und Erniedrigen in den Grauzonen der HzE : Kampagne des AKS Hamburg, Beteiligung erwünscht

Der Arbeitskreis Kritische Soziale Arbeit Hamburg (AKS Hamburg) hat eine bundesweite Kampagne gegen menschenunwürdige Praktiken in den Hilfen der Erziehung gestartet. In dem Aufruf mit dem Titel „Dressur zur Mündigkeit? Für die Verwirklichung der UN-Kinderrechtskonvention statt Überwachen und Erniedrigen in den Hilfen zur Erziehung!“ analysieren die Autor_innen die aktuellen Entwicklungen und Tendenzen in der BRD in Bezug auf menschenunwürdige menschenrechtswidrige Praktiken in den Hilfen zur Erziehung und rufen dazu auf, an der Kampagne zur Abschaffung dieser mitzuwirken.

Das Ziel der Abschaffung der Geschlossenen Unterbringung (GU) als Höhepunkt menschenunwürdiger pädagogischer Praxis sei unter den derzeitigen Voraussetzungen wie der Verdreifachung der Plätze in GU in den letzten 20 Jahren und der steigenden Akzeptanz der GU schwer zu erreichen – daher sei es notwendig, nicht nur die GU an sich zu kritisieren, sondern die Prozesse und Mechanismen, die zu einem pädagogischen Verständnis der GU als letzter, aber dennoch vorhandenen Alternative bei „schwierigen Jugendlichen“ führen, zu analysieren.. Diesbezüglich spiele – so die Autor_innen - das „Phasen-Modell“ bzw. der „Stufen-Vollzug“ eine zentrale Rolle, der heutzutage häufig angewendet würde und bei dem zugunsten des Ziels der Disziplinierung schwieriger Kinder und Jugendliche menschenunwürdige und gewaltvolle Degradierungen stattfinden. Eine solche Form von Pädagogik basiere auf Erniedrigung, Drohung und Isolation, was derzeit mit neuem Vokabular für die entsprechenden Methoden - z.B. Time-Out-Räume oder Begrenzungen - wieder gerechtfertigt werde und sowohl in der Heimerziehung als auch in teilstationären Hilfeformen wie Tagesgruppen und in ambulanten Maßnahmen wie Anti-Aggessionstrainings vorkomme. In den genannten Phasen- bzw. Stufen-Modellen gibt es in der Regel drei Stufen mit strikten Verhaltensvorschriften, die unter anderem die Bewegungsfreiheit, die Kommunikation und die Pflege von sozialen Kontakten einschränken, und entsprechenden Sanktionen bei Regelbrüchen. Solche Programme, die von den betroffenen Kindern und Jugendlichen in der Regel als „Entwertung ihrer gesamten personalen und sozialen Identität“ erlebt werden und weder mit grundlegenden Menschenrechten noch mit der Kinderrechtskonvention der Vereinigten Nationen zu vereinbaren sind, müssen abgeschafft werden, so die Autor_innen des AKS.

Hierzu ruft der AKS Hamburg alle interessierten Initiativen dazu auf, die Websites und Broschüren regionaler HzE-Träger daraufhin zu sichten, ob derartige Stufenmodelle praktiziert werden. Auf einer Fachtagung sollen die Ergebnisse dieser Recherchen präsentiert werden. Gleichzeitig werden Musterprozessse gegen Einzelfälle à la Haasenburg GmbH angestrebt.

Der vollständige Aufruf ist auf der Website des Arbeitskreis Kritische Soziale Arbeit Hamburg zu finden.

Streiknachlese: Diskussionsbeitrag eines Lesers

Zusendung eines Diskussionsbeitrags des Kollegen Lothar Hellwich-Heuer mit der Bitte um Weiterleitung.
Dieser Bitte kommen wir gerne nach:

Dieser Diskussionsbeitrag ist von mir in Zusammenarbeit mit einigen Kollegen erarbeitet worden, nachdem wir uns erst per aktiven Streik an den Tarifauseinandersetzungen im Sozial- und Erziehungsdienst beteiligten, dann den Frust über die Schlichtung und das Ergebnis der Schlchtung erleben mussten.
Wir wollten mit diesem Text eine VERDI interne Diskussion anregen über die Strategie solcher Tarifauseinandersetzungen.
Seit nunmehr 25 Jahren müssen wir (Sozialarbeiter) mitansehen, wie unserer gesammter Berufsstand immer weiter abgewertet wird, uns zudem die für die engagierte Arbeit in unserem Beruf benötigten Recourcen nicht ausreichend zur Verfügung gestellt werden, uns immer mehr Aufgaben, Vorgaben und Bürokratie auferlegt werden.

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